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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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10. Juli 2013

Azacitidin kann die Lebensqualität von Hochrisiko-MDS-Patienten signifikant verbessern und zeigt ein gutes Outcome bei prognostisch ungünstigen 3q-Mutationen

Hochrisiko-MDS-Patienten, die nach dem internationalen prognostischen Scoring-System (IPSS) mit "intermediate-2" oder "hoch" bewertet werden und eine 3q-Mutation aufweisen, haben nach einer Behandlung mit Azacitidin eine vergleichbare Prognose wie Hochrisiko-Patienten ohne eine solche Aberration - dies zeigen neue Daten, die auf dem 12. Internationalen Symposium über Myelodysplastische Syndrome, das vom 8. bis 11. Mai 2013 in Berlin stattfand, vorgestellt wurden. Darüber hinaus belegen prospektive Daten zur Lebensqualität unter Azacitidin: Patienten profitieren nicht nur von einem verlängerten Überleben, sondern auch von einer signifikant verbesserten Lebensqualität.

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Die Zytogenetik ist für die Prognose von MDS-Patienten von zentraler Bedeutung. Auf dem 12. Internationalen MDS Foundation Symposium, dem weltweit größten Kongress für MDS und AML, der 2013 zum ersten Mal in Deutschland stattfand, wurden mehrere Beiträge zu diesem Thema diskutiert. Für prognostisch besonders ungünstige Subgruppen, wie z. B. Patienten mit einer 3q-Aberration, stehen häufig keine zufriedenstellenden Therapieoptionen zur Verfügung. Dieses Kollektiv besitzt insgesamt eine schlechte Prognose, wenn es mit konventioneller Chemotherapie behandelt wird. In einer retrospektiven, multizentrischen Studie wurde nun der Outcome von Azacitidin bei MDS-, CMML- und AML-Patienten mit 3q-Mutationen untersucht (1). Insgesamt wurden 129 Patienten für die Analyse berücksichtigt, von denen 74% einen komplexen Karyotyp aufwiesen. 31% der Patienten waren vorab mit einer intensiven Chemotherapie behandelt worden, 69% erhielten Azacitidin als Erstlinien-Therapie. 21 Patienten konnten im Anschluss an die Azacitidin-Therapie allogen transplantiert werden. Die Ansprechraten unter Azacitidin-Behandlung waren vergleichbar hoch wie das Ansprechen unter intensiver Chemotherapie. Die Gesamtansprechrate (ORR) betrug 47% und das Gesamtüberleben lag bei median 13 Monaten, wobei MDS- und AML-Patienten, die keine Vorbehandlung erhalten hatten, ein medianes Überleben von 16 respektive 14 Monaten aufwiesen. Damit war das Überleben der Patienten mit 3q-Aberrationen vergleichbar mit dem anderer Azacitidin-behandelter Hochrisiko-MDS ohne 3q-Mutation (2). Demnach scheint Azacitidin die schlechte Prognose von Patienten mit 3q-Anomalien zu verbessern und eine gute Alternative zur intensiven Chemotherapie darzustellen.

Positive Effekte von Azacitidin auf die Lebensqualität

Neben der Wirksamkeit ist vor allem die Lebensqualität bei der Behandlung der überwiegend älteren MDS-Patienten ein wichtiges Entscheidungskriterium. Kornblith konnte in einer randomisierten prospektiven Phase-III-Studie zeigen, dass Azacitidin im Vergleich zu BSC (Best Supportive Care) die Lebensqualität verbessert (3). In dieser Kohorte war die Lebensqualität jedoch an einer selektierten Studienpopulation über die vergleichsweise kurze Zeitspanne von einem halben Jahr untersucht worden. Jetzt wurden die Daten einer prospektiven Erhebung der Lebensqualität bei einer Azacitidin-Therapie unter praxisnahen Bedingungen präsentiert (4). Die Lebensqualität von 60 Patienten wurde anhand der Fragebögen EORTC QLQ C30, EQ-5D, FACT-Fatigue und Global Fatigue Scale über einen Zeitraum von zwölf Monaten bewertet. Für 52 Patienten lagen Informationen zur longitudinalen Auswertung der Lebensqualität vor, 77% hatten nach IPSS-R ein hohes oder sehr hohes Risiko und 67% waren bei Therapiestart transfusionsabhängig (Erythrozytentransfusionen). Die Gesamtansprechrate lag bei 62%, 53% der Patienten erlangten Transfusionsfreiheit und das mediane Überleben unter Azacitidin betrug 18,1 Monate. Die Behandlung mit Azacitidin führte zu einer Verbesserung mehrerer Lebensqualitätskriterien in den Kategorien Gesamt-Gesundheits-zustand, Appetit, Fatigue und Schmerzen. Responder auf Azacitidin berichteten darüber hinaus nach drei Monaten über ein besseres soziales Funktionsniveau (QLQ C30). So verbessert Azacitidin nicht nur das Gesamtüberleben von MDS -Patienten, sondern auch die Lebensqualität. Dies unterstreicht die gute Verträglichkeit der Therapie.

