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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

28. Oktober 2009 MASCC 2009: Forderung nach neuen Richtlinien zur Emesis-Prophylaxe

Emesis und Nausea zählen zu den unangenehmsten Nebenwirkungen der Chemotherapie, die Leitlinien empfehlen bei einer moderat-emetogenen Chemotherapie beim Mammakarzinom neben einem 5-HT3-Antagonisten und Dexamethason zusätzlich Aprepitant. Die Ergebnisse der Studie PN130[1], welche kürzlich auf dem MASCC 2009 in Rom vorgestellt wurden, zeigen, dass Patienten mit unterschiedlichen Tumoren von einer supportiven Therapie mit dem Neurokinin-1-Rezeptorantagonist Aprepitant (Emend®) profitieren.
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An der doppelblinden Phase-III-Studie nahmen 848 Patienten mit Brustkrebs, gastrointestinalen Tumoren, Lungenkrebs und gynäkologischen Tumoren teil, die in zwei Gruppen randomisiert wurden. Davon waren 77% Frauen, und 52% erhielten eine nicht AC-basierte Chemotherapie. Die 418 Patienten der Plazebo-Kontrollgruppe erhielten zur CINV-Prophylaxe eine Zweierkombination aus Ondansetron (16 mg Tag 1-3) und Dexamethason (20 mg Tag 1) plus Plazebo (Tag 1-3). Eine Dreierkombination aus Aprepitant (125 mg Tag 1, 80 mg Tag 2-3) mit Ondansetron (16 mg Tag 1) und Dexamethason (12 mg Tag 1) erhielten 430 Patienten. Keine Emesis 5 Tage (120 h) nach der Chemotherapie war der primäre Endpunkt der Studie. Diesen erreichten in der Aprepitant-Gruppe 76% der Patienten versus 62% in der Kontrollgruppe.

Der sekundäre Endpunkt (vollständiges Ansprechen, keine Emesis, keine Bedarfsmedikamentation) wurde von 13% mehr Patienten in der Aprepitant-Gruppe erreicht als im Kontrollarm (69% vs. 56%, p<0,01). Des Weiteren wurde untersucht, wie gut das Ansprechen bei Patienten unter einer AC-haltigen im Vergleich zu Patienten unter einer nicht AC-haltigen, moderat emetogenen Chemotherapie war. Es konnte gezeigt werden, dass sowohl während der ersten 120 Stunden als auch in der akuten Phase am Tag 1 nach der Chemotherapie die Patienten der Aprepitant-Gruppe stärker von der Supportivtherapie profitierten als die Patienten, die die Zweierkombination erhielten (68% vs. 53% AC-haltig, 83% vs. 71% nicht AC-haltig). Da die Empfehlung, bei einer moderat-emetogenen Chemotherapie mit AC-haltigen Regimen supportiv zum konventionellen Zweierregime aus Ondansetron und Dexamethason zusätzlich mit Aprepitant zu behandeln, bisher nur die Therapie des Mammakarzinoms einschließt, richtete die Studie ihren Fokus auch auf andere Krebsarten. Bei 86% der Patientinnen mit einem gynäkologischen Tumor, die Aprepitant erhielten, trat keine Emesis auf versus 63% in der Kontrollgruppe. Patienten mit Lungenkarzinom oder gastrointestinalem Tumor profitierten zu 83% bzw. 84% von Aprepitant gegenüber 71% bzw. 73% in der Ondansetron/Dexamethason-Gruppe.

Das Ziel müsse nun sein, so Richard Gralla beim CINV-Symposium auf dem MASCC 09, die Kontrolle über Emesis durch Optimierung der Medikamentation zu erhöhen und diese dann auf die Nausea zu erweitern. Er machte des Weiteren auf die Notwendigkeit eines Workshops aufmerksam, der sich mit dem Thema Nausea auseinandersetzen sollte mit dem Ziel, CINV irgendwann komplett aus den Chemotherapie-Nebenwirkungen zu eliminieren. vku

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Abb.: Verbesserung der Emesis (primärer Endpunkt) der Kontroll- und Aprepitant-Gruppe.


Quelle: MASCC Annual Meeting, Rome, Italy, June 25-27, 2009 “New Management Strategies for CINV: Emerging Trends and Clinical Advances” Scientific Symposium sponsored by MSD

Literatur:
1. Schmoll HJ et al. Aprepitant for the prevention of chemotherapy-induced nausea and vomiting associated with a broad range of moderately emeto-genic chemotherapies and tumor types: a randomized, double-blind study, J Clin Oncol 27:15s, 2009 (suppl; abstr 9626)

Quelle:


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