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Medizin

03. November 2015 Fortgeschrittene indolente Non-Hodgkin-Lymphome und Mantelzell-Lymphome: Bendamustin-basierte First-Line-Therapien bewähren sich in der klinischen Praxis

Ob sich die Ergebnisse klinischer Studien bezüglich der Effektivität und Sicherheit von Bendamustin-basierten First-Line Therapien bei Patienten mit fortgeschrittenen indolenten non-Hodgkin-Lymphomen (NHL) und Mantelzell-Lymphomen (MCL) auch in der alltäglichen Praxis-Routine widerspiegeln, analysierten Martin Becker und Kollegen in einer prospekitven nicht-interventionellen Studie.

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Dafür schlossen sie zwischen April 2010 und Oktober 2011 insgesamt 324 Patienten, die in 57 deutschen Zentren therapiert wurden, in ihre multizentrische Studie ein. Das mediane Alter betrug 68,6 Jahre. Die meisten Patienten litten unter follikulären Lymphomen (FL, 50%), gefolgt von Marginalzonen-Lymphomen (MZL 17%), Morbus Waldenström (Immunocytom, IC 15%) und Mantelzell-Lymphomen (MCL), 63% der Patienten hatten zumindest eine zusätzliche Erkrankung.

Mit 94% erhielten die meisten Patienten (n=289) eine Chemoimmuntherapie aus Bendamustin (mediane Dosis 177 mg/m2) und Rituximab, 11% davon (n=33) bekamen zusätzlich Dexamethason oder Prednison. Eine Bendamustin-Monotherapie erhielten 5% der Patienten (n=14, mediane Dosis 132 mg/m2), 4% bekamen andere Kombinationen. Bei 87% der Patienten (n=268) wurde Bendamustin an d1 und 2 in 4-wöchigen Intervallen über median 6 Zyklen verabreicht. Mindestens eine Bendamustin-Dosismodifikation wurde bei 26% (n=79) der Patienten durchgeführt. Von 281 Patienten konnten die Daten ausgewertet werden. Die Gesamtansprechrate betrug 86% (n=281) mit 43% (n=121) komplettem Ansprechen, 43% (n=120) partiellem Ansprechen, 6% (n=17) stabiler Erkrankung und 4% (n=10) fortschreitender Erkrankung. Bei 50% (n=161) der 323 Patienten, deren Sicherheitsdaten ausgewertet wurden, trat mindestens eine Nebenwirkung auf, bei 15% (n=47) 3. Grades, bei 2% (n=7,2) 4. Grades. 13% (n=43) der Grad-3/4 Nebenwirkungen betrafen Blut/Knochenmark, gefolgt von Infektionen (2%, n=5). 1% (n=3) betrafen die Konstitution, 1% (n=2) den Gastrointestinaltrakt.

Nach Einschätzung der Autoren ist die in dieser nicht-interventionellen Studie evaluierte Effektivität und Verträglichkeit von Bendamustin-basierten First-Line Therapien bei Patienten mit indolenten Lymphomen und Mantelzell-Lymphomen vergleichbar mit den Ergebnissen aktueller Studien. Die erhobenen Daten stimmen mit den relevanten Leitlinien überein und zeigen Bendamustin-basierte Therapien als validen und wertvollen Therapiestandard für Patienten mit indolenten Lymhomen und Mantelzell-Lymphomen in der klinischen Praxis.

Carina Jung, Bochum

Literatur:

Becker M, Tschechne B, Reeb M, Schwinger U, Bruch HR, Frank M, Straßl L. Bendamustine as first-line treatment in patients with advanced indolent non-Hodgkin lymphoma and mantle cell lymphoma in German routine clinical practice. Ann Hematol. 2015 Sep;94(9):1553-8. doi: 10.1007/s00277-015-2404-1.
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4525187/


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