Deutsches MDS-Register der Regelversorgung bildet Situation des ambulanten MDS-Managements ab
 
In Deutschland werden viele MDS-Patienten von niedergelassenen Hämato-Onkologen oder nicht-universitären Kliniken ambulant betreut. Über die Versorgung dieser Patienten liegen bisher nur wenige Daten vor. Deshalb wurde in Analogie zum Düsseldorfer MDS-Register ein MDS-Register der Regelversorgung aufgebaut. Jetzt wurden die Daten von 951 MDS-Patienten aus 70 Zentren vorgestellt (5). 92% der Patienten hatten ein primäres und 8% ein sekundäres MDS. Entsprechend des relativ hohen Durchschnittsalters - 50% der Patienten waren zwischen 71 und 80 Jahre alt - hatten die meisten Patienten (78%) mindestens eine Begleiterkrankung, am häufigsten Hypertonie und Diabetes mellitus. Bei 71% wurde eine zytogenetische Analyse durchgeführt und bei 69% der IPSS bestimmt. 37% der Patienten wiesen eine oder mehrere Aberrationen auf. In den ersten drei Monaten nach Diagnose wurden mehr als drei Viertel (77%) der Patienten ausschließlich beobachtet (watch & wait), 13% erhielten eine epigenetische Therapie, 11% einen Erythropoese-stimulierenden Faktor und 2% eine Chemotherapie. Während der gesamten Beobachtungszeit (median 20,6 Monate) wurden 65% der Patienten mit höherem (d. h. nach IPSS "intermediate-2" oder "hoch") und 19% mit geringerem (d. h. nach IPSS "intermediate-1" oder "niedrig") Risiko mit einer epigenetischen Therapie behandelt. Diese Registerauswertung zeigt, dass im niedergelassenen Bereich bei den meisten Patienten die Diagnose des MDS durch eine Zytogenetik gesichert und die Prognose anhand des IPSS bewertet wird. Neue Therapien, wie beispielsweise eine epigenetische Behandlung, werden bei diesen ambulant betreuten Patienten häufig durchgeführt.

"Die auf dem MDS Foundation Symposium vorgestellten Ergebnisse zu Azacitidin bei 3q-Aberrationen ergänzen die bestehende Datenlage zu Azacitidin bei ungünstiger Zytogenetik. (6,7) Bereits in der Zulassungsstudie zeigte sich für prognostisch ungünstige Zytogenetik-Subgruppen eine Überlegenheit von Azacitidin gegenüber konventionellen Therapieoptionen. In mehreren retrospektiven Kohorten scheint sich jetzt zu bestätigen, dass Azacitidin auch außerhalb eines kontrollierten Studiensettings im "Real-Life-Setting" eine gute Therapieoption für diese Patienten darstellt", fasst Prof. Dr. med. Simone Böhrer, Medizinische Direktorin der Celgene GmbH in München, zusammen. "Darüber hinaus konnte gezeigt werden, dass Patienten, die auf Azacitidin ansprechen, auch hinsichtlich ihrer gesundheitsbezogenen Lebensqualität profitieren. Dass die Azacitidin-Therapie im ambulanten Bereich gut durchführbar ist, wird durch das MDS-Register der Regelversorgung bestätigt - ein Großteil der Higher-Risk-MDS-Patienten in der ambulanten Regelversorgung erhält in Deutschland eine epigenetische Therapie."

Literaturhinweise:
(1) Prebet T. et al. Leukemia Research 2013;37 (Suppl 1):145
(2) Itzykson R. Blood 2011;117:403-11
(3) Kornblith AB. et al. J Clin Oncol 2002;20:2441-52
(4) Prica A. et al. Leukemia Research 2013;37 (Suppl 1):138
(5) Schmitz S. et al. Leukemia Research 2013;37 (Suppl 1):115
(6) Fenaux P. et al.The Lancet Oncology 2009;10:223-32
(7) Diez-Campelo M. et al. ASH 2012: Abstract #1713

Quelle: Celgene
 
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