Donnerstag, 18. Juli 2019
Navigation öffnen
Anzeige:

Medizin

12. April 2018
Seite 2/2

Anzeige:
Fachinformation


Mit Hilfe der Förderung des Projekts durch die Wilhelm Sander-Stiftung konnte der Impfstoff verbessert und genauestens charakterisiert werden. Die präklinischen Ergebnisse deuten darauf hin, dass der Impfstoff vor fast 99% aller HPV-bedingten Fälle von Gebärmutterhalskrebs schützen kann. Darüber hinaus ist auch ein Schutz gegen andere HPV-Typen denkbar, die Hauterkrankungen sowie Krebs des Rachenraums und des Analbereichs verursachen.

Nachdem die nötigen Laboruntersuchungen dank der Unterstützung durch die Wilhelm Sander-Stiftung abgeschlossen werden konnten, wird das Projekt jetzt in die klinische Prüfungsphase eintreten. Martin Müller hat hierzu Fördermittel vom Bundesforschungsministerium und von der Helmholtz-Gemeinschaft erhalten. Zudem hat die Arbeitsgruppe bereits ein Patent auf den neuen Impfstoff angemeldet. Mit seinen vielen günstigen Eigenschaften soll dieser besonders in ärmeren Ländern dazu beitragen, die heute noch vollkommen unzureichenden HPV-Impfraten deutlich zu verbessern.

 
Entwurf des prophylaktischen Impfstoffantigens, das vor fast allen krebserregenden HPV sowie einer Reihe von sogenannten „low risk“-HPV schützt. ©DKFZ
Entwurf des prophylaktischen Impfstoffantigens, das vor fast allen krebserregenden HPV sowie einer Reihe von sogenannten „low risk“-HPV schützt. ©DKFZ

Kreuzneutralisationsepitope (Proteinschnipsel der Virushüllen) von 8 Risiko-HPV werden in ein Gerüst aus thermostabilem bakteriellem Thioredoxin eingesetzt. Durch Hinzufügen der OVX313 Domäne lagern sich jeweils sieben Txr-L2-Proteine zu Heptameren des Impfproteins zusammen. Hierdurch wird die Wirksamkeit des Impfstoffs deutlich gesteigert.

Quelle: Wilhelm Sander-Stiftung

Literatur:

Wichtige Publikationen aus diesem Forschungsprojekt:
- Pouyanfard, S., Spagnoli, G., Bulli, L. et al.
Minor capsid protein L2 polytope induces broad protection against oncogenic and mucosal human papillomaviruses.
J Virol. 2018 Jan 30; 92(4). pii: e01930-17. doi: 10.1128/JVI.01930-17. Print 2018 Feb 15.
- Spagnoli, G., Pouyanfard, S., Cavazzini, D. et al.
Broadly neutralizing antiviral responses induced by a single-molecule HPV vaccine based on thermostable thioredoxin-L2 multiepitope nanoparticles.
Sci Rep. 2017 Dec 21;7(1):18000. doi: 10.1038/s41598-017-18177-1.
- Spagnoli, G., Bolchi, A., Cavazzini, D. et al.
Secretory production of designed multipeptides displayed on a thermostable bacterial thioredoxin scaffold in Pichia pastoris.
Protein Expr Purif. 2017 Jan;129:150-157. doi: 10.1016/j.pep.2016.04.012. Epub 2016 Apr 29.
- Pouyanfard, S, Müller, M.
Human papillomavirus first and second generation vaccines-current status and future directions. Biol Chem. 2017 Jul 26;398(8):871-889. doi: 10.1515/hsz-2017-0105.

Nächste Seite

Das könnte Sie auch interessieren

Geballtes Wissen zu Krebs für alle

Geballtes Wissen zu Krebs für alle
© Krebsinformationsdienst, DKFZ; Bild: Pixabay 849820

Der offizielle Startschuss fiel am 30. März 1999. Die Internetseite des Krebsinformationsdienstes (KID), einer Abteilung des Deutschen Krebsforschungszentrums, ging online. Heute nutzen monatlich rund 600.000 Besucher die Seite. Gefragte Themen sind Hintergründe zur Erkennung und Behandlung von Krebs, neue Therapieverfahren, aber auch Tipps zum Umgang mit der Erkrankung im Alltag. Alle, die sich vor Krebs schützen möchten, finden ausführliche Informationen über...

