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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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19. August 2014

Rückfälle bei Leukämie vermeiden und Resistenzen besser behandeln - Deutsche José-Carreras Leukämiestiftung fördert Forschungsprojekt am Universitätsklinikum Halle (Saale) mit 250.000 Euro.

Akute Leukämien können heute bei vielen Patienten gut behandelt werden. Leider kommt es bei einem Teil der Patienten trotzdem zu einem Rückfall der Erkrankung.

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Diese Rückfälle sind schwierig zu behandeln und erfordern dann oft eine Stammzelltransplantation, weil die Leukämiezellen gegen normale Therapien resistent geworden sind. Die Erforschung, wie solche Rückfälle entstehen und welche Resistenzmechanismen eine Rolle spielen, sind von großer Bedeutung. Die Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Carsten Müller-Tidow (Direktor der Universitätsklinik und Poliklinik für Innere Medizin IV) erhält von der Deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung e.V. eine Forschungsförderung in Höhe von 250.000 Euro, um Resistenzmechanismen bei der Akuten Myeloischen Leukämie zu untersuchen. "Projekte wie dieses unter Leitung von Prof. Müller-Tidow können  grundlegende neue Erkenntnisse  zum Verständnis der Mechanismen der Erkrankung liefern. Sie sind darum Schwerpunkt des Förderprogrammes der José Carreras Leukämie-Stiftung, um langfristig erfolgsversprechende und zuverlässige neue Therapieansätze zu entwickeln, um die Überlebens- und Heilungschancen der betroffenen Patienten weiter erhöhen zu können", so Dr. Gabriele Kröner, Geschäftsführender Vorstand der José Carreras Leukämie-Stiftung.

"Unser Ziel ist die Entwicklung neuer Therapiestrategien, damit Resistenzen überwunden werden können - oder gar nicht erst auftreten", erklärt Prof. Müller-Tidow. Die Akute Myeloische Leukämie ist die häufigste Akute Leukämie bei Erwachsenen und kann in jedem Lebensalter auftreten. Die Forschergruppe um Prof. Carsten Müller-Tidow und Dr. Stefanie Göllner hat einen neuen Mechanismus identifiziert, der Leukämiezellen gegenüber Chemotherapie resistent werden lässt. Dieser Mechanismus beruht auf Anpassungsveränderungen der Tumorzellen durch die Therapie und wird ohne genetische Änderungen fixiert und an die Tochterzellen weitergegeben. Dieser epigenetische Mechanismus führt zu Resistenzen gegen eine Vielzahl von Therapien. Allerdings ist das auch ein geeigneter Ansatzpunkt, die Resistenz zu überwinden. Dr. Stefanie Göllner: "Wir haben bereits mehrere Substanzen gefunden, mit denen wir die Resistenz überwinden können. Dadurch wird die Therapie gegen die Leukämiezellen wieder wirksam."

In dem geförderten Projekt geht es in den nächsten drei Jahren nun darum, den Mechanismus besser zu verstehen und geeignete Therapieansätze zu entwickeln, um die Resistenzen zu überwinden. Prof. Müller-Tidow: "Wir hoffen, dass wir mit dieser Forschung neue Ansätze entwickeln können, um Leukämietherapien noch wirksamer zu machen." Das nächste Ziel der Forscher ist es, eine klinische Studie durchzuführen, um die bessere Wirksamkeit der Leukämietherapie bei Patienten zu überprüfen und diese Erkenntnis dann für Patienten nutzbar zu machen. Die Forschungsarbeiten finden im Landeszentrum für Zell- und Gentherapie am Universitätsklinikum Halle (Saale) statt. Hier sind Grundlagenforschung und Patientenbehandlung eng verzahnt, so dass für jeden Patienten die individuell beste Therapie ausgewählt werden kann. Prof. Müller-Tidow beschäftigt sich seit vielen Jahren in seiner wissenschaftlichen Arbeit mit akuten Leukämien und anderen Krebserkrankungen. Er erforscht dabei unter anderem die epigenetische Genregulation. Er ist für seine Arbeiten mehrfach ausgezeichnet worden. So entdeckte der Hämatologe und Onkologe bereits mehrere Leukämie-verursachende Gene und neue Therapieansätze.

Quelle: Deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung e.V.
 
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