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Medizin

06. Februar 2019 Krebsforschung: Zimmermann-Preis für Sebastian Kobold

Der Johann-Georg-Zimmermann-Forschungspreis ist eine der höchsten Auszeichnungen für Verdienste in der Krebsforschung in Deutschland. Der Forschungsschwerpunkt des Preisträgers PD Dr. Sebastian Kobold ist die Tumorimmunologie und die Entwicklung von Immuntherapien zur Behandlung von Tumorerkrankungen. Ein wesentlicher Ansatz ist dabei der Einsatz gentechnisch veränderter T-Zellen und selbst entwickelter Rezeptoren, um Immunzellen effektiver gegen Tumorzellen einzusetzen. Mit der Johann-Georg-Zimmermann-Medaille 2018/2019 wird Prof. Dr. Christa Fonatsch ausgezeichnet, eine Pionierin der Tumorzytogenetik.
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Fachinformation
Der mit 10.000 Euro dotierte Johann-Georg-Zimmermann-Forschungspreis 2018/2019 – gerichtet an junge Krebsforscherinnen und Krebsforscher für ihre aktuelle wissenschaftliche Arbeit – geht an PD Dr. Sebastian Kobold, Oberarzt in der Abteilung für Klinische Pharmakologie am Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München. Sein Forschungsschwerpunkt ist die Tumorimmunologie und die Entwicklung von Immuntherapien zur Behandlung von Tumorerkrankungen. Ein wesentlicher Ansatz ist dabei der Einsatz gentechnisch veränderter T-Zellen und selbst entwickelter Rezeptoren, um Immunzellen effektiver gegen Tumorzellen einzusetzen.

„In diesem Jahr werden wieder herausragende Persönlichkeiten der Krebsforschung geehrt. Die Arbeitsgebiete beider Preisträger, Tumorgenetik und Immuntherapie von Tumoren, gehören zurzeit zu den aktuellsten Gebieten der Krebsforschung“, betonte Prof. Dr. Michael P. Manns, Präsident der MHH und Vorsitzender des Johann-Georg-Zimmermann Kuratoriums.

Tumorzellen überlisten, um den Krebs zu besiegen

Das Immunsystem vernichtet zuverlässig Substanzen, die den Körper schädigen können. Allerdings haben viele Tumorarten Strategien entwickelt, um ihre bösartige Identität zu verschleiern. Wo das Immunsystem normalerweise Antigene erkennt und vernichten kann, können Krebszellen diese z.B. als körpereigen erscheinen lassen – das Immunsystem kann sie nicht erkennen.

Kobold und seinem Team ist es gelungen, einen Ansatz zu entwickeln, der die Hemmung der Immunzellen durch Tumorzellen aufhebt, sodass sie ihre Aufgabe wieder erfüllen: Tumorzellen erkennen und gezielt abtöten. Dazu hat die Arbeitsgruppe um Kobold T-Zellen gentechnisch veränderte sowie selbst entwickelte Rezeptoren eingebaut, die es den T-Zellen ermöglichen, ein hemmendes in ein aktivierendes Signal umzukehren. Die Tumorzelle wird sozusagen überlistet.

„T-Zellen sind die stärksten Krebswaffen, die wir in unserem Immunsystem haben. Wir sind davon überzeugt, dass wir in Zukunft T-Zellen bei einer viel größeren Patientenzahl als bisher effektiv einsetzen können, wenn es uns gelingt, diese adäquat zu verändern. Daran werden wir weiter intensiv arbeiten", erklärt Kobold.

Nach seinem Studium der Humanmedizin in Homburg, Bordeaux und Zürich begann Kobold seine klinische Ausbildung am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Neben seiner klinischen Tätigkeit arbeitete er dort im Labor für Tumorimmunologie. Sein beruflicher Weg führte Kobold dann an das Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München, wo er seit 2011 die Arbeitsgruppe Immunpharmakologie leitet. Nach einem Jahr als Gastforscher am Dana Farber Cancer Institute in Boston, MA/USA, kam er zurück an die LMU. Sein wissenschaftlicher Schwerpunkt blieb auch in München die Tumorimmunologie, insbesondere zelluläre und Antikörpertherapien.

Johann-Georg-Zimmermann-Medaille

Mit der Johann-Georg-Zimmermann-Medaille 2018/2019 wird Prof. Dr. Christa Fonatsch ausgezeichnet, emeritierte Professorin und ehemalige Direktorin des Instituts für Humangenetik der Universität Wien. Fonatsch ist eine Pionierin der Tumorzytogenetik und hat in bahnbrechenden Arbeiten den Weg für die Aufklärung vieler Chromosomenanomalien bei Leukämien und soliden menschlichen Tumoren aufgezeigt.

Die Förderstiftung MHHplus verleiht die von der Deutschen Hypothekenbank gestifteten Preise am Montag, 11. Februar 2019, in der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH).

Quelle: Klinikum der Universität München


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