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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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13. März 2012

DKK 2012

NSCLC: C-MET als neues Target in der Therapie

Neben der Tumorhistologie wird derzeit auch der c-MET-Signalweg auf seinen prädiktiven Stellenwert hin beim fortgeschrittenen nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinom (NSCLC) erforscht. Wie PD Dr. Martin Reck, Großhansdorf, berichtete, lieferte Tivantinib (ARQ 197), ein neuer c-MET-Inhibitor, in einer Phase-II-Studie ermutigende Resultate.
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Die Tumorhistologie besitzt einen hohen prädiktiven Charakter und stellt daher ein wichtiges Kriterium bei der Wahl der Firstline-Therapie dar, erklärte Prof. Karl-Matthias Deppermann, Erfurt. Was davon in praxi zu erwarten ist, belegen Studien, in denen NSCLC-Patienten mit Nicht-Plattenepithelkarzinomen einen signifikanten Vorteil im Überleben hatten, wenn sie anstatt der bislang üblichen Standardtherapie die Kombination aus Pemetrexed plus Cisplatin erhielten. Mittlerweile hat sich in mehreren Studien gezeigt, dass die Pemetrexed-haltige Chemotherapie des nicht-plattenepithelialen Bronchialkarzinoms einen relevanten Überlebensvorteil mit sich bringt.

Darüber hinaus zählt auch die c-MET-Inhibition als neues therapeutisches Target. So ist bekannt, dass eine c-MET-Überaktivierung onkogen wirkt, weil sie an Migration, Invasion, Proliferation und Metastasierung der Tumorzellen beteiligt ist. „Die Modulation von c-MET-abhängigen pathologischen Prozessen stellt ein neues potentiell wirksames Target dar, um invasive Tumoren mit hohem metastatischem Potential zu behandeln“, erklärte Reck.

Signifikante Verlängerung des Gesamtüberlebens unter Erlotinib plus Tivantinib

Vor allem beim NSCLC korreliert die c-MET-Amplifikation mit einer ungünstigen Prognose sowie mit einer Resistenz gegenüber EGFR-Kinaseinhibitoren. Gegen c-MET gerichtete Substanzen wie Tivantinib interferieren potentiell mit multiplen biologischen Prozessen, die bei der Onkogenese ablaufen. Hierbei handelt es sich um einen oral verfügbaren und selektiven Hemmstoff der c-MET-Rezeptor-Tyrosinkinase.

Welcher therapeutische Nutzen zu erwarten ist, wurde anhand einer randomisierten, doppelblinden und placebokontrollierten Phase-II-Studie (ARQ197-209-Studie) an 167 Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC untersucht. Sie erhielten je zur Hälfte entweder täglich 150 mg Erlotinib plus 2x täglich 360 mg Tivantinib oder Erlotinib plus Placebo. In der Erlotinib/Tivantinib-Gruppe betrug das Gesamtüberleben 36,6 Wochen, in der Kontrollgruppe 29,4 Wochen, was einer Verlängerung des Gesamtüberlebens um 24% entspricht. Die Differenz erreichte statistische Signifikanz (p=0,50).

Noch besser schnitt die vordefinierte Subgruppe von 117 Teilnehmern ab, bei denen ein fortgeschrittenes NSCLC mit Nicht-Plattenepithel-Histologie vorlag. Hier wurde unter Erlotinib plus Tivantinib eine durchschnittliche Gesamtüberlebenszeit von 43,1 Wochen gegenüber 29,4 Wochen im Kontrollarm registriert. Daraus resultiert eine statistisch signifikante Verlängerung des Gesamtüberlebens um 47% (p<0,05). Ein signifikanter Zuwachs fand sich auch bei der progressionsfreien Überlebenszeit. Derzeit läuft mit MARQUEE eine weltweite Phase-III-Studie mit Erlotinib plus Tivantinib versus Erlotinib plus Placebo.

kbf

Satelliten-Symposium „c-MET – ein vielversprechendes neues Target in der Lungenkrebs-Therapie“, 23.02.2012, DKK 2012, Berlin; Veranstalter: Daiichi Sankyo
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