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Medizin

17. Juli 2019 Aktinische Keratose und Plattenepithelkarzinom: Neue S3-Leitlinie soll bessere Patientenversorgung bieten

Die S3-Leitlinie Aktinische Keratose (AK) und Plattenepithelkarzinom der Haut (PEK) löst die bestehenden Leitlinien – eine S2k-Leitlinie zum PEK aus dem Jahr 2013 und eine S1-Leitlinie zur AK aus dem Jahr 2011 – ab. Die Aktualisierung und die Anhebung auf das S3-Niveau waren dringend erforderlich, um angesichts des steigenden Bedarfs und der Vielzahl an Therapieoptionen Ärzten eine evidenzbasierte Orientierungshilfe zu geben.
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Das Leitlinienprogramm Onkologie hat unter Federführung der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) und der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Onkologie (ADO) der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) und der DDG eine S3-Leitlinie Aktinische Keratose (AK) und Plattenepithelkarzinom (PEK) der Haut erarbeitet.

Besonderes Augenmerk auf Risikogruppen

Zielgruppe sind Patienten mit aktinischen Keratosen und Plattenepithelkarzinom der Haut. Besonders wird auch auf Risikogruppen eingegangen, beispielsweise auf immungeschwächte Patienten. Die Leitlinie enthält außerdem Themen, die bisher in den Vorgänger-Leitlinien unberücksichtigt geblieben sind, wie die nicht-invasive Hautkrebsdiagnostik und UV-induzierter Hautkrebs als Berufskrankheit.

S3-Leitlinie setzt neue Standards

„Es gibt viele Möglichkeiten, bereits die Vorstufe zum weißen Hautkrebs – die Aktinische Keratose – zu behandeln“, sagt Prof. Dr. Carola Berking, München. So können beispielsweise Lasertherapien oder topische Arzneimittel in Creme- oder Gelform zum Einsatz kommen. „In der Leitlinie wurden Studien systematisch ausgewertet und die Therapien auf Wirksamkeit, Nebenwirkungen und Nachhaltigkeit untersucht. Ärzte erhalten so einen Überblick, welche Behandlungen nach Schweregrad der Erkrankung erforderlich sind“, so Prof. Dr. Claus Garbe, Tübingen. Die S3-Leitlinie soll Qualitätsstandards setzen, welche über die gleichzeitig entwickelten Indikatoren in Krebsregistern und in zertifizierten Hautkrebszentren erfasst werden können und damit langfristig die Versorgung von Hautkrebspatienten verbessern.

Steigende Inzidenz

Das Plattenepithelkarzinom (PEK) entsteht vorwiegend durch eine hohe UV-Strahlung und gehört nach dem Basalzellkarzinom zu den häufigsten malignen Hauttumoren. Im Jahr 2014 sind nach dem Robert Koch-Institut schätzungsweise 29.300 Männer und 20.100 Frauen an einem PEK neu erkrankt. Die Erkrankungsrate ist in den vergangenen 30 Jahren um ein Vierfaches gestiegen, was teilweise auch durch das 2008 in Deutschland eingeführte Hautkrebsscreening zu erklären ist. Tumoren mit einer Größe von weniger als einem Zentimeter metastasieren selten und haben sehr gute Heilungschancen. Die Vorstufe des hellen Hautkrebses ist die Aktinische Keratose (AK), eine lichtbedingte Hautveränderung. Sie tritt noch häufiger auf als das PEK, verlässliche Zahlen sind jedoch nicht verfügbar.
 Das Risiko, an einem PEK oder einer AK zu erkranken, steigt mit zunehmendem Alter. Aufgrund der immer älter werdenden Bevölkerung gehen Experten deshalb davon aus, dass die Anzahl der Neuerkrankungen in den kommenden Jahren weiter steigen wird.
Das PEK und die AK gelten in bestimmten Fällen als berufsbedingte Erkrankungen. Der Arbeitgeber muss daher entsprechende Schutzmaßnahmen zur Prävention einleiten, wie etwa einen ausreichenden Sonnenschutz.  

Kostenfreier Download 

An der S3-Leitlinie Aktinische Keratose und Plattenepithelkarzinom der Haut waren 28 Fachgesellschaften und Organisationen beteiligt. Die Leitlinie ist auf dieser Webseite abrufbar: www.leitlinienprogramm-onkologie.de
Zudem sind die Inhalte in der kostenfreien Leitlinien-App integriert. Android-Smartphone-Nutzer finden die App hier. iPhone-Nutzer können die Leitlinien-App hier herunterladen.

Das Leitlinienprogramm Onkologie (OL)

Leitlinien sind systematisch entwickelte Entscheidungshilfen für Leistungserbringer und Patienten zur angemessenen Vorgehensweise bei speziellen Gesundheitsproblemen. Sie stellen ein wesentliches Instrument zur Förderung von Qualität und Transparenz medizinischer Versorgung dar. Die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF), die Deutsche Krebsgesellschaft e. V. und die Deutsche Krebshilfe haben sich mit dem im Februar 2008 gestarteten Leitlinienprogramm Onkologie das Ziel gesetzt, gemeinsam die Entwicklung und Fortschreibung sowie den Einsatz wissenschaftlich begründeter und praktikabler Leitlinien in der Onkologie zu fördern und zu unterstützen. Mittlerweile umfasst das Leitlinienprogramm mehr als 20 S3-Leitlinien, die zu einem großen Teil auch als laienverständliche Patientenleitlinien vorliegen. Mehr unter www.leitlinienprogramm-onkologie.de.

Quelle: Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Onkologie (ADO)


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