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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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18. Oktober 2011

Chronische Obstipation: Genaue Diagnose notwendig

Chronische Obstipation ist eine der häufigsten Beschwerden der Allgemeinbevölkerung. Das Wissen über die Ursachen und Pathophysiologie hat sich u.a. mit der Identifizierung serotinerger Rezeptoren deutlich erweitert, wodurch neue Therapieoptionen entstehen. Die chronische Obstipation manifestiert sich vor allem als subjektive Beeinträchtigung des Patienten, so Prof. Thomas Frieling, Krefeld. Das Gefühl der inkompletten Entleerung oder anorektalen Blockade oder vergebliches Pressen sind für den Patienten wichtigere Parameter als beispielsweise die Stuhlfrequenz.
Der Lebensstil steht am Anfang des Stufenschemas, hier sind Ballast- und Quellstoffe (Flohsamenschalen) und mehr Bewegung die ersten Maßnahmen. Wirksame und verträgliche Laxantien sind Makrogole oder Bisacodyl. Sind diese Maßnahmen nicht ausreichend, kann bei Frauen (das ausschließliche Patientenklientel der Zulassungsstudie) das Prokinetikum Prucaloprid zum Einsatz kommen.

Chronische Obstipation: Unterscheiden zwischen Passage- und Stuhlentleerungsstörungen

Wichtig für den Arzt ist die Unterscheidung, ob eine verlangsamte Dickdarmpassage (low transit constipation) oder eine Entleerungsstörung (outlet obstruction) vorliegt. Bei ersterer ist nur im Einzelfall eine weiterführende Untersuchung nötig (Messung der oro-analen Transitzeit oder gastrointestinalen Motilität). Bei Verdacht auf eine Entleerungsstörung soll immer eine proktologische Untersuchung erfolgen. Ergänzt werden kann die Basisuntersuchung durch weiterführende Untersuchungen wie eine Elektromyographie des N. pudendus, Defäko-MRT oder einen Ballonexpulsionstest.

Effektvolle Rezeptorblockade

Der peristaltische Reflex, der für den kontrollierten Transport des Darminhalts zuständig ist, wird vom enterischen Nervensystem (ENS) und den enterochromaffinen Zellen mittels Serotonin (5-HT) moduliert, haben neueste Forschungsergebnisse gezeigt [1]. Dafür werden verschiedene 5-HT-Rezeptoren in Muskulatur, Epithel, sensorischen Nervenfasern und im ENS aktiviert. Der 5-HAT3-Rezeptor vermittelt schnelle, aber kurzlebige Antworten, während die Rezeptoren 5-HAT1A, 5-HAT1P, 5-HAT2B, 5-HAT4 und 5-HAT7 langanhaltendere Wirkungen verantworten. Eine 5-HAT3-Rezeptor-Blockade hat daher beim Menschen im Gegensatz zum Tiermodell (Maus, Meerschweinchen) keine großen Auswirkungen auf die Darmmotilität.

5-HAT4 und 5-HAT1P-Rezeptoren hingegen fördern die nervale Aktiviät und damit die Darmperistaltik, bisher hat man jedoch noch keine Möglichkeit gefunden, den 5-HAT1P-Rezeptor als Target zu beeinflussen. Prucaloprid aktiviert den 5-HAT4-Rezeptor und steigert so die Darmmotilität, so Prof. Michael Schemann, München. Prucaloprid stimuliert direkt in der Darmwand die Serotonin-Rezeptoren. Die Peristaltik normalisiert sich, die Anzahl der Stuhlentleerungen wird gesteigert. Das Medikament ist für Frauen zugelassen, bei denen durch Laxantien kein ausreichender Erfolg erzielt werden kann. Die Dosierung beträgt 2 mg/Tag, Frauen über 65 Jahre beginnen zunächst mit 1 mg. Die Darmtransitzeit beschleunigt sich um durchschnittlich 12 Stunden, so das Ergebnis der aus 3 Phase-II-Studien gepoolten Daten [2] mit 280 Patientinnen.

ab

Literatur:
1. Li Z et al. 2011 J Neurosci 31(24):8998-9009
2. Emmanuel A et al. Poster DDW 2011: Gastroenterol 2011, in press

Shire-Satellitensymposium „Prucaloprid: Präzisionswerkzeug am Serotoninrezeptor“ anl. d. DGVS, 16.9.2011, Leipzig
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