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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

27. Oktober 2015 Debatte zu Therapiezielen: Nintedanib + Docetaxel reduziert Tumorlast bei fortgeschrittenem NSCLC-Adenokarzinom stärker

18. Europäischer Krebskongress (ECC) 2015

Eine aktuelle Auswertung der Zulassungsstudie LUME-Lung 1 (1) zeigt, dass NSCLC-Adenokarzinom-Patienten (n=658), die nach Erstlinien-Chemotherapie mit Nintedanib plus Docetaxel behandelt wurden, gegenüber denen mit einer Docetaxel-Monotherapie eine signifikant reduzierte Tumorwachstumsrate hatten (2), sagte Dr. Anders Mellemgard, Kopenhagen, Dänemark. Zu Beginn der Behandlung lag die durchschnittliche Tumorgröße der Patienten bei 82,5 mm Durchmesser. Nach 6 Monaten unter Nintedanib plus Docetaxel fiel das Tumorwachstum um 10% geringer aus als bei denjenigen, die Placebo plus Docetaxel bekamen.

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Damit zeigen die neuen Substanzen – in diesem Falle Nintedanib als dreifacher Angiokinase-Inhibitor oder auch Afatinib als EGFR-Inhibitor der 2. Generation – weiterhin vielversprechende Ergebnisse auch beim NSCLC, bei dem weiterhin „unmet needs“ vorliegen, so Mellemgard.

Die Pipeline von Boehringer Ingelheim enthalte noch mindestens 10 weitere Substanzen, nicht nur für den Einsatz beim Lungenkarzinom (z.B. BI1482694, ein EGFR-Inhibitor der 3. Generation, der auch eine T790M-Mutation, die häufigste TKI-Resistenz-Ursache, überwindet), sondern auch zur Therapie hämatologischer Erkrankungen, sagte Dr. Jörg Barth, Boehringer Ingelheim Deutschland. Dazu werden neben einem Bevacizumab-Biosimilar auch die weitere Evaluierung von Kombinationstherapien sowie die Entwicklung von Next-Generation-Checkpoint-Inhibitoren gehören.


Behandlungsziele beim fortgeschrittenen Adenokarzinom der Lunge

In einer europaweiten Umfrage, deren Ergebnisse Prof. Nicolas Girard, Lyon, Frankreich, vorstellte, wurden 500 Ärzte befragt, die Patienten mit fortgeschrittenem/metastasiertem NSCLC mit Adenokarzinom-Histologie behandeln. Die Medikamentenverschreibung der Ärzte in Zusammenhang mit deren Vorstellung der Therapieziele soll eine Debatte zur optimalen Versorgung von Lungenkrebs-Patienten anregen. Die Umfrage ergab beispielsweise, dass sich das Behandlungsziel des Arztes im Verlauf der Behandlung ändern kann; die Behandlungslinie und der Performance-Status des Patienten sind hierfür maßgeblich, sagte Girard, d.h. die Verträglichkeit der Therapie rückt in späteren Behandlungslinien noch stärker in den Fokus. Komorbiditäten waren der wichtigste Faktor bei der Wahl der Behandlung nach der Erstlinien-Chemotherapie.

40% der Ärzte halten in der Behandlung nach Erstlinien-Chemotherapie bei Patienten mit gutem Allgemeinzustand die Lebensverlängerung für die oberste Priorität. Bei schlechterem Allgemeinzustand des Patienten waren nur 17% dieser Ansicht.

36% sahen die Lebensqualität als ebenso wichtig an wie die Lebensverlängerung. Alle anderen Ärzte nannten als wichtigstes Behandlungsziel das Erreichen einer Krankheitsstabilisierung. „Die Daten unterstreichen, dass für eine Vielzahl der Ärzte, die Patienten mit fortgeschrittenem Adenokarzinom und gutem Allgemeinzustand nach Erstlinien-Chemotherapie behandeln, das Gesamtüberleben das wichtigste Entscheidungskriterium bei der Therapiewahl ist“, so Girard. „Für über ein Drittel der Ärzte ist jedoch die Lebensqualität das primäre Therapieziel, obwohl eine Lebensverlängerung bei gleichzeitigem Erhalt der Lebensqualität dank sich rasch entwickelnder Behandlungsoptionen nun ein realistisches Therapieziel für diese Patienten geworden ist.“

(ab)

Quelle: Media Event im Rahmen des ECC 2015, 25.09.2015, Wien; Veranstalter: Boehringer Ingelheim

Literatur:

(1) Reck M et al. Lancet 2014; 15(2):143-155. 

(2) Reck M et al. ECC 2015; Abstract #3102.


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