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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

25. Juni 2018
Seite 2/3



 
Liquid Biopsy: Molekulare Diagnostik im Blut
Zur Charakterisierung eines Tumors wird in der Regel eine histopathologische Gewebediagnostik mit anschließender molekularpathologischer Untersuchung der aufgearbeiteten Tumorzell-DNA durchgeführt. Mittlerweile gibt es mit der Liquid Biopsy ein weiteres, Blut-basiertes Verfahren, mit dem unter anderem zellfreie Tumor-DNA hinsichtlich Genveränderungen analysiert werden kann.
Mit FoundationACTTM (9) wird Roche in Kooperation mit dem US-amerikanischen Unternehmen Foundation Medicine demnächst einen solchen Blutbasierten molekularen Analyse-Service anbieten. Mit dem Assay kann die Tumor-DNA von 62 krebsassoziierten Genen analysiert werden. Für die Auswertung wird lediglich eine Probenmenge von 2x 10 Milliliter peripheres Blut benötigt.
 
 
Praxistauglicher Ergebnisbericht
 
Wird in einer Tumorprobe auf einem Gen der aktuellen FoundationOne-Genliste eine relevante Veränderung gefunden, wird diese im Ergebnisbericht unter konkreter Bezugnahme auf den Tumor dargestellt. Auf der ersten Berichtseite werden die Gene aufgeführt, für die eine oder mehrere Veränderungen mit klinischer Relevanz nachgewiesen wurden. Für einige Tumorarten sind zusätzlich auch Gene aufgeführt, die in dem untersuchten Tumor nicht auffällig waren und somit zum Ausschluss potenzieller Therapien führen können.
 
Neben der vollständigen Auflistung aller untersuchten Gene beinhaltet der Report zudem Genvarianten unklarer Signifikanz (VUS), die definitionsgemäß in der wissenschaftlichen Literatur noch nicht adäquat charakterisiert worden sind, aber von künftiger Relevanz sein könnten. Der Bericht wird vervollständigt durch die Auflistung sog. unklarer molekularer Befunde. Bei dieser Einstufung existieren Anzeichen für Amplifikation oder einen homozygoten Verlust eines Gens, die jedoch nicht eindeutig nachweisbar sind.
 
Der FoudationOne-Service kann bei einem breiten Spektrum maligner Tumoren eingesetzt werden (Abb. 1). Alle ermittelten klinisch relevanten genetischen Veränderungen werden auf Grundlage des aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstands und veröffentlichter klinischer Daten mit zielgerichteten Therapien abgeglichen. Therapieoptionen, die sich daraus für den Patienten ergeben, werden im Report ebenso aufgelistet, wie auch klinische Studien, in denen die gefundene Genveränderung eine Relevanz hat.
 
Der Bericht liefert Informationen, die den Behandler bei seiner Therapieentscheidung unterstützen können.
 
Abb. 1: Varianz molekularer Alterationen bei 439 Patienten mit unterschiedlichen Tumorentitäten nach Erstellung umfassender Tumorprofilings mit FoundationOne (mod. nach (10)).
Varianz molekularer Alterationen


 
Für wen eignet sich FoundationOne?
 
Der Service kommt vorrangig in Betracht bei Patienten
 
• mit Erstdiagnose eines nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinoms Stadium IV (NSCLC),
• mit Erstdiagnose eines seltenen soliden Tumors Stadium IV, für die es nur eingeschränkte oder keine Empfehlungen für eine systemische Therapie gibt,
• mit Erstdiagnose eines aggressiven soliden Tumors Stadium IV mit schlechter Prognose, sehr geringem Ansprechen auf den Behandlungsstandard und einer hohen Wahrscheinlichkeit für behandelbare molekulare Veränderungen (z.B. Pankreaskarzinom),
• mit Erstdiagnose eines Karzinoms mit unbekannter Primärlokalisation (CUP) oder unbekanntem Primärtumor,
• mit soliden Tumoren Stadium IV, die bereits alle etablierten Leitlinien-basierten systemischen Therapien und entsprechenden molekularen Untersuchungsverfahren durchlaufen haben und deren Allgemeinzustand eine weitere systemische Therapie erlauben,
• für Patienten mit soliden Tumoren, deren Biopsat für eine erforderliche molekulare Analyse nicht ausreicht.


Fazit: Von der Tumorprobe zum umfassenden Tumorprofil mit FoundationOne
 
Bei dem validierten umfassenden Tumorprofil von FoundationOne wird die gesamte zu codierende Sequenz von 315 krebsassoziierten Genen plus ausgewählten Introns aus 28 Genen analysiert, die bei soliden Tumoren häufig verändert sind. Zudem können Aussagen hinsichtlich der Tumormutationslast und der Mikrosatelliteninstabilität getroffen werden (7, 8). Weil FoundationOne eine Vielzahl von klinisch relevanten Veränderungen erkennt, können Ärzte durch den Service potenziell zielgerichtete Behandlungsmöglichkeiten auswählen: Zu jedem Patienten werden passend zu den molekularen Veränderungen in seinem Tumor zielgerichtete Therapien und klinische Studienprogramme aufgelistet. Alle vier relevanten Klassen an genetischen Veränderungen werden analysiert. Alle ermittelten klinisch relevanten genetischen Veränderungen werden auf Grundlage des aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstands und veröffentlichter klinischer Daten mit zielgerichteten Therapien und klinischen Studienprogrammen abgeglichen. Der Einsender erhält einen ausführlichen Ergebnisbericht.
 
Mehr Informationen unter www.foundationmedicine.de

 

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"Umfassendes Tumorprofiling ermöglicht zielgerichtete Therapiewahl"

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