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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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27. Juli 2015

Sunitinib bei seltenen GI-Tumoren: Zeitpunkt und Dauer der Behandlung bestimmen Patientennutzen

Der Tyrosinkinase-Inhibitor Sunitinib (Sutent®) gilt als bedeutende Therapieoption in der Behandlung von gastrointestinalen Stromatumoren (GIST) und pankreatischen neuroendokrinen Tumoren (pNET). „Sunitinib ist bei GIST – nach Imatinib-Versagen – die Zweitlinientherapie der Wahl und weltweiter Goldstandard“, erklärte PD Dr. Peter Reichardt (Helios Klinikum Berlin-Buch) auf einer Pressekonferenz von Pfizer Oncology im Rahmen des World Congress on Gastrointestinal Cancer (WCGIC) in Barcelona. In einer Nachauswertung der bisher weltweit größten Treatment-Use-Studie zu GIST zeigte sich bei Patienten, die eine individuell angepasste Sunitinib-Dosierung erhielten, ein mehr als doppelt so langes medianes Gesamtüberleben wie bei der initialen Dosierung von 50 mg/Tag (4/2-Schema). Die Zeit bis zur Progression betrug 12,7 Monate (95% KI: 11,1-14,1) vs. 5,2 Monate (95% KI: 4,4-5,5). Ebenso günstige Ergebnisse ergaben sich bei der Fortsetzung der Therapie über den Progress hinaus: Das Gesamtüberleben lag hier bei 22,8 Monaten (95% KI: 20,4-24,7) im Gegensatz zu 13,2 Monaten (95% KI: 11,7-14,5) bei Patienten, die die Therapie bei Progressionseintritt abgebrochen hatten. Dass Patienten mit pNET unter Sunitinib in der Erstlinie und von einer kontinuierlichen Behandlung bis zum Progress profitieren, zeigte Dr. Paula Jiménez Fonseca (Hospital Universitario Central de Asturias). Das progressionsfreie Überleben (PFS) der Patienten verbesserte sich unter Sunitinib als Erstlinien-Therapie auf 16 Monate (95% KI: 11,5-22,7).

Die Anfang 2015 publizierten Daten der weltweit größten internationalen Treatment-use-Studie zu GIST (1) liefern wichtige Hinweise für den optimalen Einsatz von Sunitinib und standen im Fokus des Pressegesprächs von Pfizer Oncology im Rahmen des World Congress on Gastrointestinal Cancer (WCGIC) in Barcelona. „Die Verbesserung des Überlebens durch eine patientenangepasste Dosierung von Sunitinib ist bisher so eindrucksvoll für keine vergleichbare Therapie gezeigt worden“, berichtet PD Dr. Reichardt. „Und je länger der Patient die Therapie nehmen kann, desto länger lebt er progressionsfrei und desto länger lebt er insgesamt.“ In der Studie erhielten 1.124 Patienten Sunitinib im initialen Dosierungsschema (4 Wochen Behandlung, 2 Wochen Pause) von 50 mg/Tag, wobei ein Amendement es erlaubte, die Therapie patientenindividuell anzupassen und vom initialen Dosierungsschema abzuweichen. Die mediane Behandlungsdauer betrug 7 Monate, 32% der Patienten blieben länger als ein Jahr in Behandlung. Die Zeit bis zur Tumorprogression betrug im Mittel 8,3 Monate (95% KI: 8,0-9,4), das mediane Gesamtüberleben 16,6 Monate (95% KI: 14,9-18,0). Teilnehmer, die eine patientenindividualisierte Therapie erhielten, profitierten sowohl von einer besseren Verträglichkeit als auch von einem deutlich verlängerten PFS (12,7 Monate (95% KI: 11,1-14,1) vs. 5,2 Monate (95% KI: 4,4-5,5)). Auch ein verlängertes Gesamtüberleben von 23,5 Monaten (95% KI: 21,8-27,0) vs. 11,1 Monaten (95% KI: 9,9-12,5) war zu verzeichnen. „Beachtlich ist außerdem, was mit einer Therapie über den Progress hinaus erreicht werden kann“, so PD Dr. Reichardt weiter. Wichtig ist, dass bei der Beurteilung zur Weiterführung der Therapie der gesamte Kontext, und nicht ausschließlich der radiologische Befund des Patienten, betrachtet wird. Ein radiologischer Progress – also ein Wachstum des Tumors – bedeutet nicht automatisch, dass ein klinischer Progress vorliegt. Das Gesamtüberleben verlängert sich bei der Weiterbehandlung bei Progression von 13,2 Monaten (95% KI: 11,7-14,5) auf 22,8 Monate (95% KI: 20,4-24,7). „Das heißt“, fasst der Onkologe zusammen, „der Patient gewinnt zusätzlich ein Jahr mediane Lebenszeit, ohne dass die Fortsetzung der Therapie zusätzliche Toxizitäten mit sich bringt.“ Ein Therapieabbruch ohne Fortführung einer TKI-Therapie dagegen führe – laut PD Dr. Reichardt – nahezu obligat zum Progress oder Rezidiv, und damit zum Übergang in die nächste Therapielinie.

