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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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22. Juni 2018 Seite 1/2

Leidensdruck bei Patienten mit chronischer Immunthrombozytopenie

Wie aktuelle Zwischenergebnisse einer Patientenbefragung zeigen, haben Patienten mit chronischer Immunthrombozytopenie (cITP)* eine hohe Krankheitslast mit Beeinträchtigung von Lebensqualität und Produktivität (1).
Laut Update der DGHO**-Leitlinie von 2018 wird die Berücksichtigung der Lebensqualität ab der Zweitlinientherapie der cITP immer bedeutsamer (2). Thrombopoetinrezeptor-Agonisten (TRA)# wie Eltrombopag (Revolade®) konnten die Prognose der cITP in den letzten Jahren deutlich verbessern und gelten mittlerweile als wichtigste Option§ in der Zweitlinientherapie (2).

Die Immunthrombozytopenie (ITP; Morbus Werlhof) ist eine seltene erworbene Autoimmunerkrankung mit einer Inzidenz von 2 - 7 pro 100.000/Jahr (2). Sie geht mit Thrombozyten-Abbau und zum Teil gestörter Thrombozytopoese einher (2). Das klinische Bild ist dementsprechend durch verstärkte Blutungsneigung bzw. Blutungen charakterisiert (2). Diese manifestieren sich häufig als Schleimhautblutungen oder Petechien (2). Viele Patienten klagen zudem über Erschöpfung/Müdigkeit (Fatigue) bis hin zu depressiven Störungen (2). Man unterscheidet eine primäre Form ohne erkennbare auslösende Ursache (ca. 80% der Fälle) von einer sekundären Form, die durch Medikamente oder andere Erkrankungen ausgelöst werden kann (2). Bei Erwachsenen kommt es in etwa 60% der Fälle zu einem chronischen Verlauf (2).

Die Indikation zur Behandlung orientiert sich nicht nur an der Blutungsneigung und Thrombozytenzahl sondern auch am Krankheitsstadium und -verlauf sowie an individuellen Faktoren. Gemäß der aktuellen Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO) werden primär Glukokortikoide eingesetzt (2).

In der Zweitlinientherapie gelten Thrombopoetinrezeptor-Agonisten (TRA) wie Eltrombopag (Revolade®) heute als wichtigste Option bei Patienten mit therapiepflichtiger chronischer ITP (2). Für die verfügbaren TRA liegen mittlerweile umfangreiche klinische Studiendaten vor, die zeigen, dass sich die Prognose der cITP seit Einführung dieser Wirkstoffe in den letzten Jahren deutlich verbessert hat. Mit TRA wird bei über 90% der Patienten ein kurzfristiges und bei 30 – 90% sogar ein langfristiges Ansprechen erreicht. Etwa die Hälfte der Patienten kann unter TRA alle anderen ITP-Medikamente absetzen. Die Wirksamkeit ist unabhängig von einer Splenektomie. Dabei sind TRA deutlich besser verträglich als Glukokortikoide oder andere Medikationen (2).
 
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