Dienstag, 18. Mai 2021
Navigation öffnen
Anzeige:
CAR T Prelaunch
CAR T Prelaunch
 
JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
07. November 2004

Pegyliertes liposomales Doxorubicin wirksam bei Taxan-refraktärem Mammakarzinom

Pegyliertes liposomales Doxorubicin konnte in einer großen Phase-III-Studie seine Effektivität und Verträglichkeit bei Taxan-refraktären und großteils Anthrazyklin-vorbehandelten Patientinnen mit metastasiertem Mammakarzinom unter Beweis stellen. Diese Studie wurde vor kurzem im Journal of Clinical Oncology veröffentlicht.
In der multizentrischen, randomisierten Phase-III-Studie wurde pegyliertes liposomales Doxorubicin bei Patientinnen mit Taxan-refraktärem metastasiertem Mammakarzinom mit Vinorelbin bzw. Mitomycin C/Vinblastin verglichen. Als Taxan-refraktär galten Patientinnen, deren Erkrankung während oder innerhalb von 6 Monaten nach Abschluss einer Taxan-haltigen Chemotherapie progredient geworden war. Primärer Studienendpunkt war das progressionsfreie Überleben, sekundäre Endpunkte waren das Gesamtüberleben, die Responserate und -dauer, Verträglichkeit und Lebensqualität.
301 Patientinnen an 52 verschiedenen Studienzentren erhielten spätestens 2 Monate nach Feststellung des Taxan-Versagens entweder 50 mg/m2 pegyliertes liposomales Doxorubicin alle 4 Wochen oder im Kontrollarm wöchentlich 30 mg/m2 Vinorelbin oder alternativ 10 mg/m2 Mitomycin C an Tag 1 und 28 plus 15 mg/m2 Vinblastin an Tag 1, 14, 28 und 42 über 2 Zyklen a 56 Tage, gefolgt von Mitomycin C am Tag 1 und Vinblastin am Tag 1 und 21 alle 6-8 Wochen. Die Auswahl der Therapie im Kontrollarm lag in der Hand des behandelnden Arztes. Eingeschlossen wurden Patientinnen mit metastasiertem Mammakarzinom, bei denen es während einer Taxan-haltigen Chemotherapie oder 6 Monate nach Abschluss dieser Therapie zum Progress gekommen war. Die Patientinnen hatten in der metastasierten Situation bereits mindestens eine, jedoch höchstens zwei Chemotherapien erhalten, wobei das zuletzt verabreichte Regime ein Taxan enthalten musste. 83% der Taxan-refraktären Frauen waren schon einmal mit Anthrazyklinen behandelt worden, 37% waren Anthrazyklin-resistent. Der Karnofsky-Index der Patientinnen musste bei mindestens 60%, ihre linksventrikuläre Auswurffraktion (LVEF) im normalen Bereich liegen.
Trotz des intensiv vorbehandelten Patientinnenkollektivs war pegyliertes liposomales Doxorubicin in punkto Wirksamkeit in allen Subgruppen den Vergleichstherapien mindestens ebenbürtig. Das progressionsfreie Überleben und das Gesamtüberleben waren in beiden Behandlungsarmen vergleichbar (PFS: pegyliertes liposomales Doxorubicin: 2,9 Monate vs. 2,5 Monate in der Kontrollgruppe, HR=1,26; p=0.11; OS: pegyliertes liposomales Doxorubicin 11 Monate vs. 9 Monate im Vergleichsarm, HR= 1,05, p=0.71). Auch bei Anthrazyklin-vorbehandelten Patientinnen gab es keinen Unterschied beim progressionsfreien Überleben und beim Gesamtüberleben. In der Untergruppe der Anthrazyklin-naiven Patientinnen war pegyliertes liposomales Doxorubicin der Kontrollgruppe im Hinblick auf das progressionsfreie Überleben sogar signifikant überlegen (p=0.015). Zu den häufigsten Nebenwirkungen in allen drei Therapieschemata gehörten Übelkeit, Erbrechen und Müdigkeit/Erschöpfung. Alopezie trat in beiden Studienarmen kaum auf. Die hämatologische Toxizität war unter pegyliertem liposomalem Doxorubicin insgesamt geringer ausgeprägt, eine Neuropathie trat nicht auf.
Die Autoren zogen den Schluss, dass das pegylierte liposomale Doxorubicin für Patientinnen mit Taxan-refraktärem metastasiertem Mammakarzinom eine wirksame, gut verträgliche sowie patientenfreundliche Therapieoption für die Palliativsituation darstellt. Zudem war keine Kreuzreaktion zwischen (Caelyx®) und konventionellen Anthrazyklinen und Taxanen ersichtlich.

Quelle: Keller A.N. et al., J Clin Oncol 2004; 22(19): 3893-3901


Anzeige:
Revolade
Revolade
 
Das könnte Sie auch interessieren
Kinder mit Leukämie – eine Herausforderung für die ganze Familie
Kinder+mit+Leuk%C3%A4mie+%E2%80%93+eine+Herausforderung+f%C3%BCr+die+ganze+Familie
© pingpao - stock.adobe.com

Wird bei einem Kind Leukämie diagnostiziert, so hat das für die ganze Familie dramatische Veränderungen zur Folge. Neben den gesundheitlichen Sorgen, tun sich weitere Problemfelder auf: Wie kann der Alltag organisiert werden trotz hoher physischer und emotionaler Belastung? Wie lassen sich Beruf, Betreuung des kranken Kindes in der Klinik und die Fürsorge für die Geschwister vereinbaren und welche finanziellen...

Personalisierte Medizin in der Onkologie: Behandlung bestmöglich auf den Patienten zuschneiden

Medikamente möglichst maßgeschneidert auf die spezifischen Merkmale einer Krankheit zuzuschneiden und diese gezielt bei jenen Patienten einzusetzen, denen sie am besten helfen, lautet das Credo der Personalisierten Medizin. Dank vertiefter Kenntnisse über die molekularbiologischen Ursachen von Krankheiten gibt es heute bereits eine Reihe von innovativen diagnostischen Tests, durch die Patienten identifiziert werden...

Schmerzmittel Methadon ist kein Krebsheilmittel - keine falschen Hoffnungen wecken
Schmerzmittel+Methadon+ist+kein+Krebsheilmittel+-+keine+falschen+Hoffnungen+wecken
@ efmukel / Fotolia.com

Das Opioid Methadon sollte nicht zur Tumortherapie eingesetzt werden. Die derzeit vorliegenden Daten aus Labor- und Tierversuchen sowie einer Studie mit 27 Krebspatienten reichen nicht aus, um eine Behandlung zu rechtfertigen. Einige Medienberichte wecken dennoch bei an Leukämie oder Hirntumor erkrankten Patienten die falsche Hoffnung auf Heilung. Methadon ist zur Behandlung starker Schmerzen zugelassen und ein etabliertes Medikament in...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Pegyliertes liposomales Doxorubicin wirksam bei Taxan-refraktärem Mammakarzinom"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.