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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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14. April 2014

3. Symposium HÄMATOLOGIE HEUTE: Sekundäre Eisenüberladung - Update zu Diagnostik und Therapie

Eisenchelation bei Myelodysplastischen Syndromen (MDS): Reduziert Eisenüberladung, verbessert Hämatopoese und verlängert Überleben (1,2,3). Deferasirox reduziert Eisenüberladung auch bei Patienten mit Thalassämie-Syndromen (4,5). Patienten können von effektivem Therapie- und Dosismanagement mit Deferasirox profitieren (6).

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Im Rahmen des 3. Symposiums HÄMATOLOGIE HEUTE (10. - 12. April 2014) fand die Session "Sekundäre Eisenüberladung - Update zu Diagnostik und Therapie" statt.* Schwerpunktthemen waren in diesem Jahr qualitative und quantitative Störungen der Hämatopoese. In der Sitzung zur Eisenüberladung referierten Prof. Dr. Mathias Schmid, Zürich, zu myelodysplastischen Syndromen (MDS), Dr. Stefan Balzer, Düsseldorf, zu transfusionsabhängigen und Dr. Gisela Janßen, Düsseldorf, zu nicht-transfusionsabhängigen Anämien.

Bessere Prognose bei MDS-Patienten

Myelodysplastische Syndrome (MDS) sind erworbene Erkrankungen des Knochenmarks bzw. des Blutes mit ineffektiver Blutbildung im Knochenmark (7). MDS-Patienten entwickeln im Laufe ihrer Erkrankung eine Anämie und benötigen daher regelmäßige Transfusionen mit Erythrozyten-Konzentraten (EK). Da mit jeder Transfusion ca. 500 mg Eisen (pro 2 EK) zugeführt werden, der Körper dieses überschüssige Eisen jedoch nicht aktiv eliminieren kann, entwickeln die Patienten eine Eisenüberladung (≥20 EK oder Serumferritin ≥1000 ng/ml) (8,9,10,11). "Die sekundäre Eisenüberladung war bei MDS-Patienten lange Zeit von untergeordneter Bedeutung", erläutert Prof. Schmid, "da ihre Prognose schlecht war und die Folgen einer chronischen Eisenüberladung unterschätzt wurden." Erst durch die Einführung demethylierender Substanzen und besserer supportivtherapeutischer Konzepte hat sich die Prognose in den letzten Jahren deutlich verbessert. MDS-Patienten erhalten heute über einen wesentlich längeren Zeitraum Erythrozyten-Transfusionen, sodass die Notwendigkeit einer Eisenchelations-Therapie (12), z.B. mit dem oralen Eisenchelator Deferasirox (Exjade®), in den Vordergrund gerückt ist.

MDS-Patienten profitieren von Deferasirox

Die EPIC-Studie (Evaluation of Patients' Iron Chelation with Exjade®) ist die weltweit größte Untersuchung, die bisher zur transfusionsbedingten Eisenüberladung durchgeführt wurde (13). Diese belegt die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Deferasirox bei 1.744 transfusionsabhängigen Patienten mit MDS, Hämoglobinopathien und anderen Anämien. Unter dem oralen Eisenchelator zeigt sich eine signifikante Reduktion des Serumferritins (p=0,0019), eine Reduktion der Leberenzym-Werte sowie eine Verbesserung der Hämatopoese. Neben der Subgruppenanalyse zu MDS-Patienten in der EPIC-Studie (1) zeigen auch zwei weitere Studien, dass eine Eisenchelat-Therapie die hämatologischen Parameter bei MDS-Patienten unter chronischer Transfusionstherapie verbessert (2,14). Bei Patienten mit hämatologischem Ansprechen unter Eisenchelation wurde eine deutlichere Reduktion des Serumferritins beobachtet, als bei Patienten ohne hämatologisches Ansprechen (um 693 µg/l vs. 228 µg/l) (2). Hier wird ein Zusammenhang zwischen der Effektivität der Serumferritin-Reduktion und einem hämatologischen Ansprechen vermutet (1,2). Zudem zeigen Angelucci et al., dass der Transfusionsbedarf unter einer Eisenchelat-Therapie signifikant sinkt (p<0,001), was für MDS-Patienten eine spürbare Verbesserung der Lebensqualität bedeutet (15).

