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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

17. März 2005 Erstmals lebensverlängernde Wirkung von Rituximab beim follikulären Non-Hodgkin-Lymphom nachgewiesen

Der Antikörper Rituximab, kombiniert mit Chemotherapie verlängert das Überleben von Patienten mit follikulären Non-Hodgkin-Lymphomen (NHL) und erhöht bei jüngeren Patienten mit aggressiven NHL die Heilungschancen. So lauten aktuelle Studienergebnisse, die kürzlich auf dem Kongress der American Society of Hematology (ASH) vorgestellt wurden. Patienten mit aggressiven Lymphomen, die ein günstiges Risikoprofil aufweisen, haben durch die Kombinationstherapie sogar eine fast normale Lebenserwartung, betonte Prof. Michael G. Pfreundschuh, Homburg. Für Prof. Norbert Schmitz aus Hamburg stellt sich deshalb in Zukunft nicht mehr die Frage, ob eine Antikörpertherapie mit Rituximab indiziert ist, sondern vielmehr welche Chemotherapie der beste Kombinationspartner für Rituximab ist.
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Indolente NHL können oft erfolgreich behandelt werden, jedoch treten immer wieder Rezidive auf und die mediane Überlebenszeit liegt bei 8-10 Jahren. Eine kurative Behandlung mittels konventioneller Chemotherapie ist nicht möglich, auch konnte in den letzten 30 Jahren durch die Chemotherapie die Überlebenszeit nicht verlängert werden. Deshalb werden auch Patienten mit generalisiertem follikulärem Lymphom erst behandelt, wenn das Lymphom klinisch symptomatisch wird oder rasch fortschreitet. Standard ist die Therapie mit CHOP (Cyclophosphamid, Doxorubicin, Vincristin, Prednisolon).
Eine neue Therapieoption bei indolenten NHL, insbesondere den follikulären Lymphomen bietet der Einsatz von Rituximab in Kombination mit Chemotherapie. Die Kombination ist hochwirksam und verlängert signifikant das therapiefreie Intervall. Das konnten im Jahr 2003 zwei randomisierte Phase-III-Studien (Marcus et al., Hiddemann et al.) zeigen, was zur europaweiten Zulassung von Rituximab als First-Line-Therapie bei Patienten mit follikulärem Lymphom führte.
Eine dritte Studie, die von der Ostdeutschen Studiengruppe Hämatologie/Onkologie (OSHO) kürzlich auf der ASH vorgestelllt wurde, bestätigt die Ergebnisse der beiden Phase-III-Studien und konnte zudem erstmals einen signifikanten Überlebensvorteil durch die Hinzugabe von Rituximab zeigen, berichtete der Studienleiter PD Dr. Michael Herold. Hier wurde die Kombination Rituximab plus Mitoxantron, Chlorambucil, Prednisolon (R-MCP) vs. MCP bei indolenten NHL geprüft.
Insgesamt wurden 358 Patienten rekrutiert, die Mehrzahl mit follikulären Lymphomen. Sie erhielten 6x MCP oder 6x R-MCP alle 4 Wochen. Die Ansprechrate bei follikulären NHL betrug in der Gruppe, die R-MCP erhalten hatte 92,4% vs. 75% in der MCP-Gruppe. Eine komplette Remission wurde bei fast der Hälfte der Patienten unter Immunchemotherapie erreicht (49,5% vs. 25%; p < 0,0001). Nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 30 Monaten waren nach R-MCP 82,2% der Patienten ohne Krankheitsprogression vs. 50,7% unter MCP allein. Das wichtigste Ergebnis war der nachgewiesene Überlebensvorteil: Nach 2,5 Jahren lebten noch 89,3% der Patienten, die mit Rituximab-MCP behandelt wurden vs. 75,5%, die nur eine Chemotherapie erhalten hatten. Herold bezeichnete aufgrund dieser Daten die Immunchemotherapie mit Rituximab als neuen Standard in der Therapie follikulärer Lymphome, zumindest bei älteren Patienten.

Aggressive Lymphome
Dass ältere Patienten mit aggressiven Lymphomen durch die Hinzunahme von Rituximab zur Chemotherapie bessere Heilungschancen haben, ist schon seit einigen Jahren bekannt. Die von Prof. Michael G. Pfreundschuh vorgestellte MInT-Studie (MabThera® International Trial) bestätigt jetzt, dass dies auch für jüngere Patienten gilt. An dieser Studie nahmen 824 Patienten (Alter 18-60 Jahre) mit nicht vorbehandelten aggressiven Lymphomen teil. Geprüft wurden diverse CHOP-ähnliche Therapien allein oder in Kombination mit Rituximab. Durch die Hinzunahme von Rituximab zur Chemotherapie stieg die Zahl der Komplettremissionen von 68 auf 86%, dies übersetzte sich in die Zeit bis zum Therapieversagen: Knapp 2 Jahre nach Rituximab-Chemotherapie wiesen noch 80% der Patienten keine Krankheitszeichen auf im Vergleich zu 61% der Patienten, die nur eine Chemotherapie erhalten hatten. Nach 2 Jahren lebten noch 95% der Patienten, die Immunchemotherapie erhalten hatten vs. 86% aus der Chemotherapiegruppe. Eine Auswertung nach Risikosubgruppen zeigte, dass Patienten aus der sog. „favourable group“ (International Prognostic Index 0 und kein Bulk) durch eine Rituximab-Chemotherapie eine fast normale Lebenserwartung haben (97% lebten noch nach 2 Jahren). Für diese Gruppe wird jetzt geprüft, ob sie nicht sogar übertherapiert werden und 4x R-CHOP genauso effektiv ist wie 6 x R-CHOP.

as

Quelle: Pressekonferenz anlässl. der Jahrestagung der Amerikanischen Gesellschaft für Hämatologie (ASH), Frankfurt am Main, 12. Januar 2005.


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