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Medizin
28. Februar 2014

DKK 2014: Radium-223-dichlorid - innovativer Wirkmechanismus gegen Knochenmetastasen

Unter dem thematischen Dach "Mehr als Aspirin® - Bayer in der Onkologie" wurden im Rahmen des diesjährigen Deutschen Krebskongresses in Berlin Neuerungen in der Onkologie diskutiert. Das im November 2013 in der EU zugelassene Radium-223-dichlorid (Xofigo®) ist neben Regorafenib (Stivarga®) und Sorafenib (Nexavar®) eine von drei wichtigen onkologischen Therapieoptionen, die innerhalb kurzer Zeit von Bayer HealthCare zur Verfügung gestellt wurden. Professor Dr. med. Axel Heidenreich erläuterte unter dem Titel "Knochenmetastasen im Visier" die Bedeutung für betroffene Patienten und behandelnde Ärzte.

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Innovation durch fokussierte Wirkung

Radium-223-dichlorid ist das einzige Alpha-strahlende Radionuklid mit einem Gesamtüberlebensvorteil bei Erwachsenen mit kastrationsresistentem Prostatakarzinom und symptomatischen Knochenmetastasen ohne bekannte viszerale Metastasen (1).
Aufgrund seiner Calcium-ähnlichen Eigenschaften wird das Radionuklid in neu gebildetem Knochengewebe innerhalb von Knochenmetastasen und deren Randzonen eingebaut. Es emittiert dort Alpha-Strahlung - mit hohem linearem Energietransfer und kurzer Reichweite. Dabei führt die Alpha-Strahlung von Radium-223-dichlorid zu einer vergleichsweise geringen Strahlenexposition des Knochenmarks und des umliegenden gesunden Gewebes. Alpha-Strahlung führt zu Doppelstrangbrüchen in der Tumor-DNA, wodurch ein wirksamer zytotoxischer Effekt entsteht, der die Zerstörung benachbarter Tumorzellen verursacht (2). An Prostatakrebs erkrankte Patienten, bei denen Knochenmetastasen auftreten, sind in der Regel bereits vortherapiert bzw. werden aktuell mit verfügbaren Therapieoptionen behandelt. "Radium-223-dichlorid unterscheidet sich deutlich von bisherigen Radionukliden, insbesondere in Bezug auf das günstige Nebenwirkungsspektrum und den Vorteil im Gesamtüberleben", so Heidenreich.

Überlebensvorteil unabhängig von Docetaxel-Vortherapie

Die Studiendaten dokumentieren ein medianes Gesamtüberleben unter Radium-223-dichlorid plus bestmöglichem Therapiestandard (BSC) von 14,9 Monaten im Vergleich zu 11,3 Monaten unter Placebo und BSC (Vorteil von 3,6 Monaten, HR: 0,70, p<0,001). In der nach Docetaxel-Vortherapie stratifizierten Subgruppenanalyse zeigte sich für Patienten, die bereits eine Docetaxel-Therapie erhalten hatten, ein medianer Überlebensvorteil für Radium-223-dichlorid von 3,1 Monaten (Radium-223-dichlorid 14,4 Monate vs. 11,3 Monate unter Placebo, HR: 0,71). Ohne eine entsprechende Vortherapie lag der Überlebensvorteil von Radium-223-dichlorid bei 4,6 Monaten (Radium-223-dichlorid 16,1 Monate vs. 11,5 Monate unter Placebo, HR: 0,74) (3). Das mögliche Spektrum für den Einsatz des Alpha-strahlenden Radiopharmazeutikums ist damit weit gefasst. "Der Alpha-Strahler erweitert die therapeutische Vielfalt und erlaubt eine effektive Behandlung", erläuterte Heidenreich die mögliche Einreihung der Therapie des metastasierten CRPC.

Radium-223-dichlorid auch unter Bisphosphonaten wirksam

Die Studienergebnisse zeigen unter Radium-223-dichlorid mit und ohne gleichzeitige Bisphosphonat-Therapie einen Überlebensvorteil. Dieser entspricht unter bestehender Bisphosphonat-Gabe 3,8 Monaten (Radium-223-dichlorid 15,3 Monate vs. 11,5 Monate unter Placebo, HR: 0,70) und ohne simultanen Einsatz 3,5 Monaten (Radium-223-dichlorid 14,5 Monate vs. 11,0 Monate unter Placebo, HR: 0,74) (3). Die vorliegenden Studienergebnisse bieten die Chance des individuellen Einsatzes ohne zusätzliche Einschränkung, bezogen auf eine Vortherapie mit Docetaxel oder die Gabe von Bisphosphonaten, so das Fazit von Professor Heidenreich auf dem 31. Deutschen Krebskongress.

Literaturhinweise:
(1) Xofigo® (Radium-223-dichlorid) 1000 kBq/ml Injektionslösung, Fachinformation, Bayer Pharma AG.
(2) Bruland ØS. Clin Cancer Res. 2006; 12:6250-6257.
(3) Parker C et al. N Engl J Med. 2013; 369(3):213-223.

Quelle: Symposium "Mehr als Aspirin - Bayer in der Onkologie" anlässlich des 31. Deutschen Krebskongresses am 21.02.2014 in Berlin


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