Dienstag, 17. Oktober 2017
Benutzername
Passwort
Registrieren
Passwort vergessen?

Home
e-journal
Der Aktuelle Fall
CME online
News
Gesundheitspolitik
Fachgesellschaften
Therapiealgorithmen
Videos
Veranstaltungen
Broschüren


Suche
Archiv
Buchbestellung
Newsletter
Probe-Abo
Impressum


journalmed.de


Anzeige:
 
 
Anzeige:
 
 

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
09. Oktober 2012

Myelofibrose: Ruxolitinib bringt Patienten langanhaltenden klinischen Nutzen

Ruxolitinib (Jakavi®) ist die erste zugelassene medikamentöse Therapie für Patienten mit Myelofibrose. Der JAK1/2-Inhibitor führt zu einer raschen Reduzierung der krankheitsbedingten Splenomegalie und der Symptome. Prof. Martin Griesshammer, Minden, bezeichnete dies als einen dramatischen Fortschritt. Durchbruch bei der Entwicklung von Ruxolitinib war die Entdeckung der JAK2-Mutation. In den zulassungsrelevanten Studien COMFORT-I und -II stellte sich dann heraus, dass Ruxolitinib auch unabhängig vom JAK2 V617F-Mutationsstatus wirkt.

Anzeige:
 
 

Die Myelofibrose ist eine klonale Tumorerkrankung, die gekennzeichnet ist durch Blutbildveränderungen, Knochenmarkzerfaserung und eine Milzvergrößerung bei etwa der Hälfte der Patienten sowie eine Anämie mit Begleitsymptomen bei 50-60%, verbunden mit einem oft erheblichen Krankheitsgefühl. Prognostisch wichtig sind konstitutionelle Symptome wie Leistungsminderung, Nachtschweiß, Gewichtsverlust und Fieber.

Die Erkrankung ist lebensbedrohlich. Eine Heilung bzw. das Erzielen von Langzeitremissionen ist nur durch eine allogene Stammzelltransplantation möglich. Die Voraussetzungen für eine Transplantation sind ein guter Allgemeinzustand und wenige Begleiterkrankungen. Die Transplantations-assoziierte Mortalität ist relativ hoch, und bei einem medianen Erkrankungsalter von 67 Jahren sind die meisten Patienten auch keine Kandidaten mehr für eine Transplantation.

Bei etwa jedem zweiten Patienten mit Myelofibrose kann eine Mutation der Januskinase 2 (JAK2) nachgewiesen werden, die Wachstumsfaktorsignale wie Erythropoetin für Erythrozyten vermittelt. Die JAK2 V617F-Mutation, die bei 47-78% der Patienten vorkommt, ist aber offensichtlich nicht die Ursache der Krankheit. Warum Patienten auch ohne nachgewiesene JAK2-Mutation von Ruxolitinib profitieren, erklärte Prof. Steffen Koschmieder, Aachen, damit, dass der JAK2-Signalweg auch noch über andere Veränderungen aktiviert werden kann, und der JAK2-Inhibitor nicht selektiv auf das mutierte JAK2 wirkt.Der JAK1/2-Inhibitor Ruxolitinib ist die erste medikamentöse Therapie, die zur Behandlung von krankheitsbedingter Splenomegalie oder Symptomen bei Erwachsenen mit primärer Myelofibrose zugelassen ist. Basis für die Zulassung sind die Phase-III-Studien COMFORT-I und -II, die für Ruxolitinib einen deutlichen klinischen Nutzen im Vergleich zu Placebo bzw. zur besten verfügbaren Therapie nachweisen konnten: Signifikant häufiger kam es unter Ruxolitinib zu einer mindestens 35%igen Reduktion des Milzvolumens im Vergleich zum Ausgangswert.

Therapiebedingt entwickeln die Patienten unter Ruxolitinib eine Anämie und eine Thrombozytopenie. Diese seien jedoch gut durch Dosisreduktionen steuerbar, sagte Prof. Konstanze Döhner, Ulm.

Die Dosis mit der maximalen Wirksamkeit liegt laut der Referentin bei 2x25 mg pro Tag, die untere wirksame Dosis bei 2x15 mg pro Tag. Zur Steuerung der Anämie oder Thrombozytopenie riet sie, die Dosis nicht abzusetzen, sondern in 5-mg-Schritten zu reduzieren, da sonst die konstitutionellen Symptome sehr schnell wieder auftreten würden.

Ruxolitinib ist eine effektive Substanz, die für die Patienten eine spürbare Verbesserung ihrer Erkrankung gebracht hat, für deren Behandlung man bisher nichts Wirksames anzubieten hatte, so Döhner abschließend. Die jahrelange Forschung habe sich gelohnt, ergänzte Koschmieder. Wichtig sei es, dass die Patienten in die Hände von Spezialisten gehören, damit die Dosismodifikationen sicher gehandhabt werden können.

as

Zulassungsrelevante Studien
In der COMFORT-I-Studie erzielten 41,9% der Patienten unter dem JAK1/2-Inhibitor in Woche 24 eine mindestens 35%ige Reduktion des Milzvolumens im Vergleich zum Ausgangswert (versus 0,7% unter Placebo; p<0,0001). Die konstitutionellen Symptome gingen signifikant zurück und die Lebensqualität besserte sich. Es zeigte sich ein signifikanter Vorteil im Gesamtüberleben bei einer Crossover-Rate von ca. 89% (HR=0,50; 95% CI 0,25-0,98; p=0,04).

In der Studie COMFORT-II wurde das Ansprechen in Woche 48 im Vergleich zur besten verfügbaren Therapie (BAT=best available therapy) ermittelt. Unter anderem wurden als BAT antineoplastische Substanzen, Hydroxurea sowie Glukokortikoide eingesetzt. Eine mindestens 35%ige Reduktion des Milzvolumens im Vergleich zum Ausgangswert erreichten 28,5% der Patienten unter Ruxolitinib und kein Patient unter BAT (p<0,0001). Bei 97,0% der mit dem JAK1/2-Inhibitor behandelten Patienten verringerte sich das Milzvolumen. Auch in dieser Studie verbesserte sich die Lebensqualität unter Ruxolitinib deutlicher als unter BAT. Zudem besserte sich im Vergleich zur Ausgangssituation die Fatigue in der Ruxolitinib-Gruppe signifikant. Dabei reduzierte Ruxolitinib die Splenomegalie unabhängig vom JAK2 V617F-Mutationsstatus.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Pressekonferenz „EU-Zulassung von Jakavi® (Ruxolitinib) – Ein Lichtblick für die Myelofibrose-Therapie“, Berlin, 13.09.2012; Veranstalter: Novartis Oncology

Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
STICHWÖRTER:
Anzeige:
Zur Fachinformation
 
Anzeige:
 
 
 
 
Themen
NET
CML
Nutzen Sie auch die Inhalte von journalmed.de, um sich zu Informieren.
Mediadaten
Hilfe
Copyright © 2014 rs media GmbH. All rights reserved.
Kontakt
Datenschutz
AGB
Fakten über Krebs