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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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24. März 2009

Docetaxel-Chemotherapie bei Prostata-, Magen- und Bronchialkarzinom: bessere Lebensqualität trotz höherer therapiebedingter Toxizität

Eine effektive Docetaxel-basierte Tumortherapie bessert rasch die Tumorsymptome und damit auch die Lebensqualität der Patienten – trotz der mit der Chemotherapie verbundenen Nebenwirkungen, wie inzwischen Studien für Patienten mit metastasiertem hormonrefraktären Prostatakarzinom, Magenkarzinom und Lungenkrebs bestätigen. Zudem lassen sich durch Therapiemodifikationen die Nebenwirkungen reduzieren, so dass auch ältere Patienten oder Patienten in schlechtem Allgemeinzustand von einer Docetaxel-basierten Therapie profitieren können.
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Prostatakarzinom

Etwa 11% der Patienten mit Prostatakarzinom befinden sich zum Zeitpunkt der Diagnosestellung bereits im Stadium 4 und viele Patienten sind auch schon zu alt für einen kurative radikale Prostatektomie, berichtete Dr. Gerson Lüdecke, Gießen. Nach Versagen einer Hormontherapie konnte lange Zeit keine weitere Therapie angeboten werden, da eine Chemotherapie als wenig effektiv galt – bis die TAX 327-Studie zeigen konnte, dass Patienten mit metastasiertem hormonrefraktären Prostatakarzinom durch eine Chemotherapie mit Docetaxel einen Überlebensvorteil von im Median 3 Monaten haben. Gleichzeitig gaben 22% der mit Docetaxel behandelten Patienten eine deutlich verbesserte Lebensqualität an gegenüber 13% in der Vergleichsgruppe (Mitoxantron/Prednison; p=0,009), was auf die bessere Tumorkontrolle durch Docetaxel zurückgeführt werden kann. 35% berichteten von einer Schmerzreduktion (vs. 22% in der Vergleichsgruppe; p=0,01). Es profitierten sowohl ältere (> 68 Jahre) als auch jüngere Patienten.

In der TAX 327-Studie wurde Docetaxel in einer Dosierung von 75 mg/m2 dreiwöchentlich eingesetzt. Darunter treten häufiger Grad 3/4-Neutropenien auf als unter Mitoxantron/Prednision. Dagegen spielen Neutropenien kaum eine Rolle, wenn Docetaxel wöchentlich eingesetzt wird, versicherte Lüdecke. Der Urologe berichtete über den „Giessener Weg“, ein Therapiekonzept, wonach die jüngeren, gut belastbaren Patienten mit metastasiertem hormonrefraktären Prostatakarzinom die Standarddosis von Docetaxel erhalten, jüngere schlecht belastbare sowie ältere Patienten dagegen wöchentlich Docetaxel – unter Umständen auch dosisreduziert. Bei Krankheitsstabilisierung wird die Chemotherapie unterbrochen, wobei sich die Pausen in der Regel über etwa 3 Monate erstrecken. Wird der Patient symptomatisch, erhält er ein neuerliches Behandlungsangebot. Diese intermittierende Therapie hat laut Lüdecke eine Erfolgsrate von ca 70% und im Vergleich zu „Nichtstun“ erreicht man etwa eine Verdoppelung der Lebenszeit bei gleichzeitiger Schmerzlinderung, Verbesserung der Mobilität und einer gesteigerten Lebensqualität. Das Alter per se ist somit kein Grund, der gegen eine Docetaxel-Therapie sprechen würde so das Resümee des Referenten.

Magenkarzinom

Wegweisend in der Therapie des Magenkarzinoms war die Studie TAX 325, welche die 3er-Kombination DCF (Docetaxel/Cisplatin/5-Fluorouracil) mit dem alten Referenzregime Cisplatin/5-Fluorouracil (CF) verglich. Erstmals konnte durch die Hinzunahme von Docetaxel eine signifikante Verbesserung des Überlebens von Patienten mit fortgeschrittenem, meist metastasiertem Magenkarzinom im Vergleich zu CF gezeigt werden. Gleichzeitig bestätigte sich in der TAX 325-Studie das bereits 1997 von Glimelius et al. veröffentlichte Ergebnis, dass die Lebensqualität von Magenkarzinompatienten durch eine effektive Chemotherapie verbessert wird, berichtete Dr. Salah-Eddin Al-Batran, Frankfurt/Main. Dabei korrelierte die Zeit bis zur Verschlechterung der Lebensqualität exakt mit dem progressionsfreien Überleben. In der TAX 325 verdoppelte sich zur die Hinzunahme von Docetaxel die 2-Jahres-Überlebensrate (von 8% auf 18%) und trotz ausgeprägterer hämatologischer Toxizität lebten die Patienten länger ohne eine signifikante Verschlechterung der Lebensqualität, solange sie progressionsfrei blieben. Der Austausch von Cisplatin durch Oxaliplatin kann die Verträglichkeit der 3er-Kombination noch erheblich steigern, wie Al-Batran am Beispiel einer 74-jährigen Patientin mit distalem Ösophaguskarzinom verdeutlichte, deren Tumor zu Schluckstörungen, Erbrechen und Anorexie geführt hatte. Es kam zu einer fast kompletten Remission, und parallel zur Symptomatik besserte sich die Lebensqualität.

In Kürze beginnt die nicht interventionelle Studie QoLiTyx, die Sanofi-Aventis und die Arbeitsgruppe „Lebensqualität“ der Arbeitsgemeinschaft Internistischer Onkologen gemeinsam durchführen. In die Studie, deren primärer Endpunkt die Lebensqualität ist, sollen 4000 Patienten mit metastasiertem Mammakarzinom, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem nichtkleinzelligen Bronchialkarzinom, metastasiertem hormonrefraktären Prostatakarzinom, metastasiertem Adenokarzinom des Magens oder lokal fortgeschrittenem Plattenepithelkarzinom im Kopf-Hals-Bereich rekrutiert werden, die eine Docetaxel-basierte Chemotherapie erhalten. Es handelt sich dabei um die größte prospektive Studie zur Lebensqualität in Deutschland, so Al-Batran.

NSCLC

Die Studie TAX 326 beantwortete viele Fragen zur Therapieeffizienz und zu den Nebenwirkungen einer Docetaxelbasierten Chemotherapie beim fortgeschrittenen nichtkleinzelligen Bronchialkarzinom (NSCLC), berichtete Prof. Martin Wolf, Kassel. In dieser Zulassungsstudie bei Patienten mit nicht vorbehandeltem fortgeschrittenen NSCLC führte die signifikant höhere Wirksamkeit von Docetaxel/Cisplatin im Vergleich zur Kombination Vinorelbin/Cisplatin zu einer längeren Überlebenszeit sowie zu einer besseren Lebensqualität. Wesentliche Faktoren waren auch hier die deutliche Schmerzreduktion sowie der geringere Gewichtsverlust unter Docetaxel/Cisplatin.

Die zu erreichende Lebenszeitverlängerung und gleichzeitige Verbesserung der Symptome haben inzwischen auch die Secondline-Therapie des NSCLC zum Standard gemacht. Das Ansprechen auf die Therapie und die Verbesserung der Lebensqualität sind eng miteinander verbunden, betonte Wolf, und auch Patienten mit stabiler Erkrankung zeigen eine deutliche Verbesserung der Lebensqualitätsparameter. as
Quelle: Fach-Pressekonferenz: Quality of Life – Effektive Taxotere®-Therapie für schnelle Symptomkontrolle und bessere Lebensqualität, Berlin, 5. Februar 2009. Veranstalter: Sanofi-Aventis
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