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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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07. Dezember 2012

Editorial

Bei nahezu allen verschiedenen Tumorentitäten werden immer mehr molekulare Subtypen, Rezeptormutationen, Translokationen oder Überamplifikationen identifiziert, welche bereits als Target für eine zielgerichtete Therapie genutzt werden oder sich für eine solche Targeted Therapie in naher Zukunft anbieten. Dem Ziel einer individuell auf den Patienten und dessen Tumor zugeschnittenen nebenwirkungsarmen Therapie, kombiniert mit höchst möglicher Effizienz, kommt man dadurch tagtäglich näher. Allerdings ist bis dato das „magic bullet“ für die verschiedenen Tumoren nicht gefunden und es ist weiterhin unklar, ob es dieses „magic bullet“ überhaupt gibt – zu diesem hochinteressanten Thema finden Sie in dieser Ausgabe von JOURNAL ONKOLOGIE einige aktuelle Beispiele.

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Die Tuberöse Sklerose ist eine seltene, genetisch bedingte Erkrankung. Durch einen defekten Komplex aus zwei Genprodukten (TSC1/TSC2) kommt es zu einer mangelnden inhibitorischen Regulation des mTOR-Moleküls, so dass hier die zielgerichtete Therapie mit einem mTOR-Inhibitor sehr vielversprechend ist (M. Sauter et al.).

Auch beim medullären Schilddrüsenkarzinom, bei welchem die Ergebnisse der Chemotherapie sehr ernüchternd sind, rückt die Targeted Therapie, insbesondere mit Multi-Tyrosinkinaseinhibitoren, immer mehr in den Focus (M. C. Kreissl et al.).

Die gleiche Entwicklung zeigt sich beim Lungenkarzinom: innerhalb weniger Jahre hat sich das Therapiespektrum um die zielgerichtete Therapie erweitert (EGFR-Inhibitoren, ALK-Inhibitor) mit dem Nutzen der Verlängerung des progressionsfreien Überlebens für ausgewählte Subgruppen. Weitere zielgerichtete Substanzen sind hier zu erwarten, da weitere molekulare Veränderungen detektiert werden (F. Griesinger).

Für den Erfolg der Targeted Therapie unerlässlich ist natürlich eine Optimierung der Operationstechniken wie auch der interventionellen Verfahren. Ein Beispiel hierfür ist die Mikrowellenablation pulmonaler Neoplasien (T. J. Vogl et al.).

Es zeigt sich, dass das „magic bullet“ aus vielen kleinen „magic bullets“ besteht, welche nach weiterer Detektion und Erkennen der Interaktionen konsequent und korrekt in ein Diagnostik- und Targeted-Therapiekonzept eingebunden werden müssen. Einen weiteren wichtigen Schritt stellt auch die Implementierung auf der Versorgungsebene dar.

Zusätzlich finden sie einen „State-of-the-Art“-Beitrag zum endogenen Cushing-Syndrom (T. Bergmann et al.), aktuelle Informationen zum Management der metastatisch bedingten Spinalkanalkompression (M. Wass et al.) und einen Beitrag der DGFIT zur Verleihung des Clinical Science Award 2012, welcher die Aktualität des Leitthemas der aktuellen Ausgabe sowohl experimentell als auch klinisch unterstreicht.

Viel Spaß beim Lesen.

Prof. Dr. med. Axel Hegele, Marburg

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