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Medizin
30. August 2017

Nicht-invasive Therapien bei hellem Hautkrebs

Mehr als 100 Dermatologen und Hautexperten haben sich Ende Juni 2017 in München zu aktuellen, leitliniengerechten Standards zur Behandlung des hellen Hautkrebses ausgetauscht. Im Fokus stand dabei vor allem die photodynamische Therapie (PDT). Bei aktinischen Keratosen und weiteren Formen des hellen Hautkrebses, wie dem Basalzellkarzinom, setzt sich diese Behandlungsoption immer mehr durch.
Standardtherapie bei der Behandlung des Basalzellkarzinoms und Plattenepithelkarzinoms ist die operative Entfernung. Die Leitlinien beschreiben auch Methoden wie die photodynamische Therapie, Kryochirurgie, Strahlentherapie, systemische und topische Verfahren. Der optimale Behandlungsplan leitet sich aus klinischer Tumorgröße, Lokalisation des Tumors, histologischer Tiefenausdehnung, therapeutischem Sicherheitsabstand und der Tumoraggressivität ab. Die photodynamische Therapie (z.B. mit 5-Aminolävulinsäure, ALA) zeichnet sich durch hohe Wirksamkeit, die Möglichkeit der Flächenbehandlung bei Feldkanzerisierungen und narbenfreies Abheilen aus. Zudem kann sie eine klinisch nachgewiesene Hautverjüngung bewirken, die über bis zu 12 Monate fortschreitet (1,2,3).

OCT-gestützte photodynamische Therapie bei Basalzellkarzinomen

Dr. Martina Ulrich stellte als nicht-invasive Unterstützung in der Diagnostik die optische Kohärenz-Tomographie (OCT) vor. Diese erlaubt die Diagnose subklinischer Läsionen, zeigt die Läsionstiefe, verschiedene „Herde“ und liefert wichtige Informationen zur Entscheidung darüber, ob eine photodynamische Therapie sinnvoll ist. Neben der Tiefenstruktur der Epidermis werden diffus wachsende Tumore bis zu 1-2 Millimeter Dicke sichtbar. „Eine photodynamische Therapie mit BF-200 ALA kann bei Patienten mit Feldkanzerisierung ganze Flächen abdecken und somit frühzeitig die Läsionsbildung und Progression minimieren. Die wissenschaftlichen Daten bestätigen: Dünne Tumore können sehr gut mit PDT, insbesondere mit 5-Aminolävulinsäure (Ameluz®), behandelt werden,” sagte Ulrich.

Berufsbedingter, sonneninduzierter heller Hautkrebs

Die Aktinische Keratose ist seit 1. Januar 2015 als Berufskrankheit anerkannt und die PDT wird als Therapieoption von den Berufsgenossenschaften (BG) erstattet. Nach Genehmigung der BG haben Versicherte rechtlichen Anspruch auf die Behandlung ihrer beruflich erworbenen aktinischen Keratosen und Plattenepithelkarzinome, sowie auf Erstattung der Therapiekosten (4).

Dermatologen sind verpflichtet, jeden berufsbedingten hellen Hautkrebs zu melden (5). Hautärzte können nach dem Anerkennungsbescheid und erteiltem Behandlungsauftrag durch den Unfallversicherungsträger die photodynamische Therapie unter den UV-GOÄ-Ziffern 570 und 571 abrechnen.

Quelle: Biofrontera

Literatur:

(1) Ameluz® ist zugelassen zur Behandlung des superfiziellen und/oder nodulären Basalzellkarzinoms bei Erwachsenen, das sich wegen möglicher krankheitsbedingter Morbidität und/oder schlechter kosmetischer Ergebnisse nicht für eine chirurgische Behandlung eignet, als auch zur Behandlung aktinischer Keratosen leichten bis mittelschweren Schweregrads im Gesicht und auf der Kopfhaut (Grad 1 bis 2 nach Olsen) und von Feldkanzerisierungen.
(2) Reinhold, U et al: Br J Dermatol., Oct (2016), 696-705.
(3) Fachinformation Ameluz®, Stand Januar 2017
(4) Formulare (u.a. Leitfaden zur Abrechnung, Berufskrankheitenanzeige u.a. Arbeitshilfen) sind bei der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung online erhältlich.
(5) SGB 7, Paragraph 202


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