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Medizin
24. März 2016

Chemotherapie beim metastasierten Mammakarzinom immer noch eine Option

Anthrazykline wie Doxorubicin sind effektive Zytostatika in der Therapie des Mammakarzinoms. Pegyliertes liposomales Doxorubicin zeichnet sich durch eine geringere Kardiotoxizität bei gleicher Wirksamkeit wie konventionelles Doxorubicin aus. Beim metastasierten Mammakarzinom ist die Chemotherapie nach wie vor einer der Standards der Behandlung, erklärte Prof. Dr. Nadia Harbeck, München, bei einem Symposium in Berlin. Sie ist indiziert bei negativem Hormonrezeptorstatus, rascher Krankheitsprogression, starken Beschwerden, lebensbedrohlicher Metastasierung, nach Ausschöpfen der endokrinen Sequenz und gemeinsam mit gezielten Therapien möglich.

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Für den triple-negativen Brustkrebs ist Chemotherapie Harbeck zufolge die einzige Option. Weil es viele wirksame Substanzen gebe, die sich hinsichtlich der Toxizität oder Applikation unterschieden, sollte die Therapieauswahl gemeinsam mit der Patientin erfolgen, so Harbeck. In der palliativen Situation ist bei günstigem therapeutischen Index eine Monotherapie zu bevorzugen, die bis zum Progress oder bis zum Auftreten inakzeptabler Nebenwirkungen fortgesetzt werden sollte. „Auf keinen Fall sollte es aber dazu kommen, dass die Patientin in ihrer Lebensqualität deutlich eingeschränkt wird“, konstatierte Harbeck.

Als wirksame und verträgliche, evidenzbasierte Therapieoption nannte Harbeck pegyliertes liposomales Doxorubicin (PLD, Caelyx®). PLD hat sich im Vergleich zu konventionellem Doxorubicin bei Patientinnen mit Mammakarzinom hinsichtlich des progressionsfreien und des Gesamtüberlebens sowie der Ansprechrate als vergleichbar effektiv erwiesen. Die kardiale Toxizität war jedoch signifikant geringer (HR 3,16; p<0,001) (1).

In der PELICAN-Studie erwies sich PLD in der Erstlinientherapie des metastasierten Mammakarzinoms als ebenso wirksam wie Capecitabin – auch nach bereits vorangegangener Anthrazyklintherapie (2). Diarrhoen Grad 3/4 waren mit 0% versus 12% ebenso wie thromboembolische Ereignisse Grad 3/4 mit 2% versus 10% signifikant seltener (p=0,0002 und p=0,033). Hinsichtlich des Hand-Fuß-Syndroms (36% versus 25%) und kardialer Ereignisse (9% versus 12%) zeigte sich kein signifikanter Unterschied. Die Inzidenz des schweren Hand-Fuß-Syndroms und von Mukositis lässt sich durch eine Reduktion der Dosis von 50 mg/m2 auf 40 mg/m2 – jeweils alle vier Wochen – reduzieren, wie Al-Batran und Mitarbeiter zeigen konnten (3). Gegenüber Vinorelbin oder Mitomycin/Vinblastin war PLD in der fortgeschrittenen Situation bei mit Anthrazyklin vorbehandelten Patientinnen hinsichtlich des PFS gleichwertig, ohne Vorbehandlung war PLD überlegen (5,8 Monate versus 2,1 Monate). Bei Anthrazyklinresistenz (Progression innerhalb von sechs Monaten) waren beide Optionen wiederum absolut gleichwertig (4).

Michael Koczorek, Bremen

Quelle: Symposium „Individuelle Therapieführung im Spannungsfeld bewährter und neuer Substanzen in der Gynäkoonkologie“, 32. Deutscher Krebskongress (DKK), Berlin, 26. Februar 2016, Veranstalter: Janssen

Literatur:

(1) O’Brien ME et al., Ann Oncol 2004; 15: 440-9
(2) Jager E et al., J Clin Oncol 2010; 28(15s)
(3) Al-Batran SE et al., Oncology 2006; 70: 141-146
(4) Keller AM et al., J Clin Oncol 2004; 22: 3893-3901


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