Bis zu 40 Prozent mehr Leberkarzinome entdecken – dank Ultraschallverfahren mit kombinierten Bluttests

Bis zu 40 Prozent mehr Leberkarzinome entdecken – dank Ultraschallverfahren mit kombinierten Bluttests
© Sebastian Kaulitzki / fotolia.com

In Deutschland erkranken jährlich circa 9000 Menschen an Leberkrebs – und die Häufigkeit der Erkrankung nimmt deutlich zu. In den vergangenen 35 Jahren hat sich die Zahl der Neuerkrankungen verdoppelt. Ein gängiges Verfahren zur Diagnose dieser Erkrankung ist die Ultraschalluntersuchung: Mithilfe der modernen Sonografie lässt sich gutartiges Gewebe sehr exakt von bösartigem unterscheiden. Wenn die Ultraschalldiagnostik mit speziellen Bluttests kombiniert wird,...

Aktionswoche zur Aufklärung über Kopf-Hals-Krebs

Aktionswoche zur Aufklärung über Kopf-Hals-Krebs
© Merck Serono

Merck, ein führendes Wissenschafts- und Technologieunternehmen, hat heute bekannt gegeben, dass es sich auch in diesem Jahr an der Aktionswoche zu Kopf-Hals-Krebs beteiligt. Diese wird zum vierten Mal von der Europäischen Kopf-Hals-Gesellschaft (engl.: European Head and Neck Society, EHNS) initiiert und findet vom 19. bis 23. September 2016 statt. Im Rahmen der europaweiten Aktivitäten veranstalten mehrere deutsche Kliniken und Kopf-Hals-Zentren Patiententage und bieten...

Dem hellen Hautkrebs keine Chance

Mit Einführung des gesetzlichen Hautkrebs-Screenings Mitte 2008 sind die Zahlen der diagnostizierten Fälle sprunghaft angestiegen: Pro Jahr wird hierzulande bei inzwischen rund 18.000 Menschen schwarzer und bei mehr als 140.000 Menschen heller Hautkrebs neu festgestellt. Nach einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft ist die Erkrankung "Hautkrebs"zwar für mehr als die Hälfte der Befragten ein besorgniserregendes Thema, doch...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Gebärmutterhalskrebs: Ein völlig neues Impfkonzept"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ASCO 2019
  • Metastasiertes klarzelliges RCC: Frontline-Therapie mit Pembrolizumab + Axitinib verbessert Überleben gegenüber Sunitinib auch bei intermediärem/ungünstigem Risikoprofil und Tumoren mit sarkomatoiden Anteilen
  • Erhaltungstherapie mit Pembrolizumab nach einer Erstlinienchemotherapie verzögert Progress beim metastasierten Urothelkarzinom
  • Fortgeschrittenes Magenkarzinom und AEG: Pembrolizumab ist Standard-Chemotherapie nicht unterlegen bei besserer Verträglichkeit
  • Ermutigende Ergebnisse mit Pembrolizumab in der Zweitlinientherapie des fortgeschrittenen HCC
  • 5-Jahres-Daten der KEYNOTE-001 Studie bestätigen langanhaltenden Überlebensvorteil durch Pembrolizumab beim fortgeschrittenen NSCLC
  • Pembrolizumab + Chemotherapie firstline bei metastasiertem nicht-plattenepithelialen NSCLC: Medianes OS, PFS und PFS2 nahezu verdoppelt
  • Fortgeschrittenes Endometriumkarzinom: Kombination Pembrolizumab + Lenvatinib wird in Phase-III-Studie getestet
  • Metastasiertes Melanom: Immunbedingte Nebenwirkungen unter Pembrolizumab assoziiert mit längerem rezidivfreien Überleben
  • Pembrolizumab + Platin-basierte Chemotherapie oder Pembrolizumab als Monotherapie erfolgreich in der Erstlinie bei rezidivierenden/metastasierenden Kopf-Hals-Tumoren