Insgesamt scheint sich eine effektive Eisenchelation positiv auf das Überleben von MDS-Patienten sowie auf das klinische Outcome von Patienten auszuwirken, die für eine allogene Stammzelltransplantation in Frage kommen (3,16,17,18,19,20,21,22).

Effektivität der Serumferritin-Reduktion ist abhängig von Dosis und Compliance

Ein Patient mit MDS profitiert von Deferasirox, wenn die Chelation effektiv und kontinuierlich erfolgt. Dafür wird Deferasirox einmal täglich als Suspension mit einer Initialdosis von 20 mg/kg Körpergewicht eingenommen. Die Maximaldosis liegt bei 40 mg/kg Körpergewicht und Tag, dabei sollte die Dosierung einschleichend erfolgen (23). Die Dosierung ist von großer Bedeutung: So erhält ein Patient mit 75 kg Körpergewicht und einer angestrebten Dosis von 20 mg/kg drei Tabletten à 500 mg täglich, was 1.500 mg/d entspricht (24). Die Dosis richtet sich nach dem Ausmaß der Eisenüberladung, das gewöhnlich mittels Messung des Serumferritins bestimmt wird. Besonders gut verträglich ist der orale Eisenchelator, wenn die Tabletten in stillem Wasser gelöst und am Abend vor dem Schlafengehen eingenommen werden (10).

Thalassämie-Patienten sind von einer Eisenüberladung unterschiedlich stark betroffen

Thalassämien sind angeborene hämatologische Erkrankungen, die auf eine genetisch bedingte Störung der Hämoglobin-Synthese zurückgehen (25,26). Je nachdem, wie schwerwiegend das Thalassämie-Syndrom ist, benötigt der Patient regelmäßige Bluttransfusionen, um die ineffektive Hämatopoese zu kompensieren (27). "Ziel der Transfusionstherapie, z.B. bei β-Thalassämia major, ist es", so Dr. Balzer, "eine zufriedenstellende körperliche Leistungsfähigkeit und ein altersentsprechendes Wachstum zu ermöglichen, die ineffektive Erythropoese weitgehend zu supprimieren sowie das Überleben zu verlängern." Häufig führen bei transfusionsabhängiger Thalassämie schwerwiegende Herzerkrankungen einschließlich Arrhythmien, Herzinfarkt und Infektionen zum Tode (28). Daher ist es essenziell, die kardiale Eisenkonzentration zu verringern, um das Risiko für Herzerkrankungen zu reduzieren (29,30,31,32). Dies ist mit einer Eisenchelat-Therapie möglich (33).

Darüber hinaus können auch Patienten mit nicht-transfusionsabhängigen Thalassämien (non transfusion dependent thalassemia, NTDT) von einer Eisenüberladung betroffen sein. "Dazu zählen Krankheitsbilder, wie die β-Thalassaemia intermedia, die HbH-Krankheit und die doppelt heterozygote HbE/ß-Thalassämie", so Dr. Janßen. Bei diesen Patienten kommt es aufgrund der ineffektiven Erythropoese im Knochenmark und der Hämolyse zu einer Anämie sowie in der Folge zur extramedullären Blutbildung (34). Diese ist mit vermehrter Eisenresorption aus dem Darm assoziiert. Als Konsequenz entsteht eine Eisenüberladung, die sich allerdings langsamer als bei Patienten mit transfusionsabhängigen Thalassämien entwickelt. Dennoch benötigen auch diese Patienten eine kontinuierliche Eisenchelat-Behandlung, um nicht nur die Entwicklung einer Leberfibrose, sondern auch eine Vielzahl weiterer Folgen, die auf den ersten Blick oft nicht mit einer Eisenüberladung in Verbindung gebracht werden, wie schwerwiegende Gefäß- oder Stoffwechselerkrankungen, zu verhindern (35,36,37). Eine Chelattherapie ist bei Betroffenen mit einem Lebereisen von ≥5 mg/g Lebertrockengewicht oder einem Ferritin von dauerhaft >800 µ/ml etwa ab einem Alter von zehn Jahren indiziert (23) und gut wirksam (38). Zur Diagnostik der Eisenüberladung bei NTDT empfiehlt sich insbesondere das Leber-MRT, denn Serumferritin-Spiegel können das Ausmaß der Eisenüberladung hier unterschätzen (39).

