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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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20. Juli 2012

ASCO 2012: Mit Ipilimumab langfristige antitumorale Immunantwort erzielen

Die Immuntherapie von Krebs hat in den letzten Jahren einen signifikanten Entwicklungsschub vollzogen: Als einer der wichtigsten Grundsatzbeweise für die Wirksamkeit einer immunaktivierenden onkologischen Therapie wird der klinische Erfolg von Ipilimumab (Yervoy®) beim vorbehandelten, nicht-resezierbaren oder metastasierten Melanom gewertet: Patienten mit Melanomen im fortgeschrittenen Stadium, die zuvor erfolglos systemisch behandelt wurden und somit bis dato zu einer prognostisch infausten Patientenpopulation gehörten, erreichten erstmals signifikante Überlebensvorteile (1). Bei der diesjährigen ASCO-Jahrestagung wurden 27 Abstracts zu Ipilimumab präsentiert: Das laufende Entwicklungsprogramm geht auf Fragen zur Therapieoptimierung, Kombinationsoptionen mit anderen Substanzen sowie weitere Indikationsmöglichkeiten ein.

Mehr als 300 Abstracts befassten sich beim ASCO-Meeting mit dem Feld der Immuntherapie. Neue Erwartungen weckten dabei auch zwei Antikörper, die sich gegen weitere wichtige immunregulative „Checkpoint“-Moleküle richten: Anti-PD-1 und Anti-PD-L1 (2, 3).

Die Hypothese, dass eine „Immunüberwachung“ nicht nur Mikroben abwehren, sondern bestehende Tumore zur Regression treiben oder ihre Entstehung verhindern kann, wurde bereits Anfang des 20. Jahrhunderts von Paul Ehrlich postuliert und später von MacFarlane Burnett als „immune surveillance“ bezeichnet. Doch wie Prof. Alexander Eggermont, Paris, erklärte, scheiterte die praktische Umsetzung von entsprechenden Therapieansätzen lange Zeit an der Frage, wie eine tumorspezifische Immunantwort nicht nur initiiert, sondern auch dauerhaft aufrechterhalten werden könne: Tumore können sich der Zerstörung durch T-Zellen über „Escape“-Mechanismen entziehen. Wegweisend waren letztlich Erkenntnisse über molekulare Grundlagen der Host-Tumor-Interaktion und die Identifizierung von immunregulatorischen „Checkpoint“-Molekülen. Erst wenn ein Teil der immunsuppressiven Mechanismen ausgeschaltet ist, kann sich die antitumorspezifische Immunantwort durchsetzen (Abb. 1).

Abb. 1: Charakteristika von Malignität: Moderne Therapietargets und Ansatzpunkt für die Immuntherapie mit Ipilimumab (modifiziert nach (4)).

Das maligne Melanom gilt als Modelltumor für immunevasive Mechanismen (5). Ipilimumab ist für die Therapie des fortgeschrittenen (nicht-reserzierbaren oder metastasierten) Melanoms bei Erwachsenen zugelassen, die bereits eine Therapie erhalten haben. Der vollständig humanisierte Antikörper antagonisiert das negative Immunregulativ CTLA-4 und vermag die Blockade der T-Zell-vermittelten Immunantwort aufzuheben. In der zulassungsrelevanten Phase-III-Studie war die Therapie mit Ipilimumab mit einem erstmals signifikanten Überlebensvorteil bei Melanompatienten im fortgeschrittenen Stadium assoziiert (10,1 vs. 6,4 Monate) (1).

Praxiserfahrungen bestätigen Studienergebnisse

Bemerkenswerterweise profitierten die Patienten von langfristigen Therapieeffekten: 45,6% überlebten nach einem Jahr versus 25,3% aus der Vergleichsgruppe, in der die Patienten mit der Tumorvakzine gp100 behandelt wurden.

Interimsauswertungen des deutschen „Compassionate Use“-Programms bestätigen die Ergebnisse der randomisierten Phase-III-Studien bzgl. Sicherheit und Wirksamkeit der neuen Immuntherapie (6).

Dr. Yuri Sankawa, Stuttgart

Mit freundlicher Unterstützung von Bristol-Myers Squibb

www.clinicaltrials.gov

Literaturhinweise:
(1) Hodi et al. N Engl J Med 2010; 363:711-23.
(2) Topalian et al. N Engl J Med 2012 Jun 2 (Epub ahead of print).
(3) Brahmer et al. N Engl J Med 2012 Jun 2 (Epub ahead of print).
(4) Hanahan, Weinberg. Cell 2011; 144:646-74.
(5) Márquez-Rodas et al. Clin Transl Oncol 2011; 13: 787-92.
(6) Eichhorn C et al. J Clin Oncol 2012; 30 (Suppl.): abstr e19031.

Quelle: Pressekonferenz im Rahmen der ASCO-Jahrestagung in Chicago am 02.06.2012; Veranstalter: Bristol-Myers Squibb.
 
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