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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

25. April 2016 Crizotinib bietet klinisch relevanten Vorteil beim ALK-positiven NSCLC

Die Erstlinientherapie mit Crizotinib (Xalkori®) verlängerte das progressionsfreie Überleben (PFS) bei Patienten mit ALK-positivem nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) um fast 4 Monate. „Ein substanzieller Unterschied, der nicht nur statistisch signifikant, sondern auch klinisch relevant ist“, sagte Prof. Thomas Wehler, Homburg/Saar.
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Fachinformation
Crizotinib ist seit November 2015 zur Erstlinientherapie des ALK-positiven NSCLC zugelassen. Relevant dafür war die Studie Profile 1014 (1), in der Patienten mit lokal fortgeschrittenem ALK-positiven NSCLC mit Nicht-Plattenepithelhistologie zu Crizotinib oder Pemetrexed + Cisplatin randomisiert wurden. Ein Crossover war erlaubt. Nach unabhängigem radiologischen Review zeigte sich in der mit Crizotinib behandelten Gruppe ein signifikant besseres PFS als im Vergleichsarm (10,9 versus 7,0 Monate, HR=0,45; p<0,0001). „Es gibt keine Subgruppe, die nicht profitiert hätte“, merkte Wehler an. Patienten in schlechtem Allgemeinzustand (ECOG PS 2) hatten ebenso einen Vorteil, und Crizotinib wirkte auch bei Hirnmetastasen. Dadurch beinhaltet die Substanz ein sehr großes Potential, so Wehler. Die Ansprechrate in der Crizotinib-Gruppe lag bei 74% gegenüber 45% in der Chemotherapie-Gruppe. Die Zeit bis zum Ansprechen war mit Crizotinib halb so lang (1,4 versus 2,8 Monate), und die Dauer des Ansprechens doppelt so lang (11,3 versus 5,3 Monate). „In der Klinik wurden Ansprechdauern zwischen 3 Monaten und bis zu 2 Jahren beobachtet“, berichtete Wehler.

Von gleichrangiger Bedeutung ist Wehler zufolge die Lebensqualität. Die Lebensqualität und alle Funktionsskalen, sowie lungenkarzinomspezifische Symptome (Husten, Atemnot, Brustschmerzen und Fatigue) besserten sich unter Crizotinib signifikant.

Wehler konstatierte: „Crizotinib ist neuer Standard in der Erstlinientherapie des fortgeschrittenen ALK-positiven NSCLC. Insbesondere profitieren auch schwierig zu behandelnde Subgruppen wie Patienten in schlechtem Allgemeinzustand und mit Hirnmetastasen“.

Eine ALK-Translokation weisen etwa 2% der NSCLC-Patienten auf – relativ gesehen wenig, doch bei rund 50.000 Neuerkrankungen pro Jahr in Deutschland ist dies absolut gesehen eine große Gruppe, so dass es sich lohnt, den Testaufwand zu betreiben, betonte Wehler abschließend.
 

as

Quelle: Fachpressekonferenz „Zulassungserweiterung in der EU: Erstlinienzulassung für Xalkori® (Crizotinib) eröffnet neue Perspektiven für Patienten mit fortgeschrittenem ALK+ NSCLC“, DKK, Berlin, 26.02.2016; Veranstalter: Pfizer

Literatur:


(1) Solomon BJ et al. N Engl J Med 2014;371: 2167-77.


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