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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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19. Oktober 2015

Unterschiede in der Versorgung von Krebspatienten im Stadt-Land-Vergleich geringer als erwartet

Dass Landbewohner automatisch schlechter gestellt sind als Städter, wenn es um die Behandlung von Krebserkrankungen geht, wurde nun von Wissenschaftler/-innen der Alice Salomon Hochschule Berlin und der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin widerlegt. Basierend auf den Daten von fast 15.000 Versicherten der AOK Nordost untersuchten die Wissenschaftler/-innen, ob es Unterschiede in der Versorgung von Krebspatienten in Abhängigkeit vom Wohnort (städtisch, halbstädtisch, ländlich) und zwischen den Bundesländern Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern gibt und wie genau diese Unterschiede aussehen. Im Zentrum der Studie stand die Frage, inwieweit die Hypothese von Versorgungsdefiziten auf dem Land für Krebspatienten zutrifft. Die Krankenkassendaten wurden in Hinblick auf die Zugänglichkeit und Dichte der onkologischen Versorgung, den Behandlungsablauf, die absolute und relative Überlebensrate sowie die Wirtschaftlichkeit der Versorgung analysiert.

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Das Forschungsprojekt, das über zwei Jahre lief, kam zu folgenden Ergebnissen:

1. Die Unterschiede der Krebsversorgung je nach Wohnort entsprechen nicht dem vorherrschenden Meinungsbild, wonach Landbewohner schlechter gestellt sind als Städter. Ungeachtet dessen, dass der Weg zur Versorgung für Krebspatienten auf dem Land beschwerlicher ist, haben Patienten auf dem Land einen ähnlichen Versorgungsverlauf wie in der Stadt, gemessen an der Häufigkeit und Frequenz von medizinischen Maßnahmen. Allerdings setzen diese Maßnahmen bei Städtern oft um Tage früher ein.

2. Die Behandlungskosten von Städtern sind höher als die von Landbewohnern, was jedoch durch unterschiedliche Vergütungsvereinbarungen je nach Bundesland begründet sein könnte. Hinzu kommt, dass Onkologieverträge fast ausschließlich in städtischen Gebieten zur Anwendung kommen, da nur dort die entsprechenden Vertragsärzte in hoher Zahl vorhanden sind.

3. Unterschiede finden sich bei der pflegerischen Versorgung: Berliner und Städter erhalten seltener Häusliche Krankenpflege im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung. Mecklenburger hingegen beziehen weniger Leistungen der Pflegeversicherung - hier fallen auch der hohe Anteil an Ablehnungen in diesem Bereich (fast doppelt so hoch wie in den anderen untersuchten Bundesländern) und der späte Leistungsbeginn der Pflegeversicherung auf.

4. Die gesundheitlichen Vorteile (Überlebenszeiten) für Städter sind geringer als erwartet, Aufwand und Nutzen scheinen sich nicht direkt proportional gegenüberzustehen. Hier ergibt sich jedoch ein weiterer Forschungsbedarf.

Das Projekt wurde vom Institut für angewandte Forschung Berlin (IFAF) gefördert, das der Berliner Wissenschaftssenat ins Leben gerufen hat, um Forschung mit einem Regionalfokus zu unterstützen. Beteiligte Wissenschaftler/-innen:
Prof. Dr. Jutta Räbiger, Prof. Dr. Stefan Dietsche, Prof. Dr. Jochen Breinlinger-O’Reilly (Projektleitung)
Dr. Ing. Sabine Kies, Maren Knade B.Sc., Janine Noack B.Sc., Sebastian Prechel-Randow B.Sc., Dipl.-Med. Susanne Woskanjan (wissenschaftliche und studentisch. Mitarbeiter/-innen)

Alice Salomon Hochschule Berlin
 
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