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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

14. Mai 2012 Neue Behandlungsmöglichkeiten bei multiplem Myelom und MDS

Auf einem von Celgene unterstützten Symposium im Rahmen des Deutschen Krebskongresses in Berlin zeigten Experten die Fortschritte in der Primär- und Rezidivtherapie beim Multiplen Myelom (MM) sowie beim Myelodysplastischen Syndrom (MDS) durch die Einführung von Substanzen wie Lenalidomid (Revlimid®) oder Azacitidin (Vidaza®) auf.
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PD Dr. Stefan Knop, Würzburg, berichtete von der Studie CALGB100104, in der eine Erhaltungstherapie mit Lenalidomid bei neu diagnostizierten Patienten mit MM nach autologer Stammzelltransplantation (ASCT) im Vergleich zu Placebo in einer signifikanten Verlängerung des progressionsfreien Überlebens (PFS) um etwa 1,5 Jahre resultierte (1). Knop sagte, dass die kontinuierliche Gabe des immunmodulierenden Wirkstoffs im Anschluss an eine Erstlinientherapie mit Melphalan – ob konventionell oder hoch dosiert mit ASCT – das Risiko von Progression oder Tod signifikant reduzieren kann. Die Therapie mit Lenalidomid erwies sich dabei allgemein als gut verträglich mit vorwiegend hämatologischen unerwünschten Ereignissen, so Knop.

„Trotz verbesserter Remissionen und Überlebenszeiten durch neue Ansätze in der Primärtherapie, treten Rezidive auf, und die Erkrankung gilt weiterhin als unheilbar“, gab PD Dr. Martin Kropff, Münster, zu bedenken. Zur Monotherapie zugelassene Optionen in der rezidivierten Situation sind die Imide Thalidomid und Lenalidomid, der Proteasom-Inhibitor Bortezomib sowie Bendamustin. Den größten Stellenwert dürfte hier laut Kropff die Kombination aus Lenalidomid und Dexamethason haben, die ihre Wirksamkeit und Verträglichkeit in den beiden Phase-III-Studien MM-09 und -10 gezeigt hat (2). Die Therapieentscheidung wird individuell anhand der Vortherapien, der Patienteneigenschaften wie z.B. dem Alter und der prognostischen Faktoren wie Erhöhung von b2-Mikroglobulin, zytogenetischen Aberrationen und Nierenfunktionseinschränkungen getroffen.

Auch ältere MDS-Patienten profitieren

„Die MDS-Inzidenz steigt mit dem Alter an, weswegen man gerade für ältere und komorbide Patienten wirksame und verträgliche Therapiemöglichkeiten benötigt“, erklärte Dr. Haifa K. Al-Ali, Leipzig. Sie stellte Daten vor, denen zu Folge Azacitidin auch bei den meisten Patienten mit Komorbiditäten und höherem IPSS-Score eine deutliche Verlängerung des medianen Gesamtüberlebens gegenüber einer konventionellen Behandlung bewirkt (3). „In der klinischen Realität erhalten Patienten über 75 Jahre leider oft keine notwendige verfügbare Therapie“, so Al-Ali. Die Nebenwirkungen von Azacitidin sind überwiegend hämatotoxisch. „In aktuellen Studien wie der MDS-004-Studie zeigten sich auch für Lenalidomid beim MDS vielversprechende Ergebnisse, aber für eine Zulassung sind noch weitere Untersuchungen abzuwarten“, sagte Al-Ali abschließend.

sr

Literaturhinweise:
(1) McCarthy PL, et al. ASCO 2010 ; Abstract 8017
(2) San Miguel J, et al. Haematologica 2009;94 Suppl 2: 382 (Abstract 0949)
(3) Fenaux P, et al. Lancet Oncol 2009; 10:223-32

Lunchsymposium „Fortschritte in der Therapie von multiplem Myelom und MDS“, 23.02.2012, DKK 2012, Berlin; Veranstalter: Celgene

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