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Medizin

18. Juli 2019 Obinutuzumab Standard beim FL – Vorteil auch bei Patienten mit erhöhtem Risikoscore in der Praxis voll bestätigt

Die GALLIUM-Studie zeigt für die Chemoimmuntherapie mit Obinutuzumab (Gazyvaro®) in Induktion und Erhaltung des FL im Vergleich zu MabThera® (Original-Biologikum Rituximab) Überlegenheit hinsichtlich PFS, TTNT und Vermeidung eines frühen Progress (1, 2, 3). Patienten mit einem FLIPI-Risikoscore ≥ 2 profitieren in besonderem Maße von dem Typ-II-Anti-CD20-Antikörper (4). Fallbeschreibungen von der EHA-Jahrestagung 2019 zeigen, dass die Vorteile der Therapie mit Obinutuzumab in der Praxis angekommen sind.*
 
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Fachinformation
Patienten mit einem follikulären Lymphom (FL) und einem FLIPI-Risikoscore ≥ 2, die Mehrzahl der FL-Patienten, haben eine ungünstige Prognose (5). Dass diese Subgruppe mit mittlerem bis hohem Risiko besonders von Gazyvaro profitiert, zeigt eine aktuelle ad-hoc-Subgruppenanalyse der GALLIUM-Studie vom ICML 20194:

Primärer Endpunkt der GALLIUM-Studie war das progressionsfreie Überleben (PFS), das sich auch in der Subgruppe der Patienten mit einem FLIPI-Risikoscore ≥ 2 durch Gazyvaro deutlich verbesserte: Die 4-Jahres-PFS-Rate lag im Gazyvaro-Arm bei 78,2%, gegenüber MabThera mit 64,4%. Das Risiko für Progression oder Tod wurde mit einem Delta von 14% um 35% reduziert und damit sogar noch stärker als in der Intention-to-treat (ITT)-Population (HR 0,73). Dieser Vorteil überträgt sich auch auf die aus Patientensicht relevanten sekundären Endpunkte der Zeit bis zur nächsten Therapie (time to next treatment, TTNT; 4-Jahres-Raten 81,8% vs. 71,2%; HR=0,62), sowie der Rate an frühen Progressionen (progression of disease innerhalb von 24 Monaten, POD24). Ein solcher früher Progress, der ebenfalls mit einer ungünstigen Prognose assoziiert ist (6), trat bei 43 Patienten im Gazyvaro-Arm (9,6%) gegenüber 85 Patienten in der Kontrollgruppe (18,7%) auf. Gazyvaro reduzierte damit das Risiko für einen frühen Progress um rund die Hälfte.

Dass die Vorteile einer Erstlinientherapie mit Gazyvaro bei FL-Patienten auch in der medizinischen Praxis angekommen sind, veranschaulichen Kasuistiken, die im Rahmen eines Symposiums auf dem EHA-Kongress* diskutiert wurden:

Dr. Miguel Canales, Madrid, präsentierte den Fall einer 56-jährigen Patientin mit neu diagnostiziertem FL und hohem Risiko (FLIPI 3) – gleichbedeutend mit einer Überlebenschance nach zehn Jahren von lediglich 35% (5). Da die GALLIUM-Studie gezeigt hatte, dass diese Patienten besonders von Gazyvaro profitieren können (4), wählte Canales die Kombination aus sechs Zyklen Gazyvaro und CHOP als derzeitig wirksamste Erstlinientherapie. Am Ende der Induktionsphase erreichte die Patientin eine komplette Remission. Daran schloss sich eine Erhaltungstherapie mit Gazyvaro alle zwei Monate über zwei Jahre an, in der begründeten Hoffnung, dadurch das PFS und die TTNT für die Patientin zu verlängern

Fazit

Die GALLIUM-Studie zeigt robuste klinische Vorteile für die Chemoimmuntherapie mit dem Standard Gazyvaro, die für Patienten mit FL klinisch relevant sind. Das gilt auch für die Subgruppe der Patienten mit erhöhtem FLIPI-Risikoscore (≥ 2), die von der Gazyvaro-Therapie sogar stärker profitieren als die Gesamtheit der Patienten in der ITT-Population. Die Anwendung von Gazyvaro gilt bei dem von Anti-CD20-Antikörpern vertrauten Sicherheitsprofil als sicher. Das Fallbeispiel illustriert, dass mit Gazyvaro eine Therapie zur Verfügung steht, die die Prognose der Patienten deutlich verbessern kann und damit Vorteile für Arzt und Patient bietet.

* Von Roche gesponsertes Satellitensymposium "Practical insights into managing follicular lymphoma: what´s best for patients?“ im Rahmen des EHA-Kongresses am 13.06.2019 in Amsterdam.

Quelle: Roche

Literatur:

(1) Marcus R et al., N Engl J Med 2017; 377: 1331-44
(2) Townsend W et al., Blood 2018; 132: ASH 2018, Abstract #1597
(3) Launonen A et al., Blood 2017; 130: ASH 2017, Abstract #1490
(4) Launonen A et al., Hematol Oncol 2019; 37 (Suppl 2): 386-7 (ICML 2019, Abstract #342)
(5) https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/follikulaeres-lymphom/@@guideline/html/index.html (aufgerufen 18.07.2019)
(6) Casulo C et al., J Clin Oncol 2015; 33: 2516-22


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