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Medizin

03. Mai 2018 Edoxaban: Krebspatienten mit Thrombose die Antikoagulation erleichtern

Bei Krebspatienten mit venöser Thromboembolie (VTE) ist der Nettonutzen von Edoxaban mit dem von niedermolekularem Heparin (LMWH) vergleichbar, dies wurde beim DGK-Kongress berichtet. Und bei Vorhofflimmern hat Edoxaban gerade bei betagten Patienten deutliche Vorteile gegenüber Warfarin.
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Fachinformation
Krebspatienten können heute oftmals länger überleben als noch vor einigen Jahren. Zugleich haben sie aber im Krankheitsverlauf „ein exzessiv hohes Risiko, an einer Thrombose oder Lungenembolie zu erkranken“, betonte PD Dr. Jan Beyer-Westendorf, Dresden. Hat ein Krebspatient erst einmal eine VTE erlitten, so ist sein VTE-Rezidivrisiko besonders hoch, ebenso aber auch sein Risiko für schwere Blutungen unter der Antikoagulation. Zudem ist die leitliniengerechte Gerinnungshemmung mit subkutan applizierbarem LMWH bei den Patienten auf Dauer nicht sonderlich beliebt.

In der HOKUSAI-VTE-Cancer-Studie wurde in dieser herausfordernden Patientengruppe die Antikoagulation durch nicht Vitamin-K-abhängige orale Antikoagulanzien (NOAK) vs. LWMH direkt verglichen. 1.046 Patienten mit aktiver Krebserkrankung und mit Lungenembolie oder proximaler Thrombose waren eingeschlossen. Sie wurden gleichmäßig auf zwei Therapiearme randomisiert: Ein Jahr lang erhielten sie entweder das NOAK Edoxaban (Lixiana®) oder das LMWH Dalteparin.

Der kombinierte primäre Endpunkt aus VTE-Rezidiv und schwerer Blutung trat in dieser Zeit bei 12,8% der Edoxaban- vs. 13,5% der Dalteparinpatienten ein. Damit war Edoxaban der Standardtherapie mit Dalteparin nicht unterlegen (p = 0,006). Laut Beyer-Westendorf sollten Effektivität und Sicherheit der Antikoagulation bei den onkologischen Patienten gemeinsam betrachtet werden: „Der Patient sollte weder wegen einer VTE noch wegen einer Blutung seine Chemotherapie unterbrechen müssen.“

Im Einzelnen wurden unter Lixiana® signifikant weniger VTE-Rezidive beobachtet (7,9% vs. 11,3%), dafür aber mehr schwere Blutungen (6,9% vs. 4,0%). Bei den kritischen Blutungen der Kategorien 3 und 4 lagen jedoch beide Gruppen gleichauf. Weniger Edoxaban- als Dalteparinpatienten brachen die Behandlung vorzeitig ab (1).

Hochbetagte mit Vorhofflimmern profitieren von Edoxaban

Prof. Dr. Ingo Ahrens, Köln, fokussierte auf eine andere Indikation: Er zeigte, dass Edoxaban bei Vorhofflimmern in den verschiedensten Subgruppen gleichermaßen effektiv ist.

So wurden schwere Blutungen in der ENGAGE-AF TIMI-48-Studie gerade bei den über 75-jährigen Patienten unter Edoxaban signifikant seltener beobachtet als unter Vitamin-K-Antagonisten (VKA). Dies galt erst recht für intrakranielle sowie für tödliche Blutungen. Und auch bei den 65- bis 74-Jährigen war die Häufigkeit schwerer sowie intrakranieller Blutungen unter Edoxaban verringert. „Alte Patienten haben unter Edoxaban einen deutlich größeren Nettonutzen als unter VKA“, fasste Ahrens diesen Punkt zusammen (2).

Simone Reisdorf

Quelle: Symposium „Antikoagulation 2018: einfach – sicherer in die Zukunft?“, 05.04.2018, DGK-Kongress, Mannheim; Veranstalter: Daiichi

Literatur:

(1) van Es N et al. Thromb Haemost 2015;114:1268-76
(2) Kato ET et al. J Am Heart Assoc 2016;5


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