Sunitinib ist derzeit bei GIST die einzig zugelassene und in den aktuellen Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO) empfohlene Therapieoption nach Imatinib-Resistenz oder -Unverträglichkeit (2,3). Die Sicherheit und Wirksamkeit von Sunitinib wurde in der Phase-III-Zulassungsstudie nachgewiesen. Die Patienten erreichten hier eine vierfach verlängerte Zeit bis zur Tumorprogression von 27,3 Wochen im Gegensatz zu 6,4 Wochen in der mit Placebo behandelten Kontrollgruppe. (HR=0,339, p<0,0001) (4).


Sunitinib bei pNET: Vorteile in der Erstlinien-Therapie und Erhalt der Lebensqualität

Die Leitlinien der European Society of Medical Oncology (ESMO) empfehlen Sunitinib für die Behandlung nicht resezierbarer oder metastasierter, gut differenzierter pNET mit dem höchsten Evidenz- und Empfehlungsgrad (5). In einer aktuellen Studie unter klinischen Alltagsbedingungen (6) untersuchte die Arbeitsgruppe um die Onkologin Dr. Jiménez Fonseca, ob prädiktive Faktoren wie der ECOG (Eastern Cooperative Oncology Group)-Performance-Status, des Proliferationsindex Ki-67 (Ki = Kiel), hepatische Tumorlast oder die Therapielinie einen Einfluss auf das PFS haben. Von den 22 in die Studie eingeschlossenen Patienten hatten die meisten ein Ki67 von 1-2% (36%) bzw. 3-5% (31%) und waren primär unbehandelt (69%). Alle Patienten wurden bis zur Progression mit Sunitinib behandelt. „Als einzig signifikanter prädiktiver Faktor konnte die Therapielinie identifiziert werden“, erläutert Dr. Jiménez Fonseca die Ergebnisse. „Patienten, die Sunitinib als Erstlinien-Therapie erhielten, hatten ein deutlich besseres PFS als Patienten, die eine andere Behandlung erhielten.“ Das PFS lag hier bei 16 Monaten (95% KI: 11,5-22,7) vs. 14 Monaten (95% KI: 9,1-17,8). Der Einfluss der Therapielinie auf das PFS war unabhängig von den anderen Faktoren.

Die Ergebnisse der aktuellen Studien zu Sunitinib zeigen, dass die Entscheidung über die Therapielinie, patientenangepasste Dosierungen und die Behandlung über den Progress hinaus eine wichtige Rolle in der Therapie von seltenen Tumoren spielen und den Patientennutzen maximieren können. „Im Verlauf der letzten Jahre hat man viel Erfahrung mit Sunitinib gesammelt und weiß genau, wie man das Maximum aus der Therapie herausholen kann“, sagte PD Dr. Reichardt abschließend.

Pfizer
Literatur:

(1) Reichardt P et al., Clinical outcomes of patients with advanced gastrointestinal stromal tumores: Safety and efficacy in a worldwide treatment-use trial of sunitinib. Cancer 2015; 121(9):1405-13.
(2) DGHO Leitlinien. Empfehlungen der Fachgesellschaft zur Diagnostik und Therapie hämatologischer und onkologischer Erkrankungen, 2011. Gastrointestinale Stromatumoren (GIST).
(3) Sutent® Fachinformation, Stand: Februar 2015.
(4) Demetri GD et al. Efficacy and safety of sunitinib in patients with advanced gastrointestinal stromal tumour after failure of imatinib: a randomised controlled trial. Lancet. 2006; 368: 1329–38.
(5) Öberg K et al., Ann Oncol 2012, 23 (Suppl7):vii 124-vii 130.
(6) Jiménez-Fonseca P et al., Predictive factors for progression free survival (PFS) in patients with advanced pancreatic neuroendocrine tumors (pNET) treated with Sunitinib, Poster ENETS 2014.

 
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