Donnerstag, 26. November 2020
Navigation öffnen
Anzeige:
Venclyxto
 
Medizin

30. Mai 2020 HCC: Kombination aus Pembrolizumab und Lenvatinib zeigt vielversprechende Antitumor-Aktivität

Die Behandlungsmöglichkeiten beim hepatozellulären Karzinom (HCC) in der Erstlinie haben sich in den vergangenen Jahren erweitert. Nachdem der Tyrosinkinase-Inhibitor (TKI) Sorafenib lange die einzige zugelassene systemische Erstlinientherapie für den chemoresistenten Tumor darstellte, ist seit 2018 auch der Multikinasehemmer Lenvatinib, der VEGFR 1-3, FGFR 1-4, PDGFRα, RET und KIT adressiert, als Erstlinien-Behandlung zugelassen. Nun ruhen große Hoffnungen auf Kombinationen von potenten, primär antiangiogen wirkenden Substanzen wie Lenvatinib mit Immuncheckpoint-Inhibitoren wie dem PD-1-Inhibitor Pembrolizumab (KEYTRUDA®). Beim virtuellen Jahreskongress der ASCO 2020 (ASCO20 Virtual) wurden erste vielversprechende Daten einer Phase-Ib-Studie zur Kombination von Pembrolizumab und Lenvatinib beim nicht-resezierbaren HCC vorgestellt (1).
In die Phase-Ib-Studie, die Dr. Andrew X. Zhu, Boston, MA, USA, im Rahmen einer Poster Discussion Session vorstellte, wurden 104 Patienten (6 in Teil 1 und 98 in Teil 2 der Studie) eingeschlossen, die im Erstliniensetting 200 mg Pembrolizumab i.v. an Tag 1 eines 21-tägigen Zyklus zusammen mit oral verabreichtem Lenvatinib (12 mg/Tag bei Körpergewicht ≥ 60 kg bzw. 8 mg/Tag bei Körpergewicht < 60 kg) erhielten. Primäre Studienendpunkte waren in Teil 1 die Sicherheit und Verträglichkeit der Medikation sowie in Teil 2 die objektive Ansprechrate (ORR) sowie die Ansprechdauer (DoR) nach mRECIST- und RECIST v1.1-Kriterien, ermittelt in einem unabhängigen Review auf Basis der Bildgebung.

Nachdem Teil 1 keine Bedenken hinsichtlich der Sicherheit ergeben hatte, gingen 100 Patienten in die Auswertung für Studienteil 2 ein, von denen beim Datenschnitt am 31.10.2019 nach einer medianen Nachbeobachtungzeit von 10,6 Monaten noch 37% unter Therapie standen. Die ORR nach mRECIST betrug 46% (95%-KI: 33,0-56,3) mit 11% kompletten (CR) und 35% partiellen Remissionen (PR) sowie 42% Krankheitsstabilisierungen (SD); die ORR nach RECIST v1.1 lag etwas niedriger bei 36% (95%-KI: 26,6-46,2), darunter 1% CR und 35% PR sowie 52% SD. Die Krankheitskontrollrate (DCR) lag bei beiden Auswertungsversionen bei 88%. Die mediane DoR betrug 8,6 Monate (mRECIST) bzw. 12,6 Monate (RECIST v1.1). Das mediane Gesamtüberleben (OS) betrug 22,0 Monaten (95%-KI: 20,4-nicht erreicht) und das mediane progressionsfreie Überleben (PFS) 8,6 Monate nach RECIST v1.1 (95%-KI: 7,1-9,7).
 
Die Nebenwirkungen unter der Kombinationstherapie waren nicht unerheblich. Behandlungsassoziierte Nebenwirkungen wurden bei 95% der Patienten dokumentiert, davon 67% ≥ Grad 3. Die häufigste therapieassoziierte Nebenwirkung ab Grad 3 war Bluthochdruck, die bei 17% der Patienten auftrat, gefolgt von Diarrhoe (5%) und Fatigue (4%). 36% der mit der Kombination Pembrolizumab/Lenvatinib behandelten Patienten hatten schwerwiegende Nebenwirkungen und 3 Patienten verstarben an deren Folgen.

Zhu zieht aus den Daten der Phase-Ib-Studie den Schluss, dass die Kombination Pembrolizumab/Lenvatinib bei Patienten mit unresezierbarem HCC „eine vielversprechende Antitumor-Aktivität zeigt, die sich in einer hohen ORR und DCR widerspiegelt“ und – angesichts der Schwere des Krankheitsbildes HCC – mit einem tolerierbaren Sicherheitsprofil einhergeht. „Es gab keine unerwarteten Toxizitäten“, sagte Zhu. Nun evaluiert eine laufende Phase-III-Studie (NCT03006926) die Kombination Pembrolizumab/Lenvatinib im Vergleich zu einer Lenvatinib-Monotherapie als Erstlinienbehandlung beim unresezierbaren HCC.

Dr. rer. nat. Claudia Schöllmann

Quelle: ASCO20 Virtual

Literatur:

(1) Zhu A et al. A phase Ib study of lenvatinib (LEN) plus pembrolizumab (PEMBRO) in unresectable hepatocellular carcinoma (uHCC). ASCO20 Virtual, Abstract 4519 und Poster, präsentiert in einer Poster Discussion Session.


Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"HCC: Kombination aus Pembrolizumab und Lenvatinib zeigt vielversprechende Antitumor-Aktivität"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ESMO Virtual Congress 2020
  • Fortgeschrittenes Melanom nach Versagen einer PD-(L)1-Inhibition: Vielversprechende Antitumoraktivität mit Pembrolizumab + Lenvatinib
  • Pembrolizumab + Lenvatinib: Vielversprechende Ansprechraten bei vorbehandelten fortgeschrittenen Tumoren
  • HNSCC: Pembrolizumab als Monotherapie und als Partner einer Platin-basierten Chemotherapie erfolgreich in der Erstlinie
  • Ösophaguskarzinom: Relevante OS- und PFS-Verlängerung durch Pembrolizumab + Chemotherapie in der Erstlinie
  • 5-Jahres-Daten der KEYNOTE-024-Studie bestätigen deutliche Überlegenheit für Pembrolizumab mono vs. Chemotherapie beim NSCLC mit hoher PD-L1-Expression
  • Neuer Anti-ILT4-Antikörper zeigt in Kombination mit Pembrolizumab erste vielversprechende Ergebnisse bei fortgeschrittenen Tumoren
  • Adjuvante Therapie mit Pembrolizumab verlängert auch das fernmetastasenfreie Überleben bei komplett resezierten Hochrisiko-Melanomen im Stadium III
  • HIF-2α-Inhibitor MK-6482 beim Von-Hippel-Lindau-Syndrom: Vielversprechende Wirksamkeit auch bei Nicht-RCC-Läsionen
  • Neuer Checkpoint-Inhibitor: Vielversprechende erste Studiendaten für Anti-TIGIT-Antikörper Vibostolimab in Kombination mit Pembrolizumab