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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

08. August 2006 Exemestan verlängert Gesamtüberleben signifikant

Sequenztherapie des Mammakarzinoms bringt Vorteile

Die adjuvante Sequenztherapie mit dem Aromatasehemmer Exemestan bietet gegenüber einer5-jährigen Tamoxifen-Therapie einen signifikanten Vorteil in puncto Gesamtüberleben. Das gilt für postmenopausale Frauen mit Östrogenrezeptor-positivem, invasivem und frühem Mammakarzinom, die 2 bis 3 Jahre lang eine adjuvante Initialtherapie mit Tamoxifen erhalten haben. Der Switch von Tamoxifen auf Exemestan wird nicht durch eine Einbuße an Lebensqualität erkauft – im Gegenteil.
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Die erfreulichen Resultate lieferte die Intergroup Exemestane Study (IES). Für diese randomisierte, doppelblinde und multizentrische Phase-III-Studie wurden 4724 Patientinnen aus 37 Ländern gewonnen. IES ist damit die größte Einzelstudie zur Sequenztherapie – auch Switch genannt – und verfügt mit 56 Monaten ab der Randomisierung über das längste Follow-up. 2352 Frauen wurden nach 2- bis 3-jähriger Therapie mit Tamoxifen auf Exemestan (Aromasin®) umgestellt. Die übrigen Patientinnen behielten die alleinige Tamoxifen-Gabe bei.

Erstmals Vorteil beim Gesamtüberleben gesichert
Dank der Sequenztherapie kam es zu einer signifikanten Verbesserung des Gesamtüberlebens um 17%. Damit ist IES die erste und einzige Studie ihrer Art, die einen Vorteil im Gesamtüberleben klar belegt, betonte Professor Olaf Ortmann, Regensburg. Darüber hinaus wurde das krankheitsfreie Überleben absolut um 3,5% verbessert, was einer Senkung des Rezidivrisikos um 24% entspricht. Zudem ging das Risiko von Fernmetastasen um 18% und jenes eines kontralateralen Mammakarzinoms um 44% zurück. Aufgrund der überzeugenden IES-Daten wurde Exemestan im September 2005 auch hierzulande zur frühen, adjuvanten Sequenztherapie zugelassen.
Ortmann sieht in IES eine „Meilensteinstudie, die Tamoxifen als bisherigen Goldstandard ins Wanken bringt.“ Weil thromboembolische Komplikationen unter Exemestan seltener auftreten, handelt es sich um einen sicheren Aromatasehemmer. Werden täglich einmal 25 mg nach einer Mahlzeit eingenommen, ist die Substanz gut verträglich. Außerdem scheint die Strategie des Switchens die Nebenwirkungen zu minimieren. Überdies bleiben nach 2- bis 3-jährigem Follow-up die frühen Therapievorteile erhalten. Nicht zu unterschätzen ist auch der günstige Einfluss des Switchens auf die Lebensqualität.

Kardiale Sicherheit und hohe Lebensqualität
Den Beweis dafür erbrachte eine Substudie mit fast 600 IES-Patientinnen, bei denen die Nebenwirkungen unter die Lupe genommen und in strukturierte Score-Systeme übertragen wurden. Dabei schälten sich für Exemestan gegenüber Tamoxifen keine Nachteile heraus, was vasomotorische Zeichen, wie Hitzewallungen, Nachtschweiß, Libidoverlust oder Durchfälle, sowie neurologische und psychologische Symptome betrifft. Gynäkologische Beschwerden, wie Fluor vaginalis, vaginale Trockenheit, Gewichtszunahme und Blutungen, traten unter Exemestan sogar seltener auf, versicherte Dr. Hans-Christian Kolberg, Bottrop.
Seit längerem wird vermutet, Aromatasehemmer könnten vermehrt Myokardinfarkte induzieren. Deshalb wurde dieser Punkt in der IES besonders streng untersucht. Es stellte sich heraus, dass Exemestan im Vergleich zu Tamoxifen die Rate der Herzinfarkte und Schlaganfälle nicht signifikant steigert. Von Anastrozol und Letrozol ist bekannt, dass sie Gesamtcholesterin und Triglyzeride erhöhen können. Das wurde bei Exemestan nicht beobachtet, wohl aber ein leichter Abfall des HDL-Cholesterins. Das wichtigste Ergebnis ist laut Kolberg darin zu sehen, dass Exemestan mit 1,9% signifikant seltener thromboembolische Komplikationen auslöst als Tamoxifen mit 3,1%.

Knochen bleiben unter Exemestan länger stabil
Der Knochen ist ein von Östrogen abhängiges Organ, und deshalb vermindern Medikamente, die den Östrogenspiegel senken, die Knochendichte. Dieser Makel haftet auch den Aromatasehemmern an. Doch inzwischen haben sich deutliche Differenzen zwischen diesen Substanzen herauskristallisiert, konstatierte Privatdozent Peyman Hadji, Marburg. So signalisierte die Sequenztherapie mit Anastrozol bereits 28 Monate nach der Umstellung eine doppelt so hohe Frakturrate wie Tamoxifen.
„Unter Exemestan bleiben die Knochen dagegen länger stabil“, wie Hadji deutlich machte. Erst nach einer Nachbeobachtung von 56 Monaten – und damit lange nach Ende der Sequenztherapie – wurde mit 7 versus 4,9% eine signifikante Zunahme der Frakturrate unter Exemestan registriert. Während der Exemestan-Therapie treten aber nicht vermehrt Frakturen auf. Das liegt daran, dass der steroidale Aromatasehemmer die Knochendichte weniger negativ beeinflusst.

Fachpressekonferenz „Signifikant verbessertes Gesamtüberleben für Brustkrebspatientinnen mit Aromasin®“, Berlin, 22. Juni 2006; Veranstalter: Pfizer Pharma GmbH

kbf

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