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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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02. Mai 2013

Studie: Bessere Prognose in der palliativen Therapie von Darmkrebs durch spezialisierte Zentren

Die Nutzung interdisziplinärer Schnittstellen und ein multimodales Therapiekonzept steigern die Heilungschancen: Zu diesem Schluss kommt eine Beobachtungsstudie aus dem nordbayerischen Raum, die Evidenzen bei der interdisziplinären Versorgung und deren Erfolg in der palliativen Therapie beim kolorektalen Karzinom liefert. 13 ambulante wie stationäre Behandlungszentren, darunter auch die gastroenterologische Onkologie des Universitätsklinikums Erlangen, beteiligten sich von 2004 bis 2011 an der Studie zur "Integrierten Versorgung mit Qualitätssicherung bei der palliativen Therapie des metastasierten kolorektalen Karzinoms" (IVOPAK). Insgesamt wurden 103 Patienten mit kolorektalem Karzinom (CRC) in den Versorgungs- und Behandlungszentren nach Maßgabe des jeweiligen Arztes therapiert.

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Alle Patienten waren palliativ mit zunächst nicht resektablen Fernmetastasen in Leber, Lunge oder anderen Organen. Der Versuch, den palliativen CRC-Patienten eine kurative Option in Aussicht zu stellen, war dabei zentral. Spezifische Therapie-Leitlinien wurden im Kontext der Studie bewusst nicht festgelegt. Qualität und Erfolg der Behandlung differierten von Zentrum zu Zentrum, dennoch konnte gerade am Universitätsklinikum Erlangen einigen Patienten eine Kuration in Aussicht gestellt werden. "Die Konversion einer palliativen Situation in eine kurative Option zählt zu den großen Herausforderungen und Erfolgen der Medizin. Die Studie hat gezeigt, dass wir in der palliativen medikamentösen Behandlung von Darmkrebs langfristig eine nachhaltige Systematik brauchen", erläutert Prof. Dr. med. Axel Wein, Oberarzt an der Medizinischen Klinik 1 des Universitätsklinikums Erlangen und Initiator des Projekts. Der Firstline-Einsatz von sogenannten Biologicals und die Betreuung durch ein interdisziplinäres Tumorboard können diesen Prozess begünstigen.

Interdisziplinarität optimiert Therapie

IVOPAK zeigt: Ein interdisziplinäres Behandlungskonzept verbessert die Prognose und begünstigt die Heilung von Betroffenen. Primär nicht resektable Fernmetastasen in einem oder mehreren Organen erschweren die palliative Therapie von CRC entscheidend. Patienten mit Fernmetastasen in nur einem weiteren Organ, der Leber beispielsweise, haben bessere Aussichten auf eine spätere sekundäre Resektion. Eine moderne medikamentöse Therapie, die sogenannte Chemotherapie mit monoklonalen Antikörpern ("Biologicals"), verkleinert Fernmetastasen im besten Fall und macht damit ihre chirurgische Entfernung möglich. Absolute Voraussetzung dafür, so verdeutlicht es die Studie, ist aber die Evaluation und Vorstellung des Tumors während der Therapie in einem interdisziplinären Tumorboard. Dieses setzt sich aus erfahrenen Spezialisten, unter anderem aus Onkologie, Chirurgie, Radiologie und Pathologie, zusammen. Hier werden weitere Behandlungsschritte festgelegt. Unter Anwendung der sogenannten Continuous Check Strategy werden entsprechende CT-Aufnahmen während der Chemotherapie alle zwei Monate vorgestellt und überprüft. Gelingt die Verringerung von Zahl und Größe der Fernmetastasen, kann sekundär reseziert werden. Von diesem Verfahren profitierten auch zwei Probanden der Studie. Herr B. (71 Jahre) und Herr K. (49 Jahre) zählen zu den schlussendlich geheilten Patienten. Beide wurden von Prof. Dr. Wein und dem Team im Uniklinikum Erlangen behandelt; bei beiden wurde zunächst ein einengender bis hochgradig einengender und blutiger Tumor im Darm per Darmspiegelung diagnostiziert und chirurgisch entfernt. Beide hatten zudem zunächst nicht entfernbare Fernmetastasen in der Leber. Bei Herrn B. konnten die Leber-Absiedelungen mittels Chemotherapie erfolgreich verkleinert werden. Nach mehreren Vorstellungen im Tumorboard gab es schließlich grünes Licht zur Entfernung der Lebermetastasen. Seit März 2008 ist Herr B. tumorfrei und voll belastbar. Auch Herr K. steht seit seiner Leberoperation im Oktober 2008 wieder mit beiden Beinen im Leben und ist voll erwerbsfähig. Auch er konnte schließlich dank einer regelmäßigen  fachübergreifenden Beobachtung und kontinuierlichen Behandlung durch ein Experten-Kollektiv geheilt werden.

Das Universitätsklinikum Erlangen bietet eine hohe Expertise im Bereich der Metastasenchirurgie und der interdisziplinären Zusammenarbeit mit den internistischen Onkologen. Ärzte aus dem niedergelassenen Bereich können ihre Patienten täglich im Erlanger Tumorboard anmelden. Betroffene können aber auch selbst aktiv werden und sich mit ihren CT-Bildern in der gastroenterologisch- onkologischen Sprechstunde an einen Experten der Medizinischen Klinik 1 wenden.

Optimale Behandlungswege frühzeitig festlegen

Eine Garantie für Heilung gibt es nicht. Auch CRC-Patienten, bei denen eine sekundäre Resektion der Fernmetastasen erfolgreich durchgeführt wurde, können Rezidive ausbilden, haben aber auch dann eine bessere Prognose. Erfolgversprechende Behandlungsmethoden müssen daher möglichst früh besprochen und strategisch eingeleitet werden. "Was man in der Therapie anfangs versäumt, kann später nicht mehr aufgeholt werden", verdeutlicht Prof. Dr. Wein. Neben dem erwiesenen Nutzen einer interdisziplinären Schnittstelle wie dem Tumorboard, zeigt IVOPAK noch einen weiteren wichtigen palliativen Therapiebaustein: Der frühzeitige Einsatz sogenannter Biologicals könnte sich positiv auf die Verkleinerung der Metastasen vor der sekundären Metastasenresektion auswirken.

• Zur Einholung einer Zweitmeinung kann ein Termin in der gastroenterologisch-onkologischen Sprechstunde der Medizinischen Klinik 1 vereinbart werden: Tel. 09131 / 85 - 35285
• Patienten mit Darmkrebs können schriftlich mit ihren CT-Bildern am Universitätsklinikum Erlangen durch ihren Arzt vorgestellt werden. Die Zusendung der Befunde sollte an folgende Anschrift gerichtet werden:
Dr. med. H. Golcher
Interdisziplinäres Tumorboard
Chirurgische Klinik am Universitätsklinikum Erlangen
Krankenhausstr. 12
91054 Erlangen

Quelle: Erlangen
 
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