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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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20. April 2016

Therapieentscheidungen beim mCRC

„Behandlung des metastasierten Kolorektalkarzinoms (mCRC) heute – mehr als nur 08/15“: Unter diesem Motto lud Merck anlässlich des Deutschen Krebskongresses 2016 in Berlin zu einem Mittagssymposium ein. Eröffnet wurde die Veranstaltung mit einer Pro/Kontra-Debatte zur Bedeutung der Tumorschrumpfung bzw. der Krankheitsstabilisierung für die Therapieplanung und die Prognose.
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Prof. Dr. Volker Heinemann, München, vertrat die These, dass zwischen der frühen Tumorschrumpfung und dem Gesamtüberleben eine Korrelation besteht, die für die Therapieplanung relevant ist. Eine aktuelle Metaanalyse aus neun Studien konnte belegen, dass die frühe Tumorschrumpfung signifikant mit einem längeren Überleben assoziiert ist (p<0,00001) (1), so der Onkologe. Diese Beobachtung gelte auch für die FIRE-3-Studie*: „In der Studie überlebten Patienten mit RAS-Wildtyp-Tumoren, bei denen eine frühe Tumorschrumpfung beobachtet wurde, unter einer Therapie mit Cetuximab und FOLFIRI signifikant länger als Patienten ohne diese frühe Verkleinerung des Tumors“, sagte Heinemann (38,3 versus 20,5 Monate; p=0,0023) (2, 3). Steigern lasse sich die Rate der Patienten mit früher Tumorschrumpfung und tiefer Remission durch eine Intensivierung der Therapie (4). Nach Prof. Dr. Arndt Vogel, Hannover, sei zur Erreichung des  wichtigsten Zieles in der palliativen mCRC-Therapie – der Überlebensverlängerung – vor allem die Krankheitsstabilisierung von zentraler Bedeutung. Dementsprechend könne ein Überlebensvorteil auch durch die Therapiesequenz bedingt sein.

Patientenspezifische Faktoren für Therapiewahl entscheidend

Das Risiko, an einem kolorektalen Karzinom zu erkranken, nimmt mit steigendem Lebensalter zu. Entsprechend sind unter den Betroffenen viele ältere Menschen (5). „Die aktuelle Leitlinie der European Society for Medical Oncology (ESMO) empfiehlt, fitte ältere Patienten mit einem EGFR-Antikörper zu behandeln, unfitte dagegen mit Capecitabin in reduzierter Dosis plus VEGFR-Antikörper“, informierte Professor Dr. Carsten Bokemeyer, Hamburg-Eppendorf (6). Das kalendarische Alter des Patienten allein dürfe kein Kriterium für die Therapiewahl sein: „Vielmehr müssen patientenspezifische Faktoren wie Performance-Status, Komorbiditäten, Lebenserwartung und individuelle Patientenwünsche berücksichtigt werden“, so der Onkologe. Für den Einsatz der wirksamsten Therapieoption in der Erstlinie auch bei älteren Patienten spreche, dass in dieser Linie höhere Ansprechraten und das längere progressionsfreie Überleben erreicht werden können. Zudem komme es - gerade bei älteren Patienten – in den folgenden Therapielinien zu einem Patientenverlust von bis zu 50%. „Was in der Primärtherapie versäumt wurde, kann folglich nicht mehr nachgeholt werden“, so Bokemeyer. Der Allgemeinzustand der Patienten verschlechtere sich mit zunehmender Krankheitsdauer, was ein zusätzliches Argument für den Einsatz möglichst wirksamer Therapieoptionen gleich zum Behandlungsbeginn ist.

CRYSTAL: Wirkung ist altersunabhängig

Als fit identifizierte Patienten könnten ohne Weiteres eine Standardtherapie erhalten, so Bokemeyer. Eine kürzlich vorgestellte retrospektive Subgruppenanalyse der CRYSTAL-Studie nach dem Alter der Studienteilnehmer konnte zeigen, dass RAS-Wildtyp-Patienten ≥65 Jahre ebenso von der Zugabe von Cetuximab zu FOLFIRI profitierten wie Patienten <65 Jahre: Die Ansprechrate (66% versus 67%), das mediane Gesamtüberleben (28,8 versus 26,3 Monate) und das mediane progressionsfreie Überleben (11,4 versus 11,3 Monate) waren in den beiden Subgruppen vergleichbar (7).

Prädiktive Biomarker sind Voraussetzung für die Therapieplanung

Prädiktive Biomarker sind für die Effektivität und das individuelle Ansprechen der Therapie beim mCRC von großer Bedeutung. Mit ihrer Hilfe kann abgeschätzt werden, für welche Therapie der Patient am besten geeignet ist. Für den Einsatz von Cetuximab ist die Bestimmung von Mutationen in den Exons 2, 3 und 4 des KRAS-Gens sowie Mutationen in den Exons 2, 3 und 4 des NRAS-Gens erforderlich. Prof. Dr. Wolff Schmiegel, Bochum, informierte in seinem Vortrag über den Zusatznutzen der Liquid Biopsy für die Therapieplanung im klinischen Einsatz. „Mit der Liquid Biopsy kann zellfreie, im Blut zirkulierende Tumor-DNA analysiert werden. Sie ermöglicht die molekularbiologische Untersuchung in Fällen, in denen keine Gewebeproben vom Tumor oder von Metastasen entnommen werden können“, erläuterte Schmiegel. Die nicht-invasive, schnelle, zuverlässige und an großen Kohorten validierte Methode könne als Ergänzung zur gewebsbasierten Testung und zum Therapiemonitoring eingesetzt werden (8, 9).

* Subgruppenanalyse der FIRE-3: Investigator Sponsored Trial, finanziert durch Merck Serono GmbH; der primäre Endpunkt ORR in der ITT Population wurde nicht erreicht. Die preliminäre RAS wt Analyse der CALGB 80405 (55% der KRAS wt ITT) zeigte einen nicht signifikanten Trend zugunsten von Cetuximab + CT (HR=0,9; p=0,4; Lenz H. et al., Ann Oncol (2014) 25 (suppl 4):5010)
Merck
Literatur:
(1) Petrelli F et al., Eur J Cancer 2015; 51: 800-807
(2) Stintzing S et al. Oral presentation, ESMO (European Society for Medical Oncology)-Kongress 2014, 29. September 2014. Abstract LBA11
(3) Heinemann V et al. Lancet Oncol 2014; 15: 1065–1075
(4) Cremolini C et al., J Clin Oncol 2014; 32 (Suppl 3): Abstract 521
(5) http://globocan.iarc.fr. Letzter Zugriff: 10. März 2016
(6) http://www.esmo.org/Guidelines/Pocket-Guidelines-Mobile-App. Letzter Zugriff: 10. März 2016
(7) Van Cutsem et al., J Clin Oncol 2016; 34 (Suppl 3): Abstract 647
(8) Van Cutsem E et al., 2015 J Clin Oncol 33.692-700
(9) Jones et al ECC 2015
 
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