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Medizin
24. Juni 2020
HCC%3A+Immuncheckpoint-Inhibitoren+in+der+First-Line-Therapie
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HCC: Immuncheckpoint-Inhibitoren in der First-Line-Therapie

Das hepatozelluläre Karzinom (HCC) gehört zu den häufigsten Krebstodesursachen in Deutschland (1). Trotz aktueller Behandlungsstrategien überleben weniger als 50% der Patienten mit fortgeschrittenem HCC mehr als ein Jahr nach Diagnosestellung. Neue Therapiemöglichkeiten mit Immuncheckpoint-Inhibitoren werden derzeit in der systemischen First-Line-Therapie des nicht-resezierbaren HCCs geprüft (2). Weitere aktuelle Ergebnisse zur IMbrave150-Studie wurden auf der virtuellen ASCO-Jahrestagung vorgestellt und unterstreichen die Wirksamkeit und Sicherheit von Atezolizumab (Tecentriq®) und Bevacizumab (Avastin®) beim HCC.
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Patienten können mit der Kombination eine vollständige Remission (CR) erreichen, unabhängig von schlechten prognostischen Faktoren oder der Ätiologie (3). Bereits frühere Auswertungen der IMbrave150-Studie zeigten signifikante Vorteile im Gesamtüberleben (OS) bei besserer Verträglichkeit vs. Sorafenib, dem aktuellen Therapiestandard (4). Eine Netzwerk-Metaanalyse deutet zudem auf einen größeren Überlebensvorteil und ein längeres progressionsfreies Überleben (PFS) im indirekten Vergleich zu anderen systemischen Therapien hin, die sich derzeit in klinischer Prüfung befinden (5).

Head-to-head-Vergleich von Atezolizumab und Bevacizumab, Lenvatinib oder Nivolumab jeweils vs. Sorafenib

Eine aktuelle retrospektive, indirekte Netzwerk-Metaanalyse (NMA) deutet auf einen großen klinischen Nutzen der First-Line-Kombination aus Atezolizumab und Bevacizumab beim HCC hin (5). Für die NMA wurden nach einer systematischen Literaturrecherche 3 First-Line-Therapiestudien (IMbrave150, REFLECT und CheckMate-459) zu lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem HCC identifiziert, deren Patienten ausreichende Ähnlichkeit bezüglich der Hazard Ratios (HR) für OS und PFS aufwiesen. Innerhalb der 3 Studien erfolgte ein direkter Head-to-head-Vergleich von Atezolizumab und Bevacizumab, Lenvatinib oder Nivolumab jeweils vs. Sorafenib, dem bisherigen Behandlungsstandard. Für die NMA wurden die 3 Therapiemöglichkeiten indirekt miteinander verglichen. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Überlebensvorteil der Kombinationstherapie aus Atezolizumab und Bevacizumab größer war, lag vs. Lenvatinib bei 93,7% und vs. Nivolumab bei 90,3%. Auch das PFS war mit Atezolizumab und Bevacizumab gegenüber Lenvatinib mit einer Wahrscheinlichkeit von 61,5% verlängert und gegenüber Nivolumab mit einer Wahrscheinlichkeit von 85,5% (5).

Patienten können vollständige Remission erreichen

Die Analyse sekundärer Endpunkte der Phase-III-Studie IMbrave150 zeigte, dass HCC-Patienten mit Atezolizumab und Bevacizumab unabhängig von schlechten prognostischen Faktoren oder der Ätiologie eine vollständige Remission (CR) erreichen können: 18 von 336 Patienten erzielten unter der Kombinationstherapie die Prüfarzt-beurteilte CR (nach RECIST1.1) vs. 0 von 165 Patienten unter Sorafenib (3). Zuvor vorgestellte Daten zeigten, dass Patienten über einen längeren Zeitraum von einer besseren Lebensqualität berichteten, wenn sie die Kombinationstherapie erhielten (6). Die Kombination aus Atezolizumab und Bevacizumab gilt als zukunftsweisende Therapieoption für Patienten mit inoperablem HCC in der First-Line (3).

Quelle: Roche

Literatur:

(1) https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Publikationen/Krebs_in_Deutschland/krebs_in_deutschland_inhalt.html
(2) Jácome AA et al., J Clin Oncol 2020; 38 (Suppl. Abstract e16631)
(3) Finn RS et al., J Clin Oncol 2020; 38 (Suppl. Abstract 4596)
(4) Cheng AL et al., Annals of Oncology 2019; 30 (Suppl. 9; Abstract LBA3)
(5) Vogel A et al., J Clin Oncol 2020; 38 (Suppl. Abstract 4585)
(6) Galle PR et al., J Clin Oncol 2020; 38 (Suppl. Abstract 476)


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