Effektive Eisenchelat-Therapie verlängert das Überleben

Bei Patienten mit MDS sowie den verschiedensten Thalassämie-Syndromen ist eine Eisenüberladung, die entweder durch häufige Transfusionen oder durch vermehrte Eisenresorption aus dem Darm bedingt ist, eine häufige Komplikation. Da eine erhöhte Eisenkonzentration wichtige Organe wie Herz, Leber und Bauchspeicheldrüse bedroht, ist eine effektive Eisenchelat-Therapie bei diesen Patienten essenziell. Wird diese effektiv durchgeführt, lassen sich nicht nur Organschäden vermeiden (1,14,40), sondern bei Patienten mit MDS auch die Hämatopoese verbessern, dadurch die Transfusionsabhängigkeit verringern (1,2,14) und sogar das Überleben verlängern (3,16,17).

*www.haematologie-heute.de

Quelle: Novartis Oncology lädt ein zur Session "Sekundäre Eisenüberladung - Update zu Diagnostik und Therapie", im Rahmen des 3. Symposiums HÄMATOLOGIE HEUTE, 12.04.2014.

Literaturhinweise:
(1) Gattermann N et al.: Hematologic responses to deferasirox therapy in transfusion-dependent patients with myelodysplastic syndromes. Haematologica 2012; 97(9):1364-1371.
(2) List AF et al.: Deferasirox reduces serum ferritin and labile plasma iron in RBC transfusion-dependent patients with myelodysplastic syndrome. J Clin Oncol 2012; 30(17):2134-2139.
(3) Lyons RM et al.: 48-Month Update On Survival and AML Transformation In a 600-Patient Registry Of Lower-Risk MDS Patients. 55th ASH 2013; Abstr. #2775.
(4) Brittenham GM: Iron-chelating therapy for transfusional iron overload. N Eng J Med 2011; 364:146-156.
(5) Pennell DJ et al.: Deferasirox Compared With Deferoxamine For The Removal Of Cardiac Iron In Patients With β-Thalassemia Major: 2-Year Data From The Cordelia Extension. ASH 2013; Abstr. #1018.
(6) Giagounidis A et al.: Eisenchelat-Therapie mit Deferasirox: Therapiebeginn und Dosisoptimierung. TumorDiagn u Ther 2012; 33(01):29-33.
(7) Hellenbrecht A: Myelodysplastische Syndrome. Stand: 2009; Online unter: http://www.kompetenznetz-leukaemie.de/content/aerzte/therapie/mds/uebersicht_mds/index_ger.html#e5696. Zuletzt aufgerufen am: 17.02.2014.
(8) Cario H et al.: Leitlinien zur Diagnostik und Therapie der sekundären Eisenüberladung bei Patienten mit angeborenen Anämien. Klin Pädiat 2010; 222:399-406.
(9) Nolte F et al.: Successful treatment of transfusional iron overload in MDS patients with deferasirox as indicated by liver MRI. A German multi-center trial. Leuk Res 2011; 35:139.
(10) Gattermann N and Rachmilewitz EA: Iron overload in MDS-pathophysiology, diagnosis, and complications. Ann Hematol 2011; 90(1):1-10.
(11) Gattermann N and Strupp C: Transfusionsbedingte Eisenüberladung bei Patienten mit myelodysplastischen Syndromen oder Aplastischer Anämie. 5. überarbeitete Auflage November 2009. Online unter: http://www.leukaemie-hilfe.de/download-informationen.html?&no_cache=1&tx_drblob_pi1(downloadUid)=76.Zuletzt aufgerufen am: 17.02.2014.
(12) Schmid M: Sekundäre Eisenüberladung beim myelodysplastischen Syndrom. Session "Sekundäre Eisenüberladung - Update zu Diagnostik und Therapie" beim 3. Symposium Hämatologie Heute am 12. April 2014 in Berlin, Abstr. #19.
(13) Cappellini MD et al.: Tailoring iron chelation by iron intake and serum ferritin: the prospective EPIC study of deferasirox in 1744 patients with transfusion-dependent anemias. Haematologica 2010; 95:557-566.
(14) Angelucci E et al.: Deferasirox Chelation Therapy in Transfusion Dependent MDS Patients. Final Report From the Gimema MDS0306 Prospective Trial. Blood 2012; 120 (ASH 2012, Abstract #425).
(15) Angelucci E et al.: Deferasirox for transfusion-dependent patients with myelodysplastic syndromes: Safety, efficacy, and beyond (GIMEMA MDS0306 trial). Eur J Haematol 2014 Mar 3 (Epub ahead of print, DOI: 10.1111/ejh.12300).
