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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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10. August 2015

Kastrationsresistentes Prostatakarzinom mit symptomatischen Knochenmetastasen: Alphastrahler verlängert das Überleben und erhält die Lebensqualität

Der Knochen ist der häufigste Ort der Metastasierung des Prostatakarzinoms bei Patienten, bei denen die klassische Hormontherapie nicht mehr wirkt (kastrationsresistentes Prostatakarzinom) (1). Der Urologe Professor Dr. med. Jürgen E. Gschwend und der Nuklearmediziner Prof. Dr. med. Klemens Scheidhauer stellten im Rahmen eines Klinikworkshops im Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München neuere Behandlungs- und Diagnoseoptionen und aktuelle Studiendaten für dieses Krankheitsstadium vor und lieferten praxisnahe Einblicke in die Zusammenarbeit der beiden Fachrichtungen.

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"Mit etwa 70% der Fälle betreffen Metastasen eines Prostatakarzinoms ausschließlich den Knochen, in weiteren 20% treten Knochenmetastasen und viszerale Metastasen gemeinsam auf", erklärte Professor Gschwend, Direktor der Urologischen Klinik und Poliklinik der Technischen Universität München am Klinikum rechts der Isar. Seit Ende 2013 gibt es für Patienten mit kastrationsresistentem Prostatakarzinom und symptomatischen Knochenmetastasen ohne bekannte Viszeralmetastasen ein Medikament, das gezielt auf die Knochenmetastasen wirkt: Der Alphastrahler Radium-223-dichlorid (Xofigo®) reichert sich selektiv in Bereichen mit hohem Knochenumsatz an - hierzu gehören insbesondere Knochenmetastasen - und führt dort zur potentiell irreparablen Zerstörung der Tumorzellen, da die hoch-energetische Strahlung eine kurze Reichweite von 2-10 Zelldurchmessern aufweist (1). Die relativ gut verträgliche Therapie besteht aus sechs intravenösen Injektionen im Abstand von vier Wochen mit 50 kBq/kg Körpergewicht Radium-223 (2). Diese werden vom Nuklearmediziner ambulant vorgenommen.

"Radium-223 ist das erste Radionuklid, das nicht nur Schmerzen und die Lebensqualität bessert, sondern auch das Überleben verlängert", betonte Prof. Gschwend. Die Zulassungsstudie zeigte einen signifikanten Vorteil im medianen Gesamtüberleben von 14,9 Monaten unter Radium-223 im Vergleich zu 11,3 Monaten zu Placebo (1). Dies bedeutet eine relative Verringerung des Mortalitätsrisikos um 30% (p < 0,001). Die Zeit bis zum ersten symptomatischen skelettalen Ereignis (SSE) war in der Radium-223-Gruppe 5,8 Monate länger als in der Kontrollgruppe. Das SSE-Risiko war damit bei den mit Radium-223 behandelten Patienten um 34% geringer als unter Placebo (p < 0,001) (1). Die Patienten in der Radium-223-Gruppe wiesen eine Verbesserung im Schmerzscore auf, die Lebensqualität blieb erhalten. Die Zeit bis zum Beginn einer Opioidtherapie war signifikant länger (p = 0,0023) (3). Der Gewinn an Lebensqualität sei gut nachvollziehbar, meinte Prof.Scheidhauer, Leitender Oberarzt an der Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin der Technischen Universität München am Klinikum rechts der Isar. "Wenn erst einmal ein Knochen gebrochen ist, ist die Lebensqualität dahin", so Scheidhauer. "Radium-223 kann als neuer Standard in der Behandlung von symptomatischen Knochenmetastasen beim kastrationsresistenten metastasierten Prostatakarzinom gelten", urteilte der Nuklearmediziner.

Neue Erkenntnisse aus Langzeitdaten

Auch in der Nachbeobachtung der Zulassungsstudie über drei Jahre war Radium-223 vergleichbar effektiv und wurde relativ gut vertragen (4). "Im Langzeitverlauf sind keine neuen Sicherheitsaspekte aufgetaucht", unterstrich Gschwend. Neue Daten einer Phase-III-Studie aus einem internationalen Early-Access-Programm (EAP) bestätigten die Ergebnisse zur Wirksamkeit und Sicherheit der Zulassungsstudie.(5) Zudem gaben univariate Post-hoc-Analysen mögliche Hinweise auf synergistische Effekte von Radium-223 und der neueren sekundären Hormontherapie Abirateron (5). Die Kombination dieser beiden Substanzen wird derzeit in einer großen prospektiven randomisierten klinischen Studie untersucht (6). Die Post-hoc-Analysen deuteten zudem darauf hin, dass Patienten mit symptomatischen Knochenmetastasen, die eine geringe Schmerzsymptomatik aufwiesen, deutlich länger lebten als Patienten mit ausgeprägter Schmerzsymptomatik (5). "Patienten mit geringer Metastasenlast scheinen von Radium-223 mehr zu profitieren", beurteilte Gschwend das vorläufige Ergebnis.

Urologe oder Onkologe und Nuklearmediziner bilden das Therapieteam

"Die Diagnostik von Knochenmetastasen und Indikationsstellung für die Therapie erfolgt standardmäßig mittels Skelettszintigraphie, ebenso wie die Beurteilung des Therapieerfolges", erläuterte Scheidhauer. Die Radium-223-Therapie ist Teamarbeit von Urologie oder Onkologie und Nuklearmedizin. Diagnosestellung und Therapiewahl erfolgt über den Urologen oder Onkologen. Der Nuklearmediziner bestätigt die Indikation seines Kollegen und klärt den Patienten in einem ausführlichen Gespräch über die Therapie mit Radium-223 auf. Das Radiopharmakon wird in den Praxisräumen des Nuklearmediziners bzw. im nuklearmedizinischen Zentrum ambulant verabreicht. Die anschließenden Kontrolluntersuchungen nach der Behandlung mit Radium-223 übernimmt wieder der Urologe oder Onkologe.

Für Patienten: http://www.fokus-knochenmetastasen.de

Für Fachkreise: http://www.xofigo.de

Bayer HealthCare Deutschland
Literatur:

(1) Parker C et al. N Engl J Med 2013; 369: 213-223.
(2) Xofigo® (Radium-223-dichlorid) 1000 kBq/ml Injektionslösung, Fachinformation, Bayer Pharma AG.
(3) Nilsson S et al. J Clin Oncol 2013; 31 (Suppl 6) Abstract 19.
(4) Parker C et al. J Clin Oncol 2015; 33 (Suppl 7); Abstract 195.
(5) Saad F et al. 51st Annual Meeting of the American Society of Clinical Oncology in Chicago, (ASCO), Illinois (USA); Abstract No 5034; Poster Board # 26.
(6) Smith MR et al. J Clin Oncol 33, 2015 (suppl; abstr TPS5082).

 

 
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