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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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18. Februar 2016

Schmerzmittel Celecoxib zeigt Antikrebs-Wirkung

Mitarbeiter der Universität Rostock haben jüngst herausgefunden, dass das Schmerzmittel Celecoxib auch Antikrebs-Effekte aufweist. Das Medikament führt zur erhöhten Bildung eines bestimmten Oberflächenproteins auf Lungentumorzellen, an welches sich im Zellkulturversuch verstärkt Killerzellen binden. Diese Wirkung konnte nur in Gegenwart von Celecoxib, nicht aber in Gegenwart anderer strukturähnlicher Schmerzmittel registriert werden.

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Die Medizindoktorandin Melina Schellhorn und die Biologin Dr. Maria Haustein aus der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Burkhard Hinz vom Institut für Toxikologie und Pharmakologie der Universitätsmedizin Rostock haben diesen neuen Antikrebs-Mechanismus des Schmerzmittels Celecoxib entdeckt und die Ergebnisse in einer aktuellen Publikation des US-Journals Oncotarget publiziert (1).

Celecoxib wird in Deutschland zur Behandlung von Schmerzen und Entzündungen bei degenerativen und entzündlichen Gelenkerkrankungen eingesetzt. In einer Reihe von präklinischen Arbeiten der letzten Jahre konnte gezeigt werden, dass Celecoxib im Laborversuch auch direkte Antikrebs-Effekte aufweist. Wie das Rostocker Forscherteam nun belegen konnte, führt Celecoxib zur erhöhten Bildung eines bestimmten Oberflächenproteins auf Lungentumorzellen. An dieses Protein binden sich im Zellkulturversuch verstärkt sogenannte Killerzellen – spezialisierte Zellen des Immunsystems, die zu einer Zerstörung von Tumorzellen führen. Diese Wirkung konnte nur bei Celecoxib, nicht aber bei anderen strukturähnlichen Schmerzmitteln beobachtet werden.

Unterstützt wurden die Pharmakologen bei ihren Untersuchungen durch Dr. Markus Frank vom Elektronenmikroskopischen Zentrum der Universitätsmedizin Rostock, der die Interaktion zwischen Tumor- und Killerzellen mittels Elektronenmikroskopie dokumentierte. „Wir sind immer wieder überrascht, welche Zusatzeffekte etablierte Arzneimittel hervorrufen und werden die Wirkweise des Schmerzmittels weiterverfolgen“, so Prof. Hinz. „Zum Erreichen der Antikrebs-Wirkung waren allerdings vergleichsweise hohe Konzentrationen des Schmerzmittels im Laborversuch notwendig.“ Erkenntnisse zur klinischen Relevanz dieser Ergebnisse stünden noch aus.

Universität Rostock
Literatur:

(1) Schellhorn M, Haustein M, Frank M et al. Celecoxib increases lung cancer cell lysis by lymphokine-activated killer cells via upregulation of ICAM-1. Oncotarget. 2015;6:39342-56.

 
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