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Medizin
05. Juli 2013

ASCO 2013: Studienergebnisse bestätigen Nutzen des mTOR-Inhibitors beim fortgeschrittenen Mamma- und Nierenzellkarzinom

Die Wirksamkeit von Everolimus beim fortgeschrittenen Mammakarzinom ist unabhängig von den vier am häufigsten mutierten Genen bzw. Signalwegen PIK3CA, PTEN, CCND1 oder FGFR1/2. Dies zeigen die Daten einer auf der 49. Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) in Chicago, Illinois, USA vorgestellten retrospektiven Biomarker-Analyse der BOLEROA-2-Studie. Demnach konnte in den definierten Subgruppen bezüglich der vier am häufigsten von Veränderungen betroffenen Genen/Signalwegen kein prädiktiver Marker für die Wirksamkeit dieses mTOR-Inhibitors beim Hormonrezeptor(HR)-positiven, HER2B/neu-negativen, fortgeschrittenen Mammakarzinom identifiziert werden. Die aktuelle Auswertung ergab auch, dass Patientinnen ohne oder mit nur einer Mutation in den PIK3CA-, PTEN-, CCND1- und FGFR1/2-Signalwegen am besten auf die Therapie mit dem mTOR-Inhibitor ansprechen (1).

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Des Weiteren konnte im Rahmen des ASCO in einer aktuellen Auswertung der RECORDC-3-Studie gezeigt werden, dass beim fortgeschrittenen Nierenzellkarzinom das mediane Gesamtüberleben bei dieser Zwischenanalyse für die Sequenz Sunitinib in der Erstlinie gefolgt von Everolimus in der Zweitlinie 32,0 Monate beträgt (20,5-NAD) (3). Die finale Auswertung zum Gesamtüberleben steht hier noch aus. Damit bestätigen die aktuellen Ergebnisse den Stellenwert von Everolimus in dieser Indikation als Standard in der Zweitlinientherapie nach Progress unter einem Tyrosinkinase-Inhibitor.

Fortgeschrittenes Mammakarzinom: Everolimus plus Exemestan - nahezu 1 Jahr ohne Progression

In der zulassungsrelevanten Phase-III-Studie BOLERO-2 erzielten Patientinnen mit fortgeschrittenem HR-positivem, HER2/neu-negativem Mammakarzinom unter Everolimus plus Exemestan ein signifikant längeres medianes PFS im Vergleich zu Placebo plus Exemestan (11,0 Monate vs. 4,1 Monate; HRE=0,38; 95%-KIF: 0,31-0,48; p<0,0001) (2). Dabei profitierten alle prospektiv geplanten Subgruppen bezüglich des medianen PFS signifikant von der Kombination Everolimus plus Exemestan (HR=0,45; 95%-KI: 0,38-0,54; p<0,0001) (4). Patientinnen in der Erstlinie erreichten unter Everolimus und Exemestan ein medianes PFS von 15,2 Monaten verglichen mit 4,2 Monaten unter Placebo und Exemestan (HR=0,32; 95%-KI: 0,18-0,57) (5).

Dass der Nutzen der Everolimus-Therapie unabhängig von den vier häufigsten Mutationen ist, zeigte die aktuelle Auswertung der retrospektiven Biomarker-Analyse zu BOLERO-2: Beim fortgeschrittenen Mammakarzinom sind die Gene innerhalb der PI3K- (PIK3CA, PTEN), Zellzyklus- (CCND1), und FGFR1/2-Signalwege besonders häufig mutiert (1). Die aktuelle Auswertung zeigte jedoch, dass die Wirksamkeit von Everolimus unabhängig von Veränderungen in diesen vier am häufigsten mutierten Genen bzw. Signalwegen ist. Es konnte kein prädiktiver Marker für die Wirksamkeit von Everolimus identifiziert werden (1). Die Analyse der Biomarker-Daten zeigte des Weiteren, dass Patientinnen mit wenigen Genveränderungen in PIK3CA/PTEN/CCND1 oder FGFR1/2 einen höheren Nutzen von Everolimus und Exemestan hatten. Diese Erkenntnisse haben derzeit keinen Einfluss auf die Anwendung von Everolimus in der klinischen Praxis. Jedoch könnten die Daten dieser retrospektiven Biomarker-Analyse einen maßgeblichen Einfluss auf zukünftige Forschungsprojekte zum HR-positiven, HER2/neu-negativen fortgeschrittenen Mammakarzinom haben und als Grundlage dienen, weitere zielgerichtete Therapien gegen das fortgeschrittene Mammakarzinom zu entwickeln (1).

Everolimus als Standard in der Zweitlinie beim fortgeschrittenen Nierenzellkarzinom bestätigt

Der mTOR-Inhibitor Everolimus ist auch zugelassen für Patienten mit fortgeschrittenem Nierenzellkarzinom, bei denen es während oder nach einer gegen VEGFG gerichteten Therapie zu einer Krankheitsprogression kommt (6). Die Substanz gilt entsprechend den internationalen und europäischen Guidelines als Standardtherapie nach Progress unter dem Tyrosinkinase-Inhibitor Sunitinib (7,8). Motzer et al. präsentierten auf dem diesjährigen ASCO vorläufige Ergebnisse zur RECORD-3-Studie. Dabei lag das mediane Gesamtüberleben der Sequenz Sunitinib gefolgt von Everolimus bei 32,0 Monaten (20,5-NA) (3), wobei das mediane Follow-up 22,4 Monate betrug. Die finale Auswertung zum Gesamtüberleben steht hier noch aus. Das Sicherheitsprofil von Everolimus war mit der zulassungsrelevanten Studie RECORD-1 vergleichbar (3,9). Diese neuen Daten unterstützen den bisherigen Therapiealgorithmus beim fortgeschrittenen Nierenzellkarzinom: Firstline Sunitinib gefolgt von Everolimus in der Zweitlinie.

Legende:
A: BOLERO: Breast cancer trials of OraL EveROlimus.
B: HER2: Human Epidermal growth factor Receptor 2.
C: RECORD: REnal Cell cancer treatment with Oral RAD001 given Daily.
D: NA: Not Available (noch nicht erreicht).
E: HR: Hazard Ratio.
F: KI: Konfidenzintervall.
G: VEGF: Vascular Endothelial Growth Factor.

Literaturhinweise:
(1) Hortobagyi GN et al.: Correlation of molecular alterations with efficacy of everolimus in hormone receptor-positive, HER2-negative advanced breast cancer: Results from BOLERO-2. ASCO 2013: Oral Presentation und Abstr. #LBA509; J Clin Oncol 2013; 31 (Suppl., Abstr. #LBA509).
(2) Piccart M et al.: Everolimus for postmenopausal women with advanced breast cancer: updated results of the BOLERO-2 phase III trial. ASCO 2012: Poster und Abstr. #559; J Clin Oncol 2012; 30 (Suppl., Abstr. #559).
(3) Motzer RJ et al.: Record-3: Phase II randomized trial comparing sequential first-line everolimus (EVE) and second-line sunitinib (SUN) versus first-line SUN and second-line EVE in patients with metastatic renal cell carcinoma (mRCC). ASCO 2013: Abstr. #4504; J Clin Oncol 2013; 31 (Suppl., Abstr. #4504).
(4) Piccart M et al.: Final progression-free survival analysis of BOLERO-2: A phase III trial of everolimus for postmenopausal women with advanced breast cancer. SABCS 2012: Poster P6-04-02.
(5) Campone M et al.: BOLERO-2: Efficacy and Safety of First-Line Everolimus plus Exemestane in Advanced Breast Cancer. IBCC St. Gallen 2013: Poster #276.
(6) Fachinformation Afinitor® (Everolimus); Stand: Dezember 2012.
(7) National Comprehensive Cancer Network. NCCN Clinical Practice Guidelines in Oncology Kidney Cancer (Version 2.2012). Online unter: www.nccn.org/clinical.asp. Zuletzt aufgerufen am: 25.06.2013.
(8) de Reijke TM et al.: European Organisation for Research and Treatment of Cancer - Genito-Urinary Tract (EORTC-GU) Group expert opinion on metastatic renal cell cancer. Eur J Cancer 2009; 45:765-773.
(9) Motzer RJ et al.: Phase 3 trial of everolimus for metastatic renal cell carcinoma. Cancer 2010; 116:4256-4265.

Quelle: Novartis Oncology Pressemitteilung "Hohe Präsenz von Afinitor® (Everolimus) beim ASCO 2013: Studienergebnisse bestätigen Nutzen des mTOR-Inhibitors beim fortgeschrittenen Mamma- und Nierenzellkarzinom", ASCO, 31. Mai – 04. Juni 2013, Chicago, IL, USA. Autor: Novartis Pharma GmbH.


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