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Medizin
02. Dezember 2015

AIO 2015: Kopf-Hals-Tumoren: Perspektiven durch Immuncheckpoint-Inhibitoren

Durchschnittlich etwa 200 Mutationen werden bei Kopf-Hals-Tumoren gefunden. Die Neo-Antigene, die dabei entstehen, erzeugen einen enormen immunogenen Effekt. Dadurch zählen Kopf-Hals-Tumoren zu den Tumoren, die relativ gut auf Immuncheckpoint-Inhibitoren ansprechen, berichtete Prof. Andreas Dietz aus Leipzig. Eine ganze Reihe von Studien prüft aktuell Effektivität und Verträglichkeit von Immuncheckpoint-Inhibitoren bei Kopf-Hals-Tumoren.

In der auf dem ASCO vorgestellten KEYNOTE-012 (1) erzielte Pembrolizumab als Monotherapeutikum (200 mg q3w) in der Secondline-Therapie bei Patienten mit rezidivierten/metastasierten Kopf-Hals-Tumoren eine bemerkenswerte Ansprechrate von 25%, sagte Dietz.

Abb.: Overall Response Rate (ORR) Site Radiology Review, unconfirmed and confirmed RECIST v1.1 responses

Abb.: Overall Response Rate (ORR) Site Radiology Review, unconfirmed and confirmed RECIST v1.1 responses


Die Messlatte in der Secondline-Therapie hatte zuvor Cetuximab gesetzt mit einer ORR von 13%  (2, 3). „Jetzt bekommen wir neue Substanzen, die definitiv einen Fortschritt bedeuten“, so Dietz. Betrachtet man sich die Fülle von Checkpoints, die inhibiert werden können, so lasse sich erahnen, wie komplex die Therapien in Zukunft werden. Eine gute Übersicht dazu würde laut Dietz der Artikel von Melero et al. (4) geben, der in Nature Reviews 2015 erschienen ist.

Interessant sei, dass die Hälfte der Patienten in der KEYNOTE-012 auf Pembrolizumab angesprochen hat. Das zeigt sich im Waterfall-Plot – bei 56% der Patienten schrumpfte die Targetläsion. Der HPV-Status spielte dabei offensichtlich keine Rolle. Welche Patienten ansprechen, zeichnet sich auch schon in den ersten Wochen klar ab. Neu ist Dietz zufolge, dass das Ansprechen relativ lange stabil bleibt sowie der hohe Prozentsatz eines langanhaltenden Ansprechens: 86% (25/29) der Responder blieben während des Beobachtungszeitraums (median 5,7 Monate) in Remission. Die mediane Dauer des Ansprechens ist noch nicht erreicht (7,3+ - 25,1+ Wochen). Dietz: „Dies impliziert ganz andere Behandlungsoptionen und gibt enormen Anlass zur Hoffnung."

as

Quelle: Satellitensymposium MSD Sharp & Dohme GmbH. Perspektive ImmunOnkologie. Im Rahmen der AIO Herbsttagung am 21.11.2015 in Berlin

Literatur:

(1) Seiwert T et al. 2015. Antitumor activity and safety of pembrolizumab in patients (pts) with advanced squamous cell carcinoma of the head and neck (SCCHN): Preliminary results from KEYNOTE-012 expansion cohort. J Clin Oncol 33, 2015 (suppl; abstr LBA6008)
http://meetinglibrary.asco.org/content/149051-156
(2) Vermorken JB et al. Open-Label, Uncontrolled, Multicenter Phase II Study to Evaluate the Efficacy and Toxicity of Cetuximab As a Single Agent in Patients With Recurrent and/or Metastatic Squamous Cell Carcinoma of the Head and Neck Who Failed to Respond to Platinum-Based Therapy. JCO June 1, 2007 vol. 25 no. 16 2171-2177
http://jco.ascopubs.org/content/25/16/2171.long
(3) Seiwert T et al. BIBW 2992 versus cetuximab in patients with metastatic or recurrent head and neck cancer (SCCHN) after failure of platinum-containing therapy with a cross-over period for progressing patients: Preliminary results of a randomized, open-label phase II study. J Clin Oncol (Meeting Abstracts) May 2010 vol. 28 no. 15_suppl 5501
http://meeting.ascopubs.org/cgi/content/abstract/28/15_suppl/5501
(4) Ignacio Melero, David M. Berman, M. Angela Aznar et al. Evolving synergistic combinations of targeted immunotherapies to combat cancer. Nature Reviews Cancer 15, 457-472 (2015) doi:10.1038/nrc3973, Published online 24 July 2015
http://www.nature.com/nrc/journal/v15/n8/abs/nrc3973.html


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