Mittwoch, 25. November 2020
Navigation öffnen
Anzeige:
Venclyxto
 
Medizin

12. Juni 2020 MEDALIST: Luspatercept verringert Anzahl an Transfusionen bei Patienten mit Low-risk-MDS und hohem Transfusionsbedarf

Für anämische Patienten mit Low-risk (LR)-MDS und hohem Baseline-Transfusionsbedarf (HTB) gibt es nur sehr wenige Behandlungsmöglichkeiten. In der laufenden, randomisierten, Placebo-kontrollierten Phase-III-Studie MEDIALIST wird die Wirksamkeit und Sicherheit von Luspatercept, einem first-in-class-Wirkstoff zur Erythrozyten-Reifung, zur Behandlung von Anämie bei Patienten mit LR-MDS untersucht. Ergebnisse einer zweiten Analyse, die nun beim EHA25 Virtual vorgestellt wurde, zeigen, dass Luspatercept bei HTB-Patienten mit LR-MDS mit Ringsideroblasten den Transfusionsbedarf klinisch signifikant verringerte und die Anzahl an Transfusionsereignissen reduzierte. Luspatercept wurde gut vertragen, das Sicherheitsprofil war konsistent zu dem der Studiengesamtpopulation.
Anzeige:
Xospata
 
Patienten mit very low-, low- oder intermediate-risk MDS mit Ringsideroblasten nach dem revised international prognostic scoring system, die refraktär, intolerant oder bei denen kein Ansprechen auf Erythropoese-stimulierende Substanzen zu erwarten war und die eine Anämie aufwiesen, die regelmäßige Transfusionen roter Blutzellen (RBC) erforderte, wurden 2:1 randomisiert zu Luspatercept (n=153; Anfangsdosis 1,0 mg/kg; Titration bis 1,75 mg/kg erlaubt) oder Placebo (n=76) s.c. alle 3 Wochen. 66 Patienten im Luspatercept-Arm und 33 im Placebo-Arm hatten zu Studienbeginn einen HTB, d.h. ≥ 6 transfundierte RBC-Einheiten/8 Wochen.

Zum Zeitpunkt des Datenschnitts (01.07.2019) erreichten mit Luspatercept signifikant mehr Patienten eine ≥ 50%ige Reduktion des RBC-Transfusionsbedarfs für ≥ 24 Wochen im Vergleich zu Baseline als mit Placebo (34,8% vs. 9,1%; p=0,0063). Bei 18,2% der Patienten im Luspatercept-Arm vs. 3,0% im Kontrollarm (p=0,0363) ging der Transfusionsbedarf um ≥ 75% zurück. 6/66 mit Luspatercept-behandelte HTB-Patienten (9,1%) und 1/33 mit Placebo-behandelte HTB-Patienten (3,0%) erreichten eine Unabhängigkeit von RBC-Transfusion (RBC-TI) für ≥ 8 Wochen in den Wochen 1-24 (p=0,2699). Im Median dauerte es 50,0 Tage (Range: 1,0-100), bis mit Luspatercept eine RBC-TI erreicht wurde und die mediane Dauer der RBC-TI im Luspatercept-Arm betrug 42,6 Wochen (8,4-84,1). Durchschnittlich traten im Luspatercept-Arm 9,2 Transfusionsereignisse in den Wochen 1-24 auf gegenüber 12,4 im Placebo-Arm (HR=0,794; 95%-KI: 0,660-0,956).

98,5% der Patienten im Luspatercept-Arm und 87,9% der Patienten im Placebo-Arm berichteten über ≥ 1 behandlungsbedingte unerwünschte Ereignisse (TEAE), bei 16,7% vs. 9,1% führte ≥ 1 TEAE zum Therapieabbruch. Schwerwiegende TEAE wurden von 42,4% der mit Luspatercept-behandelten Patienten und von 45,5% der Patienten im Kontrollarm berichtet. Die Inzidenz von Grad-3/4-TEAEs war in beiden Armen ähnlich (53,0% Luspatercept vs. 54,5% Placebo).

(übers. v. um)

Quelle: EHA25 virtual

Literatur:

Zeidan AM, Garcia-Manero G, DeZern AE et al. Clinical benefit of luspatercept in patients with lower-risk myelodysplastic syndromes (LR-MDS) and high transfusion burden (HTB) in the phase 3 medalist study. EHA25 Virtual, Abstract EP798.


Anzeige:
Polivy

Stichwörter

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"MEDALIST: Luspatercept verringert Anzahl an Transfusionen bei Patienten mit Low-risk-MDS und hohem Transfusionsbedarf"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ESMO Virtual Congress 2020
  • Fortgeschrittenes Melanom nach Versagen einer PD-(L)1-Inhibition: Vielversprechende Antitumoraktivität mit Pembrolizumab + Lenvatinib
  • Pembrolizumab + Lenvatinib: Vielversprechende Ansprechraten bei vorbehandelten fortgeschrittenen Tumoren
  • HNSCC: Pembrolizumab als Monotherapie und als Partner einer Platin-basierten Chemotherapie erfolgreich in der Erstlinie
  • Ösophaguskarzinom: Relevante OS- und PFS-Verlängerung durch Pembrolizumab + Chemotherapie in der Erstlinie
  • 5-Jahres-Daten der KEYNOTE-024-Studie bestätigen deutliche Überlegenheit für Pembrolizumab mono vs. Chemotherapie beim NSCLC mit hoher PD-L1-Expression
  • Neuer Anti-ILT4-Antikörper zeigt in Kombination mit Pembrolizumab erste vielversprechende Ergebnisse bei fortgeschrittenen Tumoren
  • Adjuvante Therapie mit Pembrolizumab verlängert auch das fernmetastasenfreie Überleben bei komplett resezierten Hochrisiko-Melanomen im Stadium III
  • HIF-2α-Inhibitor MK-6482 beim Von-Hippel-Lindau-Syndrom: Vielversprechende Wirksamkeit auch bei Nicht-RCC-Läsionen
  • Neuer Checkpoint-Inhibitor: Vielversprechende erste Studiendaten für Anti-TIGIT-Antikörper Vibostolimab in Kombination mit Pembrolizumab