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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

02. Dezember 2015 Transfusionsabhängige Patienten mit MDS – Behandlung der Eisenüberladung verlängert das Überleben

Ein effektives Therapiemanagement der Eisenüberladung ist für den Behandlungserfolg bei transfusionsbedürftigen Patienten mit Myelodysplastischen Syndromen (MDS) von entscheidender Bedeutung. Zu diesem Fazit kam die Diskussionsrunde bei einer Meet-the-Expert-Veranstaltung mit Prof. Wolf-Karsten Hofmann, Mannheim, im Rahmen des diesjährigen DGHO-Kongresses.

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Fachinformation

Transfusionsabhängige Patienten mit Myelodysplastischen Syndromen (MDS) haben ein erhöhtes Risiko, eine lebensbedrohliche Eisenüberladung zu entwickeln (1). Der Einsatz von Chelatoren wie Deferasirox (Exjade®) zur Bindung des freien Plasmaeisens hat zu einer signifikanten Verlängerung des Überlebens bei transfusionsabhängigen MDS-Patienten geführt (2-4).

Eisenüberladungen sind ein wichtiger Grund für die reduzierte Lebenserwartung transfusionsbedürftiger MDS-Patienten (5). Bei einem Anstieg des Serumferritin-Spiegels über 1.000 ng/ml steigt die Mortalität von transfusionsabhängigen MDS-Patienten mit jeder weiteren Erhöhung von 500 ng/ml um 30% (6, 7). Chelatoren wie Deferasirox binden freies Plasmaeisen und MDS-Patienten unter Chelationstherapie weisen im Vergleich zu unchelierten Patienten nahezu eine Verdopplung der mittleren Überlebensdauer auf (uncheliert: 47,8 Monate, cheliert: 88 Monate) (2).

Entscheidender Faktor einer effektiven Eisenchelation ist eine langfristige und unterbrechungsfreie Anwendung: transfusionsbedürftige MDS-Patienten weisen unter einer Therapie von über sechs Monaten im Vergleich zu Patienten mit einer kürzeren Behandlungsdauer ein verlängertes Überleben auf (100 Monate gegenüber 88 Monaten) (2). Die Sicherung der Therapieadhärenz ist somit für eine erfolgreiche Behandlung der Eisenüberladung von zentraler Bedeutung.

Der orale Eisenchelator Deferasirox konnte bei transfusionsbedürftigen MDS-Patienten in mehreren Studien eine Verbesserung der Hämatopoese und eine Verlängerung des Überlebens erzielen (2, 8, 9). Aktuelle Daten bestätigen eine effektive Serumferritin-Senkung durch eine Deferasirox-Therapie sowie eine Reduktion des Transfusionsbedarfs (8, 10). Deferasirox ist der einzige einmal täglich oral einzunehmende Eisenchelator (11) dessen einfache Anwendung einen wichtigen Aspekt zur Sicherung der Therapieadhärenz bedeutet.

Die Therapie sollte einschleichend mit einer Startdosis von 500 mg begonnen und diese nach Tolerierbarkeit wöchentlich um 500 mg bis zum Erreichen der Zieldosis erhöht werden (1). Bei gastrointestinaler Unverträglichkeit sind je nach Schweregrad unterstützende Medikation, Dosismodifikationen oder ein vorübergehendes Aussetzen der Therapie angezeigt (1).

Quelle: Meet-the-Expert-Presseveranstaltung „Therapieziele bei Aplastischer Anämie und Myelodysplastischen Syndromen“, Basel, 12.10.2015; Veranstalter: Novartis

Literatur:

(1) Nolte F et al. Leuk Res 2015; 39(10):1028-1033.
(2) Lyons RM et al. ASH 2014; Abstract 1350.
(3) Remacha A et al. Blood 2012;120: Abstract 1723.
(4) Rose C et al. Leuk Res 2010;34(7):852-853.
(5) Cazzola M et al. N Engl J Med 2005;352:536-538.
(6) Malcovati L et al. Haematolgica 2006; 91:1588-1590.
(7) de Swart L et al. Br J Haematol 2015; 170(3):372-383.
(8) Guariglia R et al. Leuk Res 2011;35(5):566-570.
(9) Angelucci E et al. Blood 2012;120:Abstract 425.
(10) Nolte F et al. EHA 2015; Poster E1223.
(11) Fachinformation Exjade®; Stand Juli 2015.


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