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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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06. April 2016

NSCLC: Entscheidende Fortschritte in der Therapie des Bronchialkarzinoms

Bevacizumab ist ein Medikament, das in der Behandlung des NSCLC mittlerweile fest etabliert ist, konstatierte Prof. Dr. med. Wolfgang Schütte, Halle/Saale, während eines Pressegesprächs auf dem aktuellen Pneumologenkongress in Leipzig. Zusammen mit jeder Platindublette verlängert es das Gesamtüberleben in der Erstlinie und kann ebenfalls in der Erhaltungstherapie allein als gut verträgliche Behandlung fortgeführt werden. Beim Erlotinib ist der genaue Mutationsstatus zu beachten.

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„Um die Jahrtausendwende war mit einer alleinigen Chemotherapie bezüglich des Gesamtüberlebens ein Plateau erreicht“, erinnert Schütte. Hier konnte durch die Zugabe von Bevacizumab zur Kombination von Carboplatin und Paclitaxel gegen die Chemokombi allein beim Adenokarzinom ein OS-Vorteil von 3,9 Monaten beim medianen Überleben erreicht werden. Statt der damals maximal möglichen 10,3 Monate unter Zytostatika beim medianen OS erreicht man heute mit dem Angiogenesehemmer Bevacizumab zwischen 14 und 16 Monate, „was ein ganz klarer Fortschritt aus meiner Sicht ist.“ Dies schlägt sich nieder in den aktualisierten ESMO-Guidelines, in denen Bevacizumab zweimal den höchsten Empfehlungsgrad erhielt (1).

Bei Älteren: Triple- besser als Zweifach-Therapie

Bevacizumab ist auch Therapiestandard bei Patienten älter als 65 Jahre; zwei Drittel aller Neuerkrankungen von Brochialkarzinomen liegen in dieser Altersgruppe. In der von Schütte selbst geleiteten 65plus-Studie untersuchte man das Double Bevacizumab und Pemetrexed gegen Dreifachtherapie mit zusätzlich Carboplatin (2). Fragestellung war: reichen diese beiden Substanzen aus, und kann man auf Carboplatin aufgrund seiner hohen Toxizität verzichten? Aber man erreicht mit der Dreifachgabe ein besseres Outcome: Das mediane OS betrug 15,2 versus 11,6 Monate bei der Zweifachgabe. „Wenn die älteren Patienten sich in einem guten Allgemeinzustand befinden, sollte also das Dreifach-Regime bevorzugt werden.“

Außerdem zu beachten: Bevacizumab ist als Monotherapie auch in der Erhaltung zugelassen. Schütte: „Durch diese Zulassung kann die Therapie ohne Wirkstoffwechsel fortgesetzt und Bevacizumab breit eingesetzt werden – auch bei älteren Patienten, bei Patienten mit vorbehandelten oder unvorbehandelten ZNS-Metastasen sowie bei zentraler Tumorlage.“

Erlotinib – Mutationsstatus genau identifizieren

Beim Einsatz von Erlotinib, also bei der Behandlung des EGFR-mutierten NSCLC, müssen die verschiedenen Mutationen sowie der Performance-Status berücksichtigt werden, so Schütte. Für Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasierendem NSCLC mit ECOG 2 (mit Del19- sowie L858R-Mutation) liegen Daten vor, die eine Therapie mit Erlotinib unterstützen. Auch für Patienten mit ECOG 0-1 und L858R-Mutation ist Erlotinib aufgrund des Gesamtprofils aus Wirksamkeit und Verträglichkeit eine Option. Basierend auf Daten der klinischen Studien sowie Metaanalysen zeigt der Tyrosinkinase-Inhibitor eine sehr gute Balance zwischen Wirksamkeit und Verträglichkeit (3).

Reimund Freye
Pressegespräch: Den Patienten im Blick – Innovation und Langzeiterfahrung bei lebensbedrohlichen Lungenerkrankungen, im Rahmen des 57. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie, Leipzig, 4. März 2016; Veranstalter: Roche
Literatur:

(1) Reck M et al., Ann Oncol 2014;25(Suppl3):iii27-iii39 doi:10.1093/annonc/mdu199.Epub2014Aug11
(2) Schütte WH et al., J Clin Oncol 2013;31(suppl;Abstract 8013)
(3) Shepherd, NEJM, 2005; Zhou, Ann Oncol, 2015; Rosell, Lancet Oncol, 2012; Haaland, JTO, 2014

 
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