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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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20. Januar 2014

Manual "Maligne Ovarialtumoren" in 10. Auflage erschienen

Auf Basis der aktuellen S3-Leitlinie der deutschen Krebshilfe liegt die 10. Auflage des klinischen Leitfadens "Maligne Overialtumoren. Empfehlungen zur Diagnostik, Therapie und Nachsorge" vor, die Herausgeberin Prof. Barbara Schmalfeldt gemeinsam mit den einzelnen Projektgruppen nun im Klinikum rechts der Isar vorstellte. Die dazugehörige App* wird in Kürze freigeschaltet.

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Die kürzlich veröffentlichten EUROCARE-5-Daten zeigen für das Ovarialkarzinom eine relative Überlebensrate von 37,6% in Europa, in Deutschland liegt diese bei 40,5%. In der Region des Tumorregisters München, so Dipl.-Geogr. Miriam Rottmann, Großhadern, beträgt die Überlebensrate sogar 43,5%. Allgemein lässt sich aus einer multivariaten Analyse feststellen, so Rottmann, dass mehr FIGO-1-Fälle und weniger FIGO-4-Fälle diagnostiziert werden. Außerdem hat die Chemotherapie mit Cisplatin, Carboplatin und Taxan das Sterberisiko signifikant verringert. Einen wichtigen protektiven Effekt hat die tumorfreie Operation.

 

10. Auflage 2014, W. Zuckschwerdt Verlag München
Herausgeber: Tumorzentrum München, TZMuenchen@med.uni-muenchen.de

*App: http://www.zuckschwerdtverlag.de/fachbuecher/tzm-app.html

 


Erbliche Ovarialkarzinome: BRCA1/2-positive Karzinome oft primäre Tubenkarzinome

"5% der Ovarialkarzinome, also etwa 400-450 Fälle pro Jahr, sind hereditär", sagte Prof. Marion Kiechle. Diesen Fällen liegt immer ein angeborener Defekt im DNA-Reparatursystem zugrunde (BRCA1/2/3, Mismatch Repair Genes, p53-Keimbahnmutation). Hier gibt es bislang kein Früherkennungsprogramm, doch bei entsprechender Familienanamnese wird ein Gensequenzing durchgeführt. Die Ergebnisse liegen nach 1 Woche vor und der Test ist weitaus weniger kostspielig als früher. "Die beidseitige Adnektomie reduziert das Ovarialkarzinom-Risiko um 75-96% und senkt auch gleichzeitig das Risiko für Brustkrebs um 50% bei diesen Frauen", sagte Kiechle. Ein wichtiger Aspekt für die präventive Operation ist, dass bei den BRCA1/2-Mutationen in der Hälfte der Fälle primäre Tubenkarzinome vorliegen, daher seien die Tuben mit zu entfernen, betonte sie. "Oft wird im prophylaktischen Adnektomie-Präparat ein okkultes Karzinom diagnostiziert." Die Therapie hereditärer Ovarialkarzinome wird in Analogie zu den sporadischen Karzinomen durchgeführt. Mit dem PARP-Inhibitor Olaparib habe man eine Substanz gefunden, die Zellen ausschaltet, deren Reparaturmechanimus gestört ist, was genau das ursächliche Problem dieser hereditären Krebsfälle anbetreffe, betonte Kiechle. BRCA1-positive Karzinome scheinen besonders platinsensibel zu sein, hier komme es wesentlich später zum Progress als bei sporadischen Ovarialkarzinomen. Die Einnahme der Pille sei keine adäquate präventive Maßnahme für BRCA1/2-positive Frauen, da zwar das Ovarialkazinom-Risiko gesenkt, gleichzeitig das Mammakarzinom-Risiko aber leicht erhöht werde. "Die Datenlage ist nicht ausreichend, um die Pille für diese Patientinnengruppe als Prävention zu empfehlen, aber sie ist nicht kontraindiziert", betonte Kiechle.

Erst OP, dann Chemo

"Selbst beim frühen Stadium T1 kommt es in 18% der Fälle zur peritonealen Aussaat, daher muss in der operativen Primärtherapie die ganze Bauchhöhle evaluiert werden" sagte Prof. Barbara Schmalfeldt. In 14% kommt es bei T1 zu einem pelvinen und/oder paraaortalen Lymphknotenbefall, daher ist das Staging bereits beim frühen Ovarialkarzinom essenziell. In FIGO-Stadium IIb weise die Hälfte der Patientinnen einen ausgedehnten Oberbauchbefall auf. Im fortgeschrittenen Stadium werde in 30% der Fälle eine Darmresektion notwendig. Und die gleichzeitige Tubenresektion, auch in der OP sporadischer Ovarialkarzinome, sei so durchführbar, dass sich die Ovarialdurchblutung nicht verschlechtere, was bei prämenopausalen Frauen den Grund für eine vorzeitige Menopause darstelle.
"Die S3-Leitlinie gibt wegen fehlender Daten keine Empfehlung für die komplette Entfernung des infrakolischen Netzes, in der Praxis zeigt sich dies aber als sinnvolle Maßnahme und sollte weiter diskutiert werden", schloss Schmalfeldt.

