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Medizin

23. Oktober 2019 Interaktion im Tumorgewebe erstmals sichtbar

Neutrophile Granulozyten sind beim Bekämpfen von Infektionen erste Klasse, stehen allerdings auch im Verdacht, Krebs zu fördern. Ein Forscherteam  konnte dies erstmals im menschlichen Tumorgewebe nachweisen. „Man wusste bereits, dass Krebspatienten, bei denen viele dieser Fresszellen ins Tumorgewebe gewandert sind, eine geringere Lebenserwartung haben“, so Sven Brandau, Leiter der Abteilung für experimentelle und translationale Forschung. „Deshalb vermutete man, dass diese Granulozyten das Immunsystem darin hemmen könnten, den Krebs zu bekämpfen.“
Mit aufwändigen spezialmikroskopischen Techniken und Analysen haben die Wissenschaftler nun erstmals die Interaktion zwischen den Fress- und Killerzellen sichtbar gemacht. „Wir konnten zeigen, dass die Granulozyten die Killerzellen, die eigentlich gegen den Krebs vorgehen, an ihrer Arbeit hindern und ausschalten.“

In künftigen Studien möchten die Essener Forscher die Fresszellen davon abhalten, ins Tumorgewebe einzudringen, um u.a. neuartige Immuntherapien gegen Krebs zu ermöglichen.

An der Studie haben Teams aus der Dermatologie und der Experimentellen Immunologie mitgewirkt. Die Ergebnisse erscheinen in der aktuellen Ausgabe des renommierten Journals Science Immunology.

Quelle: Universität Duisburg-Essen


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