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Medizin
24. September 2012

Erstellung und Umsetzung supportivmedizinischer Leitlinien

Koh et al. hatten in ihrer Studie (Abstr. 390) in zwei koreanischen medizinischen Zentren untersucht, inwieweit die MASCC-Guidelines zur Prophylaxe von Chemotherapie-induzierter Übelkeit und Erbrechen (CINV) in der Praxis Anwendung finden. Die Unterlagen von 520 Patienten, die zwischen Januar und Dezember 2011 eine Chemotherapie erhalten hatten, wurden analysiert.

Bei den Patienten, die eine hoch emetogene Chemotherapie (HEC) bekommen hatten, wurden 67,5% nicht leitlinienkonform behandelt, hauptsächlich bekamen sie kein Aprepitant. Die 32,5% Patienten, die gemäß den Leitlinien eine Dreifach-Prophylaxe mit NK1-RA, 5-HT3-Rezeptorantagonist (5-HT3-RA) und Kortikosteroid erhalten hatten, waren mehrheitlich in internistisch-onkologischen Abteilungen behandelt worden. Bei den 57 Patienten, die eine AC-basierte Chemotherapie in einer Abteilung für medizinische Onkologie erhalten hatten, war die Prophylaxe bei 87,7% der Patienten leitlinienkonform. Die 43 mit AC-basierter Chemotherapie behandelten Patienten allerdings, die in einer chirurgischen Abteilung behandelt wurden, erhielten nicht den empfohlenen NK1-RA. Bei den 144 Patienten, die mit einer moderat emetogenen Chemotherapie (MEC) behandelt worden waren, erhielten 96,5% einen 5-HT3-RA, bei einem Viertel von ihnen war dies Palonosetron. Die Studie demonstrierte, dass ein NK1-RA zwar nicht bei HEC, aber bei AC-basierter Chemotherapie eingesetzt wurde. Außerdem zeigte sie, dass sich vor allem die Abteilungen für internistische Onkologie an die MASCC-Leitlinien hielten.

Auch eine Plenary Session beschäftigte sich mit dem Problem der Erstellung und vor allem der Umsetzung von supportivmedizinischen Leitlinien und beleuchtete dies nicht nur am Beispiel Antiemese, sondern auch bei der febrilen Neutropenie, bei Nebenwirkungen an der Haut und der Entwicklung von antiemetischen Leitlinien speziell für pädiatrische Patienten (Lee Dupuis L et al., Abstract No. 622).

Auch supportivmedizinische Gebiete abseits der großen Themenkreise wurden mit Vorträgen abgehandelt wie beispielsweise der Einsatz molekularer Prädiktoren in der supportiven Therapie, Kachexie, Dyspnoe und die Frage, wie ökonomische Faktoren den Einsatz supportiver Maßnahmen beeinflussen.

Petra Ortner

MASCC/ISOO International Symposium on Supportive Care in Cancer, 28.-30. Juni 2012, New York, USA


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