Systemische Primärtherapie

Hochrisiko-Patientinnen, die nicht tumorfrei operiert werden konnten und in Stadium III oder IV sind, profitieren von der Zugabe von Bevacizumab zu Carboplatin und Paclitaxel, wie das aktuelle Update der ICON7/AGO Ovar 11-Studie zeigt, sagte Dr. Alexander Burges. Dagegen profitiert von Nintedanib gerade die Subgruppe der Patienten im frühen Stadium mit Tumorrest <1 cm mit einem um 6 Monate verlängerten PFS (bei noch nicht erreichten Gesamtüberlebensdaten). Unter Pazopanib (AGO Ovar 16) verbesserte sich das PFS ebenfalls um 6 Monate, allerdings unter höheren Nebenwirkungen. Keinen Einfluss auf PFS/OS hätten Sorafenib und Lonafarib gezeigt, eine Studie (TRINOVA-3) mit Trebananib laufe erst an, sagte Burges.

Systemische Primärtherapie im Rezidiv: Lebensqualität entscheidend

Pegliposomales Doxorubicin war Topotecan leicht überlegen, dies sei aber klinisch irrelevant. "Bei Progress oder Rezidiv darf die Therapie nicht schlimmer sein als die Krankheit, die Patientin kann die Therapie nach Toxizitätsprofil auswählen, weil der klinische Benefit der Therapieoptionen vergleichbar ist", sagte Dr. Ludwig Lutz. Fatigue, Alopezie, Hand-Fuß-Syndrome, Stomatitis seien die am meisten beeinträchtigenden Nebenwirkungen.

Borderlinetumoren: Diagnose schwierig

Borderlinetumoren (BOT) betreffen jüngere Patientinnen und haben mit bis zu 97% 10-Jahres-Überlebensraten sehr gute Prognosen. "Allerdings ist die Diagnose schwierig, so wurden 10% falsch als BOT diagnostiziert, davon waren 60% benigne Formen, aber in 40% der Fälle handelte es sich um invasive Karzinome", sagte Dr. Katharina Seck. Bei BOT gebe es keine Evidenz für eine Hysterektomie, dennoch sollte bei abgeschlossener Familienplanung die Komplett-OP empfohlen werden, da ein höheres Rezidivrisiko bestehe, und ein Rezidiv in 30% der Fälle ein invasives Ovarialkarzinom bedeute.

Keimstrangstromatumoren und Keimzelltumoren
Keimstrangstromatumoren treten sehr selten auf (2% aller malignen Ovarialtumoren), sind heterogen (70% sind Granulosazelltumoren) und betreffen junge Patientinnen. "Die Prognose im Stadium I ist gut. Es besteht bei Keimstrangstromatumoren keine Indikation zur Entfernung von Lymphknoten, da diese nicht befallen sind", sagte Prof. Christoph Anthuber. Keimzelltumoren machen 3-5% der malignen Ovarialtumoren aus und haben bei frühzeitiger Diagnose, tumorfreier OP und platinhaltiger Chemotherapie eine sehr gute Prognose (90% 5-Jahresüberleben, 85% 10-Jahresüberleben).

Komplementärmedizin: Was ist für die Einzelne das Richtige?

"Wechselwirkungen beispielsweise zwischen einer Misteltherapie und Chemotherapie werden meistens überbewertet", sagte Dr. Daniela Paepke, hierzu gebe es - mit Ausnahme des Johanniskrauts - kaum Daten. Die AGO plane aber bereits eine "Mistelstudie", um solche Daten endlich zu evaluieren. Denn mit komplementärmedizinischen Ansätzen wie Teufelskrallenwurzel, Weidenrinde und lokal angewendeten ätherischen Ölen verfüge man über ein ganzes Arsenal an Möglichkeiten, um die schulmedizinisch quasi nicht behandelbare Fatigue, Arthralgie oder Myopathie mit geringem Aufwand zu therapieren und die Lebensqualität der Patientinnen zu verbessern. "Über die Hälfte der Krebsfälle sind auf einen ungesunden Lebensstil zurückzuführen, dies seien in erster Linie falsche Ernährung und mangelnde Bewegung, doch ein Kernelement des Lebensstils sei vor allem die empfundene Stressbelastung", sagte sie. Diese müsse gesenkt werden, und ein achtsames Lebenskonzept mit 30 Minuten Bewegung pro Tagan frischer Luft, mediterraner Vollwertkost, 2 Litern Wasser, 7-8 Stunden Schlaf, Verzicht auf Nikotin/Drogen, mäßigem Alkholkonsum, regelmäßigen sozialen Kontakten trage dazu bei, schloss Paepke.
ab

Quelle: Vorstellung der 10. Auflage des Manuals "Maligne Overialtumoren. Empfehlungen zur Diagnostik, Therapie und Nachsorge", 18. Januar 2014, Klinikum recht der Isar der TUM
 
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