(16) Neukirchen J et al.: Improved survival in MDS patients receiving iron chelation therapy - a matched pair analysis of 188 patients from the Düsseldorf MDS registry. Leuk Res 2012; 36(8):1067-1070.
(17) Neukirchen J et al.: The impact of iron chelation therapy on clinical outcomes in real-world lowerrisk patients with myelodysplastic syndromes (MDS): results from the Düsseldorf registry. Haematologica 2012; 97(Suppl. 1):144.
(18) Lim ZY et al.: Impact of pre-transplant serum ferritin on outcomes of patients with myelodysplastic syndromes or secondary acute myeloid leukaemia receiving reduced intensity conditioning allogeneic haematopoietic stem cell transplantation. Leuk Res 2010; 34(6):723-727.
(19) Lee JW et al.: Effect of iron overload and iron-chelating therapy on allogeneic hematopoietic SCT in children. Bone Marrow Transplant 2009; 44(12):793-997.
(20) Kanda J et al.: Iron overload and allogeneic hematopoietic stem-cell transplantation. Expert Rev Hematol 2011; 4(1):71-80.
(21) Cutler C: Patients selection. 12th International Symposium on Myelodysplastic Syndromes. Oral Presentation.
(22) Sanz G: Pre-Treatment. Leuk Res 2013; 37(Suppl. 1):S5; Abstr. #I015. Oral Presentation.
(23) Exjade® (Deferasirox) Fachinformation (Stand: Oktober 2013).
(24) Novartis. Data on File.
(25) Gadner H et al.: Pädiatrische Hämatologie und Onkologie. Heidelberg: Springer 2005.
(26) Cario H et al.: Thalassämie. AWMF-Leitlinie der Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie. Online unter: http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/025-017l_S1_Thalassaemie.pdf. Zuletzt aufgerufen am: 04.02.2014.
(27) Cario H et al.: S2-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie der sekundären Eisenüberladung bei Patienten mit angeborenen Anämien. Klin Pädiatr 2010; 222:399-406.
(28) Ladis V et al.: Longitudial study of survival and causes of death in patients with thalassemia major in Greece. Ann N Y Acad Sci 2005; 1054:445-450.
(29) Olivieri NF and Brittenham GM: Iron-Chelation therapy and the treatment of thalassemia. Blood 1997; 89:739-761.
(30) Pennell DJ: T2* magnetic resonance and myocardial iron in thalassemia. Ann N Y Acad Sci 2005; 1054:373-378.
(31) Borgna-Pignatti C et al.: Survival and complications in patients with thalassemia major treated with transfusion and deferoxamine. Haematologica 2004; 89:1187-1193.
(32) Angelucci E et al.: Italian Society of Hematology practice guidelines for the management of iron overload in thalassemia major and related disorders. Haematologica. 2008; 93:741-752.
(33) Balzer S: Sekundäre Eisenüberladung bei transfusionsabhängigen Anämien. Session "Sekundäre Eisenüberladung - Update zu Diagnostik und Therapie" beim 3. Symposium HÄMATOLOGIE HEUTE am 12. April 2014 in Berlin, Abstr. #17.
(34) Haidar R et al.: Paraspinal extramedullary hematopoesis in patients with thalassemia intermedia. Eur Spine J. 2010; 19:871-878.
(35) Taher AT et al.: Age-related complications in treatment-naïve patients with thalassaemia intermedia. Br J Haematol 2010; 150:486-489.
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(38) Ali Taher, Elliott Vichinsky, Khaled Musallam, Maria Domenica Cappellini, and Vip Viprakasit. Sir David Weatherall, Reviewer. Guidelines for the Management of Non Transfusion Dependent Thalassaemia (NTDT). Nicosia, Cyprus: Thalassaemia International Federation 2013; ISBN-13: 978-9963-717-03-3.
(39) Janßen G: Sekundäre Eisenüberladung bei nicht-transfusionsabhängigen Anämien. Session "Sekundäre Eisenüberladung - Update zu Diagnostik und Therapie" beim 3. Symposium HÄMATOLOGIE HEUTE am 12. April 2014 in Berlin, Abstr. #18.
(40) Guariglia R et al.: Positive effects on hematopoiesis in patients with myelodysplastic syndrome receiving deferasirox as oral iron chelation therapy: a brief review. Leuk Res 2011; 35:566-570.

Quelle: Novartis
 
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