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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

13. November 2013 Marine Anti-Tumor-Substanzen liefern überzeugende Ergebnisse

European Cancer Congress 2013 - Sarkom und Ovarialkarzinom

Trabectedin (Yondelis®), eine Substanz mariner Herkunft, zeigte überzeugende Aktivität bei fortgeschrittenen Sarkomen und beim Ovarialkarzinom. Während des European Cancer Congress in Amsterdam wurde die Bedeutung von Trabectedin in der Sarkomtherapie bestätigt und Daten zu Lurbinectedin (PM01183) mit ähnlichem Wirkmechanismus beim Ovarialkarzinom vorgestellt.

Trabectedin beim Sarkom

In der retrospektiven Datenbank-Analyse RetrospecYon wertete die französische Sarkom-Gruppe ihre Erfahrungen mit Trabectedin aus (1): Zwischen 01/2008 und 12/2011 wurden 885 Patienten mit Leiomyosarkom (36%), Liposarkom (18%) und Synovialsarkom (11%) mit Trabectedin in der zugelassenen Dosierung behandelt. Patienten mit partieller Remission oder stabiler Erkrankung nach 6 Therapiezyklen konnten eine Trabectedin-Erhaltungstherapie erhalten. Im Median wurden 4 Zyklen Trabectedin in der Zweit- (41%), Dritt- (39%) oder ≥ Viertlinie (20%) gegeben. Die Ansprechrate betrug 15% und eine stabile Erkrankung erreichten 45,5% der Patienten. Für die verschiedenen Therapielinien wurde ein progressionsfreies Überleben (PFS) von 4,3, 4,2 und 3,4 Monaten und ein medianes Gesamtüberleben (OS) von 12,9, 12,3 und 9,5 Monaten beobachtet. Nach 6 Zyklen erhielten 75,1% der Patienten mit nicht-progredienter Erkrankung (205 von 273 Patienten) Trabectedin als Erhaltungstherapie und erreichten ein verlängertes PFS (median 11,0 vs. 7,2 Monate, p=0,0001) und OS (median 25,1 vs. 16,9 Monate, p<0,0001) verglichen mit den Patienten, bei denen die Trabectedin-Therapie nach 6 oder weniger Zyklen beendet wurde.

Die Kombination von Trabectedin plus Doxorubicin wurde in einer 1-armigen multizentrischen Phase-II-Studie beim Leiomyosarkom untersucht (2). Bis Januar 2013 wurden 61 von 107 geplanten Patienten eingeschlossen, von denen 36 Patienten wenigstens 2 und 27 Patienten 6 Zyklen erhielten. Die Ansprechrate betrug 39%, die Krankheitskontrollrate 94%. Nach 12 Wochen waren 95% der Patienten ohne Progress. Grad 3/4-Toxizitäten innerhalb der ausgewerteten 208 Zyklen waren Neutropenie (40,7%), febrile Neutropenie (4,3%), Thrombopenie (19,7%), Anämie (9%), Fatigue (6,3%), Erbrechen (3,8%) und ALAT-Erhöhungen (9%). Ein Patient verstarb nach dem zweiten Zyklus an einem pulmonalen Ödem. Die Autoren folgern, dass Trabectedin, trotz der erwarteten Toxizitäten, in Kombination mit Doxorubicin eine effektive Erstlinientherapie bei Patienten mit Leiomyosarkom ist.

Lurbinectedin beim Ovarialkarzinom

Eine Phase-Ib-Studie hatte das Ziel, die empfohlene Dosis von Lurbinectedin in Kombination mit einer fixen Dosierung von Doxorubicin mit oder ohne G-CSF-Prophylaxe bei diversen malignen Erkrankungen zu bestimmen (3). Die ermittelte empfohlene Dosierung betrug 4 mg Lurbinectedin als "flat dose" plus 50 mg/m2 Doxorubicin. Von 41 auswertbaren Patienten sprachen 14 Patienten an, u.a. gab es 4 komplette Remissionen bei Patienten mit Ovarial-, Mamma- und Endometriumkarzinom sowie Synovialsarkom. Beachtenswert war die allgemeine Aktivität der Kombination bei Patienten in der Zweitlinie beim NSCLC (n=12; ORR=42%) und beim fortgeschrittenen Endometriumkarzinom (n=3; CR=1, PR=1, SD=1). Mehr als ein Drittel der Patienten erhielt ≥ 6 Zyklen. Die Toxizität der Kombination war handhabbar und vorhersehbar. Eine G-CSF-Prophylaxe war nicht notwendig.

82 Patientinnen mit Platin-refraktärem oder -resistentem Ovarialkarzinom mit weniger als 3 Vorbehandlungen erhielten in einer Phase-II-Studie Lurbinectedin oder Topotecan (4). Ein Cross-over bei Tumorprogress war erlaubt. Der primäre Endpunkt wurde erreicht: In einer Auswertung von 54 Patientinnen sprachen 30,3% der Patienten auf eine Therapie mit Lurbinectedin an, im Gegensatz zu keinem Ansprechen unter Topotecan. 68% vs. 47% zeigten eine Kontrolle der Erkrankung. Das mediane PFS betrug 3,5 vs. 1,4 Monate (p=0,0769).

Dr. Ine Schmale (is)

Literaturhinweise:
(1) Le Cesne A, et al. ECC 2013, Poster & Abstr. #3833.
(2) Pautier P, et al. ECC 2013, Poster & Abstr. #3834.
(3) Calvo E et al. ECC 2013, Poster & Abstr. #860.
(4) Poveda, et al. ECC 2013, Poster & Abstr. #3065.


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