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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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10. März 2017

mCRPC: Bluttest soll neue potenzielle Behandlungsziele identifizieren

Die Analyse von zellfreier zirkulierender Tumor-DNA (ctDNA) im Blut soll bei der Suche nach neuen Angriffspunkten für die Prostatakrebsbehandlung helfen. In einer Studie, die Guru Sonpavde, Birmingham, England, auf dem Genitourinary Cancers Symposium (ASCO GU) 2017 vorstellte, wurden mit einem kommerziell verfügbaren Liquid-Biopsy-Test bei Patienten mit metastasiertem kastrationsresistenten Prostatakarzinom (mCRPC) einige genetische Änderungen in der ctDNA identifiziert, die mit einer schlechteren Prognose für die Patienten assoziiert waren (1).
Zellfreie ctDNA kann umfassende Informationen über die genetischen Änderungen im Tumor liefern. Therapien können heutzutage manchmal auf die genetischen Veränderungen des Tumors maßgeschneidert werden, diese Veränderungen entwickeln sich aber oft erst im Laufe der Zeit. Die Tests an zellfreier ctDNA können genutzt werden, um neue genetische Veränderungen aufzuspüren. Laufende Behandlungen, die zu einer Resistenz geführt haben, können anhand dieser Informationen gestoppt werden und die Patienten auf eine andere Therapie umgestellt werden.

In der vorgestellten Studie wurde zellfreie ctDNA aus Blutproben von 514 Patienten mit mCRPC analysiert. Der Bluttest (Guardant360), der bereits mit geringen Mengen an Patientenblut auskommt, bestimmt Veränderungen in 70 krebsrelevanten Genen. Der Zusammenhang zwischen DNA-Veränderungen und klinischem Outcome wurde bei 163 Patienten untersucht. Zusätzlich wurde bei 64 Patienten anhand wiederholt durchgeführter Bluttests untersucht, welche genomischen Veränderungen sich im Laufe der Zeit entwickelten.

Fast alle Patienten (94%) hatten zumindest eine genetische Veränderung, die anhand der ctDNA detektiert werden konnte. Eine höhere Gesamtzahl an genetischen Veränderungen, einschließlich der Veränderungen am Androgenrezeptor (AR)-Gen, war mit schlechteren Therapieverläufen assoziiert sowie mit einem Trend zu einem kürzeren Überleben (allerdings war die Differenz im Überleben nicht statistisch signifikant).

Die am häufigsten mutierten Gene waren TP53 (36%), AR (22%), APC (10%), NF1 (9%), EGFR, CTNNB1 und ARID1A (jeweils 6%), BRCA1, BRCA2 und PIK3CA (jeweils 5%). Die Gene mit den meisten Kopienzahlerhöhungen waren AR (30%), MYC (20%) und BRAF (18%). Eine erhöhte Anzahl an Genkopien kann zu einer Überfülle von Proteinen führen, die das Krebswachstum begünstigen. Momentan gibt es keine zugelassenen Behandlungen für das Prostatakarzinom, die an diesen spezifischen genetischen Mutationen angreifen, obwohl einige bereits in klinischen Studien getestet werden.

In der Gruppe der Patienten, in der die genetischen Veränderungen durch wiederholte Bluttests verfolgt wurden, wurden häufig neue Veränderungen im AR-Gen beobachtet. Daraus schlossen die Autoren, dass Therapieansätze, die an den AR-Mutationen ansetzen, beim mCRPC vielversprechend sind.

Die Veränderungen, die die Bluttests in der ctDNA detektierten, ähnelten den in vorangegangenen Tumorgewebeanalysen gefundenen Ergebnissen. Daher schlussfolgerten die Autoren, dass ctDNA-Tests eine gleichwertige und dabei nicht-invasive Alternative zur Gewebebiopsie sein können. Es werde jedoch noch eine kontrollierte, prospektive klinische Studie benötigt, die dies bestätigt, räumte Sonpavde ein.
(übers. v. sk)
2017 Genitourinary Cancers Symposium
Literatur:
(1) Sonpavde G et al. J Clin Oncol 35, 2017 (suppl 6S; abstract 149).
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