Donnerstag, 22. August 2019
Navigation öffnen

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

26. September 2014 Lebensqualität bei kutanen Lymphomen

ADO: 11. - 13. September 2014, Frankfurt am Main

Pruritus ist häufig bei kutanen T-Zell-Lymphomen (CTCL) und schränkt die Lebensqualität der Patienten ein. Die Beachtung der Symptome ist somit ein wichtiger Baustein in der Versorgung der Patienten. Die Lebensqualität als Behandlungsziel muss aktiver aufgenommen werden, forderte PD Dr. Chalid Assaf, Krefeld anlässlich des Demierre-Gedenksymposiums "Lebensqualität bei kutanen Lymphomen".

Anzeige:

Kutane Lymphome sind eine heterogene Gruppe von T- und B-Zell-Lymphomen, die die Haut primär oder sekundär befallen können. Die Inzidenz liegt bei 1:100.000 pro Jahr. Die häufigste Form ist die Mycosis fungoides. Sie manifestiert sich zunächst in Form von fleckförmigen, ekzematösen Hautveränderungen, die sich nach Jahren zu plattenartigen Infiltraten (Plaque Stadium) und später dann auch zu Tumoren entwickeln können.

Betroffen sind in der Regel ältere Patienten (Altersgipfel 60-69 Jahre). Männer sind häufiger betroffen als Frauen. Die meisten Patienten verbleiben im Ekzemstadium und haben eine gute Prognose. Hauptsymptome sind Juckreiz und Schmerzen.

Kurative Therapieansätze sind nicht vorhanden. Da eine Heilung nicht möglich ist, gilt es, den Krankheitsverlauf unter Kontrolle zu halten und die Symptome zu lindern. Therapieziele sind Induktion einer Remission, Verlängerung des rezidivfreien Intervalls und die Verbesserung der Lebensqualität. Die Pfeiler der systemischen Erstlinientherapie sind IFN-a und Bexaroten, sagte Assaf. Auch Zytostatika wie Doxorubicin, Gemcitabin oder Methotrexat finden Verwendung im fortgeschrittenen Tumorstadien.

Mit Bexaroten (300 mg/m2/Tag) lassen sich in allen Stadien Ansprechraten von 45% erzielen bei einer medianen Remissionsdauer von 10 Monaten. Diese Ansprechrate in einer Phase-II-Studie (Duvic M et al. JCO 2001) mit Patienten der Stadien IIb-IV wurde laut Assaf in allen Nachfolgestudien bestätigt.

Juckreiz ist das Symptom, das die Lebensqualität von Patienten mit kutanen T-Zell-Lymphomen bestimmt, sagte, Prof. Sonja Ständer, Münster. Die erste Studie zur Lebensqualität bei CTCL veröffentlichte Marie-France Demierre, Professorin für Dermatologie an der Boston University School of Medicine, deren Lebenswerk Prof. Rudolf Stadler anlässlich des Gedenksymposiums würdigte*. In dieser in Cancer veröffentlichten Studie litten 88% der 632 teilnehmenden Patienten (89% Mycosis fungoides, 4% Sézary) an Pruritus und 41% an Schmerzen, was eine sehr hohe funktionale und psychosoziale Einschränkung zur Folge hatte.

Zur Pruritustherapie gibt es wenige Studien. Antihistaminika sind wirkungslos. Als systemische Therapie werden u.a. Gabapentin, Mirtazapin, Paroxetin, Naloxon und Naltrexon eingesetzt. Der zur antiemetischen Therapie zugelassene NKR1-Antagonist Aprepitant lindert ebenfalls Juckreiz und zeichnet sich durch einen schnellen Wirkungseintritt aus, so Ständer. Auch antineoplastische Substanzen könnten dabei helfen den Juckreiz zu mildern und in nächster Zeit sei mit neuen Substanzen für die Pruritustherapie zu rechnen.

as

Demierre-Gedenksymposium "Lebensqualität bei kutanen Lymphomen", Frankfurt am Main, 12. 09. 2014. Sponsor: TEVA


*Dr. Marie-France Demierre, Professorin für Dermatologie an der Boston University School of Medicine, verstarb plötzlich und unerwartet mit 43 Jahren am 13. April 2010. Sie war anerkannte nationale und internationale Expertin für Hautkrebs, besonders bekannt für das kutane T-Zell-Lymphom. Sie war die Erste, die das Thema Lebensqualtiät für Bertroffene mit kutanem T-Zell-Lymphom wissenschaftlich bearbeitet hat und sensibilisierte die internationale Lymphomgruppe, sich verstärkt diesem Thema zu widmen.


Das könnte Sie auch interessieren

Armutsfalle Krebs: Sozialberatung muss verbessert werden

Armutsfalle Krebs: Sozialberatung muss verbessert werden
© WavebreakmediaMicro / Fotolia.com

Am 8. März ist Weltfrauentag. Seit mehr als 100 Jahren prangern Frauen in aller Welt an diesem Tag Missstände an und streiten für ihre Rechte. Die Frauenselbsthilfe nach Krebs, kurz FSH, und die Stiftung Deutsche Krebshilfe verleihen an diesem Tag den Frauen, die an Krebs erkrankt sind, eine Stimme. Denn immer noch gibt es in der Versorgung der Betroffenen Defizite. So wird eine Tumorerkrankung nach wie vor häufig zur Armutsfalle.

Brustkrebs: Wissen schafft Mut

Brustkrebs: Wissen schafft Mut
© drubig-photo / Fotolia.com

Jede zehnte Frau in Deutschland ist im Laufe ihres Lebens von Brustkrebs betroffen. Damit ist das Mammakarzinom mit 65.500 Neuerkrankungen pro Jahr der häufigste Tumor bei Frauen. Die Diagnose wirft Fragen auf: Welche Therapie ist die richtige? Wo bekomme ich Hilfe? Die Deutsche Krebshilfe unterstützt Krebspatienten bei ihrem Kampf gegen die Erkrankung. Sie bietet allen Betroffenen eine kostenfreie telefonische Beratung an und hält allgemeinverständliche...

Aktionswoche zur Aufklärung über Kopf-Hals-Krebs

Aktionswoche zur Aufklärung über Kopf-Hals-Krebs
© Merck Serono

Merck, ein führendes Wissenschafts- und Technologieunternehmen, hat heute bekannt gegeben, dass es sich auch in diesem Jahr an der Aktionswoche zu Kopf-Hals-Krebs beteiligt. Diese wird zum vierten Mal von der Europäischen Kopf-Hals-Gesellschaft (engl.: European Head and Neck Society, EHNS) initiiert und findet vom 19. bis 23. September 2016 statt. Im Rahmen der europaweiten Aktivitäten veranstalten mehrere deutsche Kliniken und Kopf-Hals-Zentren Patiententage und bieten...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Lebensqualität bei kutanen Lymphomen"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ASCO 2019
  • Metastasiertes klarzelliges RCC: Frontline-Therapie mit Pembrolizumab + Axitinib verbessert Überleben gegenüber Sunitinib auch bei intermediärem/ungünstigem Risikoprofil und Tumoren mit sarkomatoiden Anteilen
  • Erhaltungstherapie mit Pembrolizumab nach einer Erstlinienchemotherapie verzögert Progress beim metastasierten Urothelkarzinom
  • Fortgeschrittenes Magenkarzinom und AEG: Pembrolizumab ist Standard-Chemotherapie nicht unterlegen bei besserer Verträglichkeit
  • Ermutigende Ergebnisse mit Pembrolizumab in der Zweitlinientherapie des fortgeschrittenen HCC
  • 5-Jahres-Daten der KEYNOTE-001 Studie bestätigen langanhaltenden Überlebensvorteil durch Pembrolizumab beim fortgeschrittenen NSCLC
  • Pembrolizumab + Chemotherapie firstline bei metastasiertem nicht-plattenepithelialen NSCLC: Medianes OS, PFS und PFS2 nahezu verdoppelt
  • Fortgeschrittenes Endometriumkarzinom: Kombination Pembrolizumab + Lenvatinib wird in Phase-III-Studie getestet
  • Metastasiertes Melanom: Immunbedingte Nebenwirkungen unter Pembrolizumab assoziiert mit längerem rezidivfreien Überleben
  • Pembrolizumab + Platin-basierte Chemotherapie oder Pembrolizumab als Monotherapie erfolgreich in der Erstlinie bei rezidivierenden/metastasierenden Kopf-Hals-Tumoren