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Medizin

06. Juli 2017
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Eribulin eröffnet neue Perspektiven bei der Therapie des fortgeschrittenen Mammakarzinoms

Auf der 37. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Senologie in Berlin präsentierte Prof. Dr. Wolfgang Janni, Direktor der Frauenklinik des Universitätsklinikums Ulm, neue klinische Daten zur Wirksamkeit und zur Therapieerfolgskontrolle von Eribulin bei der Behandlung von Patientinnen mit metastasiertem Mammakarzinom. Im Rahmen einer Pressekonferenz gab Prof. Janni einen Überblick über die aktuellen Veränderungen der Therapielandschaft des Mammakarzinoms und stellte die Studien DETECT IV und V vor.
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DETECT – Wirksamkeit verstehen, Therapieerfolg überprüfen

"Die DETECT-Studien haben zum Ziel, die Rolle der Präsenz und des Phänotyps zirkulierender Tumorzellen (CTC) zu untersuchen und zu evaluieren, um daraus Informationen ableiten zu können, die für eine Therapieentscheidung beim metastasierten Brustkrebs relevant sein könnten", fasst Prof. Janni die Rationale dieser Studienreihe zusammen. Für die multizentrische open-label Phase-II-Studie DETECT IV werden Frauen mit HER2-negativen CTC rekrutiert. Im Behandlungsarm DETECT IVa erhalten postmenopausale Frauen mit Hormonrezeptor-positivem metastasiertem Mammakarzinom (mBC) Everolimus oder Ribociclib sowie eine endokrine Therapie nach Wahl des Arztes. Patienten mit Hormonrezeptor-positivem mBC und der Indikation für eine Chemotherapie sowie Patienten mit triple-negativem mBC bekommen im Rahmen von DETECT IVb eine Eribulin-Monotherapie. Untersucht wird die Effektivität der Therapien anhand der Abnahme der CTC im peripheren Blut der Patienten sowie anhand des PFS (1). DETECT V ist die erste prospektive randomisierte klinische Phase-III-Studie, in der die Wirksamkeit und Sicherheit einer dualen HER2-gezielten Therapie in Kombination mit entweder einer endokrinen Therapie oder einer Chemotherapie, zum Beispiel Eribulin, verglichen wird. Auch hierbei sollen CTC vor und während der Therapie analysiert werden (2).

Eribulin beim fortgeschrittenen oder metastasierten Brustkrebs

Eribulin ist in der Europäischen Union seit 2011 für die Behandlung von erwachsenen Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs zugelassen, die nach mindestens einer Chemotherapie eine Progression erlitten haben und bereits mit einem Anthrazyklin und einem Taxan entweder als adjuvante Therapie oder in der metastasierten Situation vorbehandelt worden sind (3). Als bislang einzige Monochemotherapie zeigte Eribulin für diese Patientengruppe einen Gesamtüberlebensvorteil, wie die Daten der beiden randomisierten Phase-III-Studien EMBRACE und Studie 301 belegen (4, 5). Zu Jahresbeginn ist Eribulin erneut mit hoher Evidenz und höchstem Empfehlungsgrad für den Einsatz in der palliativen Chemotherapie des HER2-negativen Hormonrezeptor-positiven metastasierten Mammakarzinoms nach Anthrazyklin- und Taxanvortherapie in die Leitlinien der Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie (AGO) aufgenommen worden.

Zirkulierende Tumorzellen als prognostische Marker

In der Studie ONSITE wurden neben dem Sicherheitsprofil von Eribulin auch die Kinetik von CTC und deren prognostische Bedeutung für das progressionsfreie und das Gesamtüberleben (PFS und OS) evaluiert (6). Hierzu wurde Patienten mit einem HER2-negativen, lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Mammakarzinom vor der Eribulinbehandlung sowie nach 2 Behandlungszyklen peripheres Blut als sogenannte Flüssigbiopsie (liquid biopsy) entnommen. Anhand definierter Marker konnten die CTC in der Flüssigbiopsie detektiert, isoliert und quantifiziert werden. Die Untersuchungen zeigten, dass sich während der beiden Therapiezyklen die Anzahl der CTC signifikant von im Durchschnitt 16,8 auf 5,3 Einheiten verringert hatte. Dabei korrelierte die CTC-Anzahl im 2. Behandlungszyklus signifikant mit dem OS. Kein Zusammenhang zeigte sich zwischen der Anzahl der CTC und dem PFS. (6)
 
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