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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

18. Dezember 2007 Docetaxel-basierte Chemotherapie bringt Überlebensvorteil

Erst- und Zweitlinientherapie des fortgeschrittenen NSCLC

In der First-Line-Therapie des fortgeschrittenen NSCLC sind beim Gesamtüberleben Chemotherapieschemata, die auf Docetaxel basieren, den Schemata auf der Basis von Vinca-Alkaloiden signifikant überlegen. Den Beweis dafür lieferte die Metaanalyse DOCMA-LC (DOCetaxel Meta-Analysis in Lung Cancer), in der die individuellen Daten von 2867 Patienten aus sieben randomisierten klinischen Studien erfasst wurden.
Für die Metaanalyse berücksichtigt wurden nur Untersuchungen, in denen man Docetaxel (Taxotere®) mit den Vinca-Alkaloiden Vinorelbin oder Vindesin verglichen hatte. In drei Studien wurde Docetaxel mit einer Platinverbindung und in zwei mit Gemcitabin kombiniert und in zwei weiteren Studien als Monotherapeutikum verwendet. In sechs der sieben Studien dienten Vinorelbin-haltige Schemata als Vergleichskombination, und in einer wurde eine Vindesin-haltige Kombination eingesetzt. Die methodische Qualität jeder Studie klassifizierte man mit dem Jadad-Score, berichtete Professor Rudolf M. Huber, München.

Signifikant überlegene Effektivität und Verträglichkeit
Das Überleben wurde anhand der gepoolten individuellen Logarithmen der Hazard Ratio (HR) beurteilt. Sie liefert über das Gesamtüberleben eine bessere Information als das mediane Überleben, versicherte Huber. Mit einer Senkung des Mortalitätsrisikos um 10% (HR 0,90) bestätigte sich in der Metaanalyse der Gesamtüberlebensvorteil einer Docetaxel-basierten primären Chemotherapie beim metastasierten NSCLC. Ergänzt wurde die signifikant überlegene Effektivität durch eine gute Verträglichkeit. Gegenüber den Vinca-Alkaloiden kam es seltener zu schwerwiegenden Nebenwirkungen (Grad 3-4). So wurde beispielsweise das Auftreten einer febrilen Neutropenie um 43% verringert. Zudem benötigten die mit Docetaxel behandelten Patienten deutlich seltener G-CSF-Gaben.

Tumorbedingte Beschwerden bilden sich deutlich zurück
Wie zahlreiche klinische Erhebungen belegen, entfaltet Doce­taxel in der First-Line-Therapie des fortgeschrittenen NSCLC eine ausgeprägte Wirksamkeit, und zwar als Mono- und als Kombinationstherapeutikum, sagte Privatdozent Gunther Wiest, Hamburg. Und das wird durch eine aktuelle Übersichtsarbeit bestätigt. Bereits in der Zulassungsstudie TAX 326 erwies sich Docetaxel/Cisplatin dem Kontrollarm mit Vinorelbin/Cisplatin deutlich überlegen. Das betraf nicht nur die Wirksamkeit, sondern auch die signifikante Rückbildung tumorbedingter Beschwerden. Das hatte einen sehr günstigen Einfluss auf die Lebensqualität, wie sich bei der Analyse mit der LCSS (Lung Cancer Symptom Scale) und dem EuroQol-Fragebogen herausstellte. Dabei handelt es sich um zwei validierte Messinstrumente, die speziell für Karzinompatienten entwickelt wurden. Sie signalisierten deutliche Vorteile für die Docetaxel/Cisplatin-Kombination. In dieser Gruppe kam es gegenüber den Kontrollen zu signifikant weniger tumorbedingten Schmerzen. Überdies klagten deutlich weniger Patienten über eine krankheitsbedingte Gewichtsreduktion von mehr als 10%. Insgesamt ist Docetaxel in puncto Überleben und Lebensqualität eine signifikante Verbesserung der Erst- und Zweitlinientherapie des fortgeschrittenen NSCLC zu attestieren, so Wiest.

First-Line-Sequenz mit Docetaxel verlängert Überleben
Nach der Erstlinien-Chemotherapie mit einer Platin-haltigen Kombination über 4 bis 6 Zyklen wird in aller Regel eine Pause eingelegt und nicht sofort eine Erhaltungstherapie angeschlossen. Erst wenn sich eine Progression abzeichnet, wird üblicherweise eine Zweitlinien-Chemotherapie eingeleitet, berichtete Professor Michael Thomas, Essen. Auf dem ASCO 2007 in Chicago wurden erstmals interessante Daten einer prospektiven randomisierten Studie zur First-Line-Sequenz mit Docetaxel beim fortgeschrittenen NSCLC präsentiert. Die Initialtherapie bestand aus 4 Zyklen einer akzeptierten Kombination aus Carboplatin und Gemcitabin. Zeigte sich nach dieser Therapie keine Progression, wurden die Patienten randomisiert zwei Gruppen zugeteilt. 153 erhielten eine sofortige sequenzielle Chemotherapie mit Docetaxel. Bei 154 wurde damit abgewartet, und sie bekamen nur bei beginnender Progression die Zweitlinien-Chemotherapie mit dem Taxan. Das Resultat fiel eindeutig zugunsten der sofortigen sequenziellen Chemotherapie mit Docetaxel aus. Damit ließ sich die progressionsfreie Überlebenszeit erstmals signifikant von 2,8 auf 6,5 Monate verlängern. Dieser klare Vorteil wurde nicht mit einer Einbuße an Lebensqualität erkauft. Die hämatologische und nicht-hämatologische Toxizität fielen bei der zeitlich intensivierten gegenüber der verzögerten Chemotherapie mit Docetaxel etwas höher aus.

kbf

Quelle: Fachpresse-Konferenz „Kongress-Update Taxotere NSCLC: Bessere Lebensqualität durch effektive Symptomkontrolle“, Heidelberger Schloss, 10. Oktober 2007; Veranstalter: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH


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