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21. März 2018 Molekulare Diagnostik gewinnt an Bedeutung: Herausforderung für die Pathologie?

Bei Krebserkrankungen wurden Therapieentscheidungen bisher überwiegend auf der Grundlage klinischer Kriterien getroffen. Das ändert sich, denn zunehmend bestimmt die Molekularpathologie die Behandlungsstrategie. In einer Podiumsdiskussion anlässlich des Deutschen Krebskongresses wurde dem Pathologen Dr. Markus Tiemann stellvertretend für seine Zunft, die Funktion eines Lotsen für die Therapieentscheidung zugesprochen. Bedeutung und Verantwortung der Pathologen werde durch die neuen diagnostischen Möglichkeiten und deren Bedeutung für die Therapieentscheidung erheblich gestärkt.
Laut Prof. Untch, Frauenklinik Helios, Berlin Buch, ist das die Folge eines Paradigmenwechsels: es gelte nicht mehr „Eine Erkrankung, ein Mechanismus“, sondern „Ein Mechanismus, verschiedene Tumor-Erkrankungen“. Der Pathologe rücke näher an die Klinik heran und dafür müssen in Deutschland neue Strukturen der Kooperation geschaffen werden, eine Art molekulares Tumorboard.

Tiemann stimmte dem zu. „Der Pathologe im Tumorboard sollte wissen, was Befunde bedeuten und welche Therapiestrategien sich daraus ergeben können. Der Onkologe muss die Bedeutung der Befunde verstehen. Von besonderer Bedeutung sei die Mutationsanalyse der Tumorzell-DNA für die Therapiestrategie: Studien zu Krebserkrankungen mit vielen Mutationen haben gezeigt, dass Tumore mit hoher Mutationslast besonders gut mit Checkpoint-Inhibitoren (CI) behandelt werden können. So produziert z.B. das maligne Melanom besonders viele als fremd erkennbare Neoantigene und ist folglich stark immunogen und deshalb eine Indikation für CIs.

Der CI Nivolumab (Opdivo®) wird bereits bei malignem Melanomen, NSCLC, RCC, Non-Hodgkin-Lymphom, plattenepithelialen Kopf-Hals-Tumoren und Urothelkarzinom erfolgreich eingesetzt. Um die Wirksamkeit bei weiteren Tumorarten als Monotherapie oder in Kombination mit anderen Behandlungen zu untersuchen, hat Bristol-Myers Squibb ein umfangreiches Entwicklungsprogramm mit mehr als 50 Studien aufgesetzt, in die weltweit über 25.000 Patienten eingeschlossen wurden.

Dr. rer. nat. Maren Mundt

Quelle: Symposium „Podiumsdiskussion Onkologie 2025: Der Molekularpathologe als Lotse für die Therapieentscheidung? Wo geht die Reise hin?“, DKK, 22.02.2018; Veranstalter: Bristol-Myers Squibb


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