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Medizin

16. Mai 2018 Nintedanib vielversprechender Wirkstoff gegen Pleuramesotheliom

Ein Krebsmedikament zeigt in präklinischen Modellen vielversprechende Wirksamkeit bei der Wachstumshemmung des malignen Pleuramesothelioms. Dies ist das Ergebnis einer neuen Studie, die von der MedUni Wien gemeinsam mit ForscherInnen aus Deutschland und Ungarn veröffentlicht wurde.
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Die aktuellen Forschungsergebnisse lassen darauf schließen, dass der neue, zielgerichtete Wirkstoff mit dem Namen Nintedanib ein vielversprechender Ansatz für die Behandlung von PatientInnen mit Mesotheliom ist. Er verhindert das Wachstum neuer Blutgefäße im Mesotheliom und unterbindet somit die Versorgung des Tumors mit Nährstoffen und Sauerstoff.
 
Der Wirkstoff hemmt spezielle Wachstumsfaktoren beim Mesotheliom sowie die Entwicklung neuer Blutkapillaren im Tumor und ist bereits für andere fatale thorakale Erkrankungen zugelassen, wie etwa bei idiopathischer Lungenfibrose und Lungenadenokarzinom. Nun konnte gezeigt werden, dass es auch beim malignen Pleuramesotheliom wirkt: „Wir haben zum ersten Mal nachgewiesen, dass menschliche Mesotheliomzellen die Zielmoleküle von Nintedanib exprimieren und dass dieses Medikament zudem das Wachstum und die Migration von Mesotheliomzellen hemmt“, erklärt die Erstautorin der Studie Viktoria Laszlo von der Klinischen Abteilung für Thoraxchirurgie der MedUni Wien, „außerdem haben wir gezeigt, dass Nintedanib das Wachstum und die Gefäßversorgung von menschlichen Mesotheliomtumoren, die in den Brustkorb von Mäusen implantiert wurden, stark reduziert.“
 
Studienleiter Balazs Dome, Leiter des Translational Thoracic Oncology Program an der MedUni Wien, und Balazs Hegedus, Abteilung für Thoraxchirurgie, Universitätsmedizin Essen (Ruhrlandklinik), fügen hinzu: „Wichtig ist, dass diese krebsbekämpfende Wirkung von Nintedanib bei der Behandlung von Mesotheliomen mit geringerer Gefäßneubildung im Tiermodell stärker war als die von Bevacizumab – dem Referenz-Blutgefäßwachstumshemmer (Angiogenese) in der klinischen Onkologie –. Eine Kernaussage dieser Versuche ist daher, dass Nintedanib als Teil der systemischen Tumorbekämpfung für Patienten mit weniger „angiogenen“ Mesotheliomen im Vergleich zu Bevacizumab als überlegen betrachtet werden kann.“
 
Die Studie, die kürzlich in der Zeitschrift Clinical Cancer Research veröffentlicht wurde, ist von besonderer klinischer Relevanz, da sie zusammen mit den vielversprechenden Ergebnissen der klinischen LUME-Meso Studie dazu beitragen könnte, dass Nintedanib zum wesentlichen Bestandteil des Behandlungsstandards für PatientInnen mit Mesotheliom wird.

Quelle: Medizinische Universität Wien

Literatur:

Viktoria Laszlo, Zsuzsanna Valko, Ildiko Kovacs et al.
„Nintedanib is active in malignant pleural mesothelioma cell models and inhibits angiogenesis and tumor growth in vivo”.
Clinical Cancer Research. Veröffentlicht in OnlineFirst am 03. Mai 2018 https://doi.org/10.1158/1078-0432.ccr-17